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Exhibition Design

TING – Technology and Democracy

POSTED 10 August 2015
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Demokratie ist Einmischung! Dementsprechend können Besucher im Norsk Teknisk Museum in Oslo auf selten dagewesene Weise den Inhalt und Ablauf der Ausstellung „TING – Technology and Democracy“ selbst bestimmen: Mittels hölzerner Klötze werden digitale Interaktionen mit den Museumsobjekten selbst initiiert und ein „Live-Moderator“ fordert die Anwesenden auf, an einer Meinungsabstimmung teilzunehmen, deren Ergebnisse sogleich als bewegte Großgrafik auf einer riesigen 180-Grad-Leinwand erscheinen. Gerade noch Teilnehmer einer lebendigen Diskussion mit anderen Museumsbesuchern, befinden sich die Anwesenden plötzlich in einem überwältigenden, immersiven Panorama filmischer Bilder, das die Faszination für technologische Entwicklungen entfacht.

Der kreisförmige Hauptraum der Ausstellung wird von einem 25 Meter langen, raumhohen „digitalen Regal“ eingefasst, welches sowohl als riesenhafter Setzkasten für 100 Ausstellungsobjekte dient, als auch eine 180-Grad-Projektionsfläche für die inhaltlich und technisch komplexe mediale Bespielung bereithält. Dabei können die Besucher mit einem Tablet-PC Informationen zu einzelnen Objekten aus dem Regal abrufen oder durch das Platzieren eines persönlichen Holzblocks auf einem interaktiven Tisch im Zentrum des TING mit dem Regal „kommunizieren“. So verwandelt es sich von einem raumhohen Displaymöbel für die Ausstellungsobjekte plötzlich in eine immersive Bildwelt aus Informationen zu Geschichte und möglicher Zukunft verschiedener Technologien wie zum Beispiel 3D-Scanner oder militärische und zivile Drohnen. In seiner ursprünglichen Form eines Amphitheaters war das Ting ein Ort der Volks- und Gerichtsversammlungen, an dem Themen – nach altem germanischem Recht – öffentlich zur Diskussion gestellt wurden. Mit dieser Ausstellung wurde das antike Ting in Form eines medialen Exponat-Theaters neu erfunden. Dank der Gestaltung von Ralph Appelbaum Associates, Berlin, ist so ein diskursiver, sozialer Raum entstanden, in dem dramaturgische Ausstellungsgestaltung Hand in Hand mit immersiven und interaktiven Medien arbeitet, um eine partizipative Erfahrung zu kreieren: In den sogenannten TING-Sessions nehmen die Anwesenden an einer Abstimmung teil oder bewerten Technologien, welche die Welt grundlegend verändert haben. Über das Platzieren des Holzklotzes auf dem interaktiven Tisch kann mit Ja, Nein oder Unentschlossen votiert werden. Eine 180-Grad-Video-Projektion einer Bergkette, die je nach Wahlverhalten der Besucher in Echtzeit ihr Aussehen verändert, übersetzt dabei die Wahl in ein grafisches Diagramm. Akkumulativ erscheinen aktuelle und vergangene Ergebnisse als eine wachsende Berglandschaft auf der Raumprojektion. Direkt nach der Session können die Besucher Kommentare über ihr eigenes Smartphone oder die Tablet-PCs auf die Leinwand schicken und so mit ihrer Stimme Teil der Infografik werden. In Zusammenarbeit mit den Berliner Mediengestaltern von TAMSCHICK MEDIA+SPACE entstand so eine Ausstellung, die neue Maßstäbe für Partizipation sowie die komplexe Vernetzung digitaler und analoger Inhalte und Anwendungen setzt und demonstrativ Technologie und Demokratie miteinander vereint.

FACTS

Projekt:

TING – Technology and Democracy

Gestaltung:

Ralph Appelbaum Associates, Berlin > www.raai.com

Mediengestaltung:

TAMSCHICK MEDIA+SPACE GmbH, Berlin > www.tamschick.com

Standort:

Norsk Teknisk Museum, Oslo (NO) > www.tekniskmuseum.no

Zeitrahmen:

seit 2014

Fotos:

Manfred Vogel, Berlin