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Exhibition Design

Juden. Geld. Eine Vorstellung | 25.04.2013 – 06.10.2013

POSTED 7 May 2013
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Schon der Titel der Ausstellung „Juden. Geld. Eine Vorstellung“ lässt eine Verbindung zwischen den Wörtern „Juden“ und „Geld“ vermuten, obwohl sie absichtlich nicht erwähnt und doch von vielen als selbstverständlich gesehen wird – schließlich ist der jüdische Reichtum eine der zentralsten antisemitischen Vorstellungen. Seit Ende April wird dieser Zusammenhang von der Sonderausstellung im jüdischen Museum in Frankfurt am Main in den Fokus gesetzt.
Als gestalterische Instanz wurden hierzu die Mitarbeiter des Atelier Markgraph – ebenfalls aus Frankfurt am Main – hinzugezogen, die es verstanden, die Vorstellung als zentrales Motiv der Schau zu behandeln.
Um die Thematik besser begreiflich machen zu können, führte das Büro den Begriff der Vorstellung auf das Theater zurück: Die prominentesten jüdischen Rollen in der Theatergeschichte besetzen zum einen Shylock aus Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ und zum anderen Nathan aus Lessings „Nathan der Weise“.
Beide dienen der Ausstellung als Leitfiguren und scheinen einander diametral entgegengesetzt als Shylock, der böse und Nathan, der gute Jude. Eines haben aber beide gemeinsam: Sie sind reich.
Umrahmt von Prolog und Epilog, wird „Juden. Geld. Eine Vorstellung“ auf neun Bühnen präsentiert und begibt sich auf die Suche, nach dem Ursprung und den Gründen für die alten Vorstellungen, Phantasien und Vorurteile, die seit Jahrhunderten in den Köpfen der Menschen vorherrschen. Der Besucher wird durch die verschiedenen temporären Bühnenbauten geleitet, die jeweils mit einem großen, plakativen Bild eröffnet werden. Hier wird es möglich, die Geschichte der Juden in Deutschland und Österreich nachzuempfinden und nachzuverfolgen, indem mittelalterliche Geldverleiher, Hofjuden und Bankiers des 19. und 20. Jahrhunderts vorgestellt, sowie über 200 sehr wertvolle Objekte, wie Schuldurkunden, Gemälde, Filme und Skulpturen gezeigt werden. All das zeichnet die Spuren einer Wirtschafts- und Finanzgeschichte nach, die seit dem Mittelalter ein wesentlicher Teil jüdischer Existenz gewesen ist und hält sowohl seit jeher als auch bis heute noch das Bild der reichen Juden aufrecht. Ein besonderer Teil der Ausstellung ist der Familie Rotschild gewidmet, die besonders oft mit jüdischem Reichtum in Zusammenhang gebracht wird. Im ehemals von der Familie bewohnten Palais wird ihr Aufstieg aus der Frankfurter Judengasse und ihr internationaler Erfolg dargestellt. Die gesamte überaus theatralische Inszenierung führt den Besucher so immer wieder durch gekonnt überraschende, szenografische Kompositionen hinter die Bühne, an den Ort, an dem eine Vorstellung letztendlich entsteht und produziert wird.

FACTS

Project:

Juden. Geld. Eine Vorstellung

Design:

Atelier Markgraph > www.markgraph.de

Location:

Jüdisches Museum, Frankfurt

Time frame:

25.04.2013 – 06.10.2013

Pictures:

Kristof Lemp, Darmstadt > lempinet.com
Bild 8: Sven Döring > www.svendoering.com
Bild 9: Jürgen Lösel > www.loesel-photographie.de

Contact:

Jüdisches Museum Frankfurt > www.juedischesmuseum.de