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ARTIST & AGENTS – PERFORMANCEKUNST UND GEHEIMDIENSTE, DORTMUND

POSTED 15 May 2020
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„Subversion gehört niemandem: Sie kann von Künstlern ausgehen, die den Staat überlisten, oder von Geheimdiensten, die mit staatlichem Auftrag die Kunstszene unterwandern. Doch was passiert, wenn beide Seiten aufeinander treffen?“ Mit der Ausstellung „Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste“ im Dortmunder Hartware MedienKunstVerein (HKMV) gehen die Kuratorinnen Inke Arns (HMKV) sowie Kata Krasznahorkai und Sylvia Sasse (Slavisches Seminar der Universität Zürich) genau diesem Phänomen auf den Grund. Fünf Jahre lang wälzten sie dafür in Geheimdienstarchiven unzählige Akten (hauptsächlich in Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und in der ehemaligen DDR) und erkannten, dass diese dabei wenig über die Beobachteten, dagegen viel über die Ängste und Strategien der Beobachter offenbarten. Zudem dokumentierten diese Berichte – zuweilen bis ins kleinste Detail – künstlerische Tätigkeiten und gaben Informationen über das aktive, operative Eingreifen des Staats in die künstlerische Produktion preis. Allerdings verwendeten nicht nur die Künstler performative Techniken: Auch die Agenten mussten „performen“, um relevante Informationen über die Performancekunst zu gewinnen – jene Kunstrichtung vor der sich die sozialistischen Staaten Osteuropas am meisten fürchteten. So werden in der Ausstellung nun Beispiele aus den Jahren 1960 bis 1990 gezeigt und den Besuchern damit ein umfassender Einblick in künstlerische Subversion sowie in bislang unbekannte Fälle geheimdienstlicher Unterwanderung der Kunstszene durch Agenten gewährt – wobei neuere Arbeiten ebenfalls beweisen, dass die Frage nach dem zunehmenden Einsatz geheimdienstlicher Methoden in Politik und Alltag immer noch hochaktuell ist.

Und wie lassen sich diese Zeitdokumente, Akten, Fotos, Videos und neu erstellten Kunstwerke räumlich fassen? Alicja Jelen und Clemens Müller vom Dortmunder Studio please don’t touch fanden darauf eine Antwort: Mithilfe verschiedener Farben zonierten sie die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche und leiten so die Besucher durch den Raum. Dabei sollen die zarten Töne nicht beschönigen, sondern vielmehr auf die spröden Aktendeckel referenzieren wie sie in Behörden verwendet werden: in Blassrosa, Blassgrün, Blassgelb, Blassblau, Blassorange und Hellgrau. Spiegelfolien fordern zudem zum Perspektivwechsel und verdeutlichen die Ambivalenz zwischen Beobachteten und Beobachter, zwischen Künstler und Agenten. Eine gezielte Lichtsetzung unterstreicht diese Szenerie und dank der Fülle an Exponaten wird die gewaltige Dimension des Überwachungsapparats im Kalten Krieg mehr als deutlich …

 

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Ausstellung vorzeitig geschlossen und in den digitalen Raum verlegt: Bis Juni 2020 finden Interessierte hier begleitende Angebote, Videos, Podcasts, etc., mit denen einzelne Aspekte der Ausstellung gesondert beleuchtet werden.

FACTS

Projekt:

Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste, Dortmund

Gestaltung:

please don’t touch GbR, Dortmund (DE) > www.pleasedonttouch.de |
prjktr. machner roth GbR, Berlin (DE) > www.prjktr.net

Standort:

Dortmunder U/Ebene 3, Leonie-Reygers-Terrasse, Dortmund (DE)

Zeitrahmen:

26.10.2019–19.04.2020

Auftraggeber:

HMKV Hartware MedienKunstVerein e.V., Dortmund (DE) > www.hmkv.de

Fotos:

Clemens Müller/please don’t touch GbR, Dortmund (DE) > www.pleasedonttouch.de