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Exhibition Design

Geldmuseum der Deutschen Bundesbank

POSTED 21 February 2017
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Neu in Szene gesetzt durch die Stuttgarter Agentur Milla & Partner, öffnete die Deutsche Bundesbank am
16. Dezember 2016 erneut die Pforten des Geldmuseums in Frankfurt am Main. Das Ziel der neuen Dauerausstellung ist es, für den interessierten Besucher aus der Komplexität des Geldes und der Geldpolitik ein Erlebnis zu machen, das zugleich einen aufklärenden Charakter in sich birgt. Dies gelingt den Gestaltern durch die Verknüpfung der abstrakten Welt der Zentralbank mit einfachen Beispielen aus der Realität sowie der Historie des Finanzwesens an sich.

„Die Jüngeren wollen sich informieren – aber eben anders als früher“, beschreibt der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann das heutige Interesse der Jugend an finanzpolitischen Zusammenhängen. Mit Hinblick auf das Entstehungsjahr des Geldmuseums 1999 musste also schnell eine Neugestaltung her, um den jungen Menschen des sogenannten Digitalen Zeitalters einen Museumsbesuch zu entlocken. Rund 19 Millionen Euro ließ sich die Bundesbank den dreijährigen Umbau des Geldmuseums kosten. Konzipiert ist die 1.000 Quadratmeter große Ausstellung kreisförmig, um so – im wahrsten Sinne des Wortes – den weiten Bogen zu spannen, den das Thema erfordert. Die zentralen vier Bereiche sind hierbei Bargeld, Buchgeld, Geldpolitik und Geldpolitik global. In einen äußeren und einen inneren Kreis unterteilt, wird dabei der Sprung zwischen den zwei Zeitebenen Gegenwart und Vergangenheit ermöglicht.

Im äußeren Kreis, mit dem sich die Besucher mit der Gegenwart befassen können, sind vor allem die aufwendig gestalteten Beispiele aus der erlebten Wirklichkeit herausstechend: Ein nachgebauter Supermarkt klärt beispielsweise über Preisstabilität auf, eine Bankfiliale über das bargeldlose Zahlen – das Abstrakte wird zum Alltag. Auffällig ist hierbei auch die Interaktion, die das Museum anbietet: Durch Spiele, Rätsel und Workshops wird insbesondere der junge Museumsbesucher zum Nachdenken und dem daraus folgenden Verstehen angeregt. Kompliziertere Themen wie der Leitzins oder Staatsanleihen werden anhand von animierten Schaubildern verdeutlicht – ein absolutes Lernerlebnis. Dieses führt sich im inneren Kreis fort, in dem nun der Fokus auf der Historie des Geldes liegt. Bemerkenswert ist die große Anzahl an historischen Exponaten und Originalobjekten, wie beispielsweise ein Goldbarren zum Anfassen: 12,5 Kilogramm pures Gold können hier in den Händen gehalten werden. Ein weiteres besonderes Ausstellungsobjekt ist der Aureus eine Münze aus dem antiken Rom, die an die Ermordung Cäsars 44 v. Ch. erinnert. Auf ca. 340.000 Euro wird sie taxiert – eine Stimmung von Einzigartigkeit wird spürbar, die von dem verantwortlichen Projektleiter Markus Schmid sehr passend als „sinnliche Physis“ beschrieben wird. Im Zusammenspiel mit separaten Kabinetten, die sich im Rundgang ergänzend mit bestimmten Aspekten aus der Geschichte des Geldes, wie der Hyperinflation 1923 und deren Folgen oder den Ursprüngen des Bankwesens in der italienischen Renaissance, auseinandersetzen, erlebt der Museumsbesucher damit eine spannende Zeitreise.

Am Ende dieser angelangt, stellt sich das Gefühl ein, etwas von der Eurokrise, von Staatsanleihen, Preisstabilität, Leitzins und den historischen Zusammenhängen, die zu jenen führten, verstanden zu haben. Geld ist nicht mehr nur etwas, das nun auf dem Konto ist oder eben nicht – es werden Facetten deutlich, die es viel wesentlicher und damit interessanter machen.

FACTS

Projekt:

Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Frankfurt am Main (DE)

Gestaltung:

Konzeption: Milla & Partner, Stuttgart (DE) > www.milla.de
Architektur: KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE) > www.ksp-architekten.de

Standort:

Geldmuseum, Frankfurt am Main (DE) > www.bundesbank.de/geldmuseum

Zeitrahmen:

Seit dem 16.12.2017

Auftraggeber:

Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main (DE) > www.bundesbank.de

Fotos:

Milla & Partner, Stuttgart (DE) > www.milla.de