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Exhibition Design

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

POSTED 7 July 2015
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Die Neugestaltung einer architektonischen Ikone der klassischen Moderne setzt richtungsweisende Maßstäbe in der deutschen Museumslandschaft: Seit dem 15. Mai 2014 präsentiert das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – kurz smac – seine archäologischen Landesschätze in einer neu inszenierten Dauerausstellung. Vom Werkbundarchitekten Erich Mendelsohn 1930 entworfen, werden im ehemaligen Kaufhaus Schocken nun mit 6.200 Exponaten insgesamt 300.000 Jahre bedeutungsvolle Menschheitsgeschichte abgebildet. Für den Umbau zeichnete die Architektengemeinschaft Auer Weber mit Knerer und Lang Architekten verantwortlich, während das Stuttgarter ATELIER BRÜCKNER die 3.600 Quadratmeter große Ausstellungsfläche gestaltete und aus dem halbrunden denkmalgeschützten Gebäude eine Synthese aus Kultur-, Bildungs- und Erlebnisort schuf.

Inhaltlich spannt die dreigeschossige Dauerausstellung einen Bogen von der Ur- und Frühgeschichte zur sächsischen Landesgeschichte. Dabei werden die Disziplinen Archäologie und Geschichte anschaulich miteinander verknüpft: Das zeitdynamische Sachsenmodell, das den Parcours eröffnet und die drei Ausstellungsebenen vertikal miteinander verbindet, repräsentiert als dreidimensional gebaute Landschaft das Bundesland. Fünf medial bespielte Modellteile, bestehend aus zwölf Millimeter dünnen, milchig-weißem PETG-Kunststoff, dienen dabei als mehrteilige Projektionsflächen und bilden die einzelnen Landesteile der Sachsentopografie im Maßstab 1:35.000 ab. In einem stündlichen Rhythmus schwebt die kinetische Skulptur an 15 Stahlseilen eigenständig für zehn Minuten durch den Luftraum des Museums und durchläuft dabei die Jahrtausende wie im Zeitraffer. Denn acht in die Decke eingelassene Beamer projizieren während eines Bewegungszyklus medial aufbereitete Daten zu kulturellen, politischen und infrastrukturellen Aspekten auf die transluzenten Schollen. Darüber hinaus können die Museumsbesucher diese Inszenierung der Sachsenskulptur selbst beeinflussen: An acht umliegenden Touchscreens können partizipativ vertiefende Informationen abgerufen und auf das topografische Modell geschickt werden. So erweitert sich dieses mediale Ausstellungsmedium um Themen wie Geologie, Natur, Wasser, Archäologie, Bevölkerung, Industrie, Kultur und Mobilität. Auf einer Gesamtgröße von 6,4 auf 3,9 Metern fügen sich hier Kinetik, Projektion, Sound, Narration und Partizipation der Besucher so zu einer neuartigen Skulptur. Im Zentrum des Gebäudes angebracht, ist das lebende Bild Sachsens demnach nicht nur Einstieg in die Ausstellungsthematik, sondern bildet immer wieder einen visuellen Kontext zu den Themen der jeweiligen Ebene, in welchen die archäologischen Funde mit der Entwicklung des Gebiets Sachsens präsentiert werden: Von der anfänglichen Naturlandschaft im ersten Obergeschoss werden Besucher zur bäuerlichen Siedlungslandschaft in der darüber liegenden Etage bis hin zur modernen Kulturlandschaft in der obersten Ebene geführt. Analog dazu entwickelt sich die Ausstellungsgestaltung mit, wird geschlossener und detailreicher. Ebenso verändern sich Bodengrafiken von amorphen Linien zu einem rechtwinkeligen Raster.

Durch eine jeweils 45 Meter lange Panoramawand wird jede Ausstellungsebene zudem zur halbrunden Fensterfront des Gebäudes abgegrenzt, so dass drei weitere Ausstellungen autonom ihren Platz finden können. In den lichtdurchfluteten Erkern kann so die Geschichte der Architekturikone genauso wie die Geschichte der Protagonisten in Szene gesetzt werden: 17 studentische Modelle der prominentesten Bauwerke Erich Mendelsohns dokumentieren hier sowohl seine Entwicklung als auch seine Handschrift als Architekt. Darüber hinaus können Besucher einen Rückblick auf den ehemals blühenden Konzern des Schocken-Warenhauses werfen und den Unternehmer Salman Schocken neben seiner kaufmännischen Tätigkeit als passionierten Sammler wertvoller Kunst und Literatur kennenlernen.

FACTS

Projekt:

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz > www.smac.sachsen.de

Architektur:

Erich Mendelsohn

Umbaukonzept:

Auer Weber, Stuttgart > www.auer-weber.de
Knerer und Lang Architekten, Dresden > www.knererlang.de

Ausstellungsgestaltung:

ATELIER BRÜCKNER, Stuttgart > www.atelier-brueckner.com

Mediengestaltung:

TAMSCHICK MEDIA+SPACE, Berlin > www.tamschick.com

Medienplanung:

medienprojekt p2, Stuttgart > www.medienprojektp2.de

Lichtplanung:

LDE Belzner Holmes, Stuttgart > www.lde-net.com

Zeitrahmen:

seit 2014

Standort:

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz