Ausstellungsgestaltung
Donnerwetter – Klima schreibt Geschichte
Im Zeitalter der digitalen Ausstellungsgestaltung zeigt sich die interaktive Sonderausstellung „Donnerwetter – Klima schreibt Geschichte“ im Stadtmuseum Heilbronn erfrischend anders: Nicht iPads und multimediale Exponate dominieren hier den Raum, sondern handgezeichnete Illustrationen, die als Schwarz-Weiß-Grafiken zu begehbaren Bühnenbildern werden. Wie bei „Alice im Wunderland“ verschwinden dabei die Größenverhältnisse und die Besucher – ob groß oder klein – werden selbst Teil der analogen Inszenierung. Museale Exponate und Inhalte werden kurzerhand in die dreidimensionalen Pop-up-Szenen eingefügt und so direkt erlebbar. Mithilfe eines kleinen Booklets werden Interessierte zudem auf eine Reise geschickt: Über die insgesamt zwölf unterschiedlichsten Szenen wurde von der Heilbronner Museumsleitung ein didaktisches Spiel zur Vermittlung der Inhalte gelegt, sodass sich Schüler wie Erwachsene an die Klimageschichte der Region durch Ausprobieren, Rätseln und Entdecken mühelos herantasten können. Dank der Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Pappe und Papiertapeten sowie der Tatsache, dass die beiden Gestalterinnen Simone Herzog und Heike Zuschke sowohl bei den Exponaten, als auch deren Präsentationsmöbeln vorwiegend auf den Museumsfundus zurückgreifen konnten, ist die 300 Quadratmeter große Ausstellung nicht nur unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit erwähnenswert, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass es dem Team gelungen ist, in sehr kurzer Zeit, mit einem sehr kleinen Budget eine grafisch anspruchsvolle Schau mit großer Wirkung zu konzeptionieren.