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Interviews

MARKUS MILITZER ÜBER VISION UND MISSION VON MBA

POSTED 2 September 2015
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„Unser klarer Anspruch ist es, Produkte zu schaffen, die einem zeitlosen Design entsprechen, dennoch grundsätzlich mehrfach eingesetzt werden können und eine hohe Funktionalität aufweisen.“

 

MBA Messe- und Ausstellungsbau ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Reutlingen und Entwickler, Hersteller sowie Vertriebsdienstleister von modularen Wänden, Raumstruktur-Systemen und selbstklebenden Oberflächen. Dabei sind nachhaltig und langfristig einsetzbare Produkte in hoher Qualität in der Firmenphilosophie von Anfang an fest verankert: Seit mittlerweile 40 Jahren steht MBA für die intelligente Zusammenführung von Ästhetik und Ökonomie, von Architektur und Marketing. Grund genug für uns, den Geschäftsführer Markus Militzer näher kennenzulernen. Im Interview erzählt er von seiner Mission, gute Gestaltung und Funktionalität mit dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu vereinen.


Die Fragen stellte Sabine Marinescu.

 

Herr Militzer, 1975 – vor genau 40 Jahren – wurde MBA von Ihrem Vater gegründet. Zunächst entwickelte er selbstklebende Oberflächenfolien, um zum einen vor allem im Messebereich die verwendeten Wandpaneele hochwertiger erscheinen zu lassen und zum anderen die aufwendigen Lackierprozesse zu vermeiden. Heute ist MBA vor allem für die modularen Wandsysteme bekannt. Wie kam es zu dieser (Weiter-)Entwicklung?

Nach dem großen Erfolg der MBA-Folien haben unsere Kunden folienbeschichtete Platten und Wabenelemente von uns gefordert. Da lag der Gedanke nahe, ein eigenes Wandsystem zu entwickeln, das sich von den bisherigen Systemen deutlich abhebt: Von außen ist keine störende Systemtechnik sichtbar und es kann in kürzester Zeit montiert und wieder demontiert werden. Und schon kurz nach der Einführung der Mila-wall Serie 100 konnten wir 1990 die Kunstmesse ART Frankfurt als Großkunden für unser Wandsystem begeistern. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf …

 

Mittlerweile sind Sie nicht mehr nur im Messebau tätig, sondern verstärkt auch in anderen Bereichen wie in Museen, in Shops oder bei Events – was macht Ihre Produkte so vielfältig einsetzbar?

Durch das puristische Design und die hohe Flexibilität der Wandmodule können jene praktisch überall eingesetzt werden, wo temporäre Raumaufteilungen in unterschiedlichen Konfigurationen entstehen sollen. Und durch neue Entwicklungen – wie zum Beispiel die Mila-wall Acoustic, die schallabsorbierende Eigenschaften besitzt – vergrößert sich der Anwendungsbereich auch weiterhin.

 

Beim Entwurf temporär inszenierter Räume setzen Gestalter und Unternehmen auf höchstmögliche Individualität – modulare Wandsysteme verstehen sie daher häufig als Beeinträchtigung. Wie schaffen Sie es dennoch, dass sich System und Individualität nicht ausschließen?

Für uns stehen vielmehr das Design sowie die Architektur im Vordergrund und nicht zwingend der Einsatz vorhandener modularer Standardkomponenten. Daher entscheiden wir bei der Umsetzung von Entwürfen individuell und gemeinsam mit den Gestaltern, wo neue modulare Entwicklungen zum Einsatz kommen sollen oder wo mit Standardmodulen gearbeitet werden kann.

 

Und wie gelingt es Ihnen als Partner aller am Planungsprozess Beteiligten – Unternehmen ebenso wie Künstler, Szenografen und Gestalter – zu fungieren?

Wir erarbeiten gemeinsam mit allen Beteiligten konstruktive Lösungen und diskutieren die Entwürfe – von der Handskizze über Renderings bis zur realen Bemusterung zum Erleben und Anfassen. Diese Arbeitsweise ermöglicht allen Partnern eine hohe Entscheidungssicherheit.

 

Das Kupferstichkabinett im Dresdner Residenzschloss beherbergt seit 1720 Kunstschätze und gilt als das älteste Museum für grafische Künste im deutschsprachigen Raum. Die Institution ist bereits seit 2004 einer Ihrer langjährigen Partner und nutzt Ihre Wandsysteme immer wieder für Sonderausstellungen – mittlerweile schon über 50 Mal. Welche Vorteile hat das Haus durch den Einsatz der Mila-wall-Stellwände?

