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Ausstellungsgestaltung

Werdendes Ruhrgebiet

POSTED 21. September 2015
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In den fünf großen Kapiteln Leben, Streiten, Glauben, Werden und Deuten zeigt die vom Wiener Architekten Bernhard Denkinger gestaltete Ausstellung im Ruhr Museum Essen eine bislang weitgehend unerforschte Zeit in der Geschichte des Ruhrgebiets. Die Exponate aus dem dritten bis zum elften Jahrhundert wurden zusammengestellt, um in der Sonderausstellung den historischen Abschnitt zwischen Antike und Mittelalter zu beleuchten. Die Abschnitte Leben und Glauben thematisieren dabei den Alltag und die Umwelt sowie den Wandel des Religiösen und Kultischen. Unter dem Titel Streiten werden die, das Umland prägende Kriege und Plünderungszüge thematisiert, während Werden das Kloster Werden und das Stift Essen inhaltlich und räumlich in das Zentrum stellt. Abschließend diskutiert das Kapitel Deuten die Rezeption der thematisierten historischen Epoche.

Die Inhalte der Ausstellung stellen hohe Ansprüche an die Gestaltung, da einige der auszustellenden Objekte sowie die Räumlichkeiten selbst sehr lichtempfindlich sind. Einzelne Beleuchtungselemente sowie ein Raster aus schlanken Lichtstreifen, das sich durch die gesamte Ausstellung zieht, schaffen eine der Ausstellung angemessene Helligkeit, ohne den gesamten Raum zu erleuchten. Zudem werden speziell entwickelte Buchleuchten eingesetzt, um die detailgenaue Ausleuchtung von handschriftlichen Texten zu ermöglichen. Die Struktur des Ausstellungsraums, welcher aus ehemaligen Kohlebunkern besteht, wird durch die Anordnung und Gestaltung der Vitrinen und Exponatträger gebrochen. Die Exponate sind über die rechte und linke Seite zur Mitte hin in zeitlicher Abfolge angeordnet, wodurch sich eine spiralförmige Struktur ergibt. Diese führt final zu den wertvollsten Objekten: die Exponate zu den Klöstern Werden und Essen.

Bei der Betrachtung der archäologischen Stücke aus der Frühzeit folgen die Besucher einem leicht gewundenen Parcours, während die Exponatträger der frühmittelalterlichen Objekte nach einer geometrischen Winkelstruktur angeordnet wurden. Zur Abgrenzung von einzelnen Bereichen kamen schwarz gefärbte Industrieketten zum Einsatz, die einerseits an mittelalterliche Kettenhemden erinnern, andererseits aber auch auf frühe Industrie und Verkehrsarchitektur verweisen. Damit referieren sie nicht nur auf die Inhalte, sondern auch auf die Räumlichkeiten der Ausstellung.

FACTS

Projekt:

Werrdendes Ruhrgebiet, Essen

Gestaltung:

Bernhard Denkinger Architekt, Wien (AT)
> www.denkinger.at
> www.denkinger.net

Projektteam:

Heinrich Theodor Grütter, Patrick Jung, Reinhild Stephan-Maaser

Standort:

Ruhr Museum, Gelsenkirchener Straße 181, Essen> www.ruhrmuseum.de

Zeitrahmen:

27.03.2015 – 23.08.2015

Fotos:

Deimel und Wittmar, Essen> www.deimel-wittmar.de