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Exhibition Design

Der Tatort Mauthausen – Eine Spurensuche

POSTED 4 July 2013
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“Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.”
(George Santayana, Philosoph und Schriftsteller)

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist Österreichs wichtigster Erinnerungsort an die Zeit des Nationalsozialismus. Mehr als 55 Jahre nach der Befreiung des Lagers wurde nun ein internationaler Wettbewerb ausgelobt, um den aktuellsten Stand der Wissenschaft in einem modernen Vermittlungskonzept zu präsentieren. Der anspruchsvollen Aufgabe einer neuen Gestaltung, nahm sich das Linzer Büro für Architektur und Szenografie argeMarie an.
Das Konzept der Ausstellung „Der Tatort Mauthausen – Eine Spurensuche“ sieht vor, dass das Tageslicht durch vor die Fenster gesetzte Schirme und zum Schutz der Exponate fast gänzlich ausgeblendet wird.
Ein heller Rahmen verbindet dabei drei Räume durch eine Lichtdecke und stimmt den Besucher behutsam auf das Gezeigte ein: Auf einer mittigen Erschließungsachse sind die geopolitischen Vorgänge im chronologischen Verlauf zu sehen. In den Räumen links wird die Geschichte des Lagers geschildert, in den Räumen rechts die persönlichen Schicksale der Häftlinge. Zudem wird die strenge rechtwinklige Geometrie der Einbauten im Museum, die sich auf die Rigidität des Terrorsystems bezieht, auf dieser Seite gebrochen: Hier wird mit den Präsentationen auf die jeweilige Person und auf das jeweilige Objekt reagiert, um mittels unterschiedlicher und nach hinten heller werdender Grautöne zeitliche und inhaltliche Zusammenhänge der drei Erzählstränge zu verdeutlichen.
Im Untergeschoss des Gebäudes arbeitet die Ausstellungsarchitektur stark mit der Wirkung des Bestandes.
So sind mehrere Räume geprägt von Bruchsteinmauern und Stahlbeton. Einer dieser Räume bremst den Besucherstrom mittels zueinander versetzt angeordneter Pulte in Körperhöhe bewusst: Auf deren Vorderseiten sind die jeweiligen Tatorte in ihrem heutigen Zustand zu sehen, auf den Rückseiten aber können Texte, Bilder und spezielle Exponate betrachtet werden, die verschiedene im Lager praktizierte, tödliche Grausamkeiten erläutern.
Einen besonderen Stellenwert hat der „Raum der Namen“: Auf dem zum Ausgang hin abfallenden Lehmboden ist eine horizontale Ebene aus Glastafeln eingezogen. Hierauf sind die Namen der etwa 81.000 ums Leben gekommenen Häftlinge des Lagers zu sehen. Vereinzelte Stege ermöglichen es, das Meer aus ihren Namen zu durchschreiten: Reicht die Ebene dem Besucher beim Eintreten noch bis zum Knie, versinkt er Richtung Ausgang schon bis über die Hüften in den Namen der Toten.
Und bevor die Ausstellung durchlaufen ist, werden dem Besucher noch weitere Eindrücke und Erinnerungen mit auf den Weg gegeben: hunderte Gedenktafeln, die an die Wände des Krematoriums gehängt und gelehnt sind, die Gaskammer, der Leichenkühlraum, die Genickschussecke und zum Schluss eine kleine Tür mit dem Wort Ausgang.

„Der Tatort Mauthausen – Eine Spurensuche“ rückt diese erdrückende Vergangenheit in den Vordergrund und macht damit ein Vergessen unmöglich.

FACTS

Project:

Der Tatort Mauthausen – Eine Spurensuche

Design:

argeMarie > www.argemarie.at

Location:

Mauthausen, Österreich

Time frame:

Seit 05.05.2013

Contact:

Pictures:

Dietmar Tollerian > www.archipicture.at