Durch die extrem robuste Konstruktion sowie die wechselbaren und streichfähigen Oberflächen, lassen sich die Wandmodule immer wieder für unterschiedliche Ausstellungen über viele Jahre nutzen – bei gleichbleibend hoher Qualität und Ästhetik. Zum einen erreicht das Museum dadurch eine Kostenreduktion, zum anderen leistet es einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung wertvoller Ressourcen.

 

Welche spezifischen Anforderungen werden bei solch fragilen Exponaten, wie die einer grafischen Sammlung, an den Raum und damit an die dort verbauten Produkte gestellt? Haben Sie spezielle Wände dafür im Einsatz? Mit welchen Funktionen sind diese ausgestattet?

Alle Wandmodule sind mit einer Mittellage ausgerüstet, somit können wertvolle Exponate sicher und optisch ansprechend mit speziellen Befestigungen direkt auf der Wand fixiert werden. Zudem können Module mit einer von außen nicht sichtbaren kapazitiven Alarmtechnik im inneren der Stellwände versehen werden und bei Bedarf optischen oder akustischen Alarm auslösen.

 

Was macht die Zusammenarbeit mit diesem Museum für Sie so besonders?

Es ist schön zu sehen, dass unsere Technik über viele Jahre, immer in den gleichen Räumlichkeiten, mit dem gleichen System eingesetzt wird. Und die Räume dabei immer mit dem hohen Anspruch des Besonderen und der Zielsetzung der individuellen Anpassung zum Thema der Sonderausstellung gestaltet werden. So entstehen immer wieder unterschiedliche Wandkonfigurationen in Höhe und Breite mit wechselnden Oberflächenfarben. Für uns ist aber auch gutes Teamwork ein wichtiger Aspekt, denn der ständige Austausch mit den Verantwortlichen des Museums ist elementar, um immer wieder neue Erkenntnisse zu erlangen.

 

Sie haben es schon anklingen lassen: Der Umweltschutz zählt für MBA zu den wichtigsten Unternehmenswerten und Sie achten daher besonders auf ressourcenschonende Produktionsprozesse. Wie bewerkstelligen Sie das?

Zunächst einmal schaffen wir grundsätzlich Produkte von hoher Lebensdauer. Um aber auch in der laufenden Nutzung der Stellwände wertvolle Rohmaterialien zu sparen, sind unsere Weiterentwicklungen stets kompatibel mit den bereits bestehenden Produkten. Außerdem achten wir auch in der Produktion auf energieoptimierte Prozesse oder Maschinen und recyceln schon während der Herstellung die Abfälle. Zudem haben wir das Produktionsgebäude am Standort Reutlingen mit LED-Beleuchtung sowie neuester ressourcensparender Heiztechnik ausgestattet.

 

Welche weiteren Faktoren für den nachhaltigen Umgang mit Ihren Produkten gibt es? Wie können Ihre Partner Ihr Engagement unterstützen?

Überall dort, wo temporäre Architektur und Gestaltung gefragt sind, können modulare Wandsysteme eingesetzt werden. In Zukunft wird es immer wichtiger sein, bei Planungen genau zu prüfen, ob und wo diese Technik zum Einsatz kommen kann. Und hierzu können sowohl Unternehmer als auch Gestalter bereits im Planungsprozess einen wertvollen Beitrag leisten.

 

Gerade im Messebau wird Nachhaltigkeit in den letzten Jahren heftig diskutiert. Was denken Sie: Wohin geht der Trend?

Durch den immer noch vehement steigenden Einsatz von Ressourcen und die damit verbundenen, rasant wachsenden Müllberge, ist es zwingend erforderlich, Konzepte zu erarbeiten, die nachhaltig sind. Daher sollte der Trend bei Markenarchitektur in Richtung modularer und wiederverwendbarer Elemente und Planungen gehen. Sehr gerne würden wir solche Projekte in Zukunft begleiten.


Markus Militzer, vielen Dank für das Gespräch.

 

Zur Person

Markus Militzer, Jahrgang 1970, ließ sich zum Industriemechaniker ausbilden und besuchte die Abendschule sowie die Steinbeis-SCHOOL OF INTERNATIONAL BUSINESS AND ENTREPRENEURSHIP. Seit 1990 ist er offiziell für die MBA-Design & Display Produkt GmbH tätig und kann 2015 mit seinem Vater auf das 40-jährige Bestehen des Unternehmens anstoßen.

FACTS

Kontakt:

MBA-Design & Display Produkt GmbH, Reutlingen> www.mba-worldwide.com

Fotos:

01 – Markus Militzer
02 – 05 – Kupferstichkabinett, Dresden > www.skd.museum
06 – Gottfried A. F. und Markus Militzer
07 – 09 – Showroom MBA, Reutlingen