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Armstrong Messestand BAU 2013 Peter Ippolito und Gunter Fleitz

POSTED 7 February 2013
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Auffallend farbenprächtig präsentierte sich Armstrong auf der weltweit größten Messe für Architektur, Materialien und Systeme in München. Grafische und geometrische Formen waren in einer abstrakten Komposition für den Messestand des Linoleum-Herstellers auf der BAU 2013 effektvoll komponiert worden. Die Vielfalt der ökologischen Bodenbelege wurde subtil an Boden-, Decken- und Wandelementen von der Ippolito Fleitz Group gestaltet. Komplementiert wurde die Raumgrafik durch ein abgehängtes Decken-Element, welches ein abstraktes Spiegel-Relief bot. Dieses wolkenähnliche Gebilde zeigte so eine weitere Dimension des Facettenreichtums einer neuen Generation des oft unterschätzen Linoleum. Als kontrastreiche ruhige Kommunikationszone diente eine polygonale Sitztreppe, die einige Materialproben integrierte und dem Besucher einen anderen Blickwinkel auf das Farbenspiel bot.

Das Stuttgarter Büro für Gestaltung Ippolito Fleitz realisierte mit dem Messestand einen auffälligen und gewagten Entwurf für Armstrong. Über diese gesamtheitliche Zusammenarbeit von Armstrong und der Ippolito Fleitz Group standen Peter Ippolito und Gunter Fleitz Rede und Antwort.

Was ist in Ihren Augen das Besondere am Messebau?

Das Spannende ist sicherlich der Umstand, dass die eigentliche Messepräsentation auf eine relativ kurze Zeitspanne begrenzt ist, in der aber möglichst viel gezeigt und erreicht werden soll.

Welche Aspekte sind demnach besonders wichtig an einem Messestand?

Natürlich muss er zunächst einmal auffallen. Innerhalb der Messehallen herrscht auf engem Raum ein sehr großer Wettbewerb. Jeder Aussteller möchte deshalb optisch herausstechen und für einen Hingucker sorgen. Das spornt uns Designer immer wieder an, stellt uns aber auch vor Herausforderungen.

Gehört also auch eine Portion Mut dazu?

Definitiv! Man muss es wagen, Neues auszuprobieren. Aber es darf auch nicht ausschließlich darum gehen, mit dem Stand aufzufallen. Genauso wichtig ist es, die Marke oder das Unternehmen mit dem Gesamtkonzept zu repräsentieren. Der Besucher sollte auf den ersten Blick erkennen, um wen es geht und es sollte ihm leicht fallen, vorbeizuschauen. Er muss sich willkommen fühlen.

Welche Vorgaben sind für Sie überdies von Bedeutung?

An erster Stelle steht für uns das Selbstverständnis einer Marke: Wie sieht sich der Kunde und wie möchte er wahrgenommen werden? Aber auch ganz grundlegende Dinge zur Ausstellungsfläche müssen im Vorfeld berücksichtigt werden. Dazu gehören Fragen wie: In welchem Teil der Messehalle wird der Stand platziert? Wer stellt in direkter Nachbarschaft aus? Gibt es dadurch gestalterische Elemente, die berücksichtigt werden müssen, wie zum Beispiel Außenwände, Lichteinfälle oder eine musikalische Bespielung?

Wenn dieser Rahmen einmal abgesteckt ist, wie läuft dann der eigentliche kreative Prozess ab?

Meist setzen wir uns zunächst im Team zusammen und sammeln wild durcheinander und noch völlig ungefiltert die ersten spontanen Ideen. Da gibt es kein Richtig oder Falsch. Danach machen wir uns daran, verschiedene Dinge auszuprobieren und weiterzuentwickeln – oft auch mehrere Ideen parallel. Dabei kommt man immer wieder zusammen und bespricht sich. So kristallisiert sich Stück für Stück eine Richtung heraus, die am besten passt und die dann schlussendlich verfolgt wird.

Für Armstrong haben Sie bereits das zweite Messestandkonzept entworfen. Wie sind Sie an den Entwurf für die BAU 2013 herangegangen?

Wir hatten kaum gestalterische Vorgaben. Von Anfang an war jedoch klar, dass wir den zeitgemäßen Charakter von Linoleum herausstellen wollten.

Deshalb ein leuchtend bunter Messestand?

Genau. Wir wollten zeigen, wie frisch, modern und lebhaft DLW Linoleum ist – ein absolut zeitgemäßes Material, das sich unglaublich vielseitig einsetzen lässt. Mit den facettenreichen DLW Linoleum Kollektionen von Armstrong lassen sich die unterschiedlichsten Raumkonzepte realisieren.

Der Messestand ist komplett mit DLW Linoleum belegt. Arbeiten Sie gern mit dem Material?

Sehr gern! Obwohl Linoleum ein organisches Material ist, ist die Farbvielfalt beinahe unbegrenzt: von elegant bis farbenfroh leuchtend. Dazu sind sehr viele unterschiedliche Designs verfügbar. Das ist für uns Designer natürlich toll! Linoleum ist überdies leicht zu verarbeiten, denn es hat nur einen sehr dünnen Aufbau und kann dadurch in ganz unterschiedlicher Art und Weise verarbeitet werden. Für ausgefallene Messestände ist das ideal. Was viele nicht wissen: Linoleum besteht aus natürlichen und zu 80 % sogar nachwachsenden Rohstoffen. Dadurch ist es beinah zu 100% wieder recyclebar. Die Nachhaltigkeit eines Materials zu beachten ist für uns enorm wichtig.

Woher nehmen Sie stets neue Ideen und Inspirationen für ihre Entwürfe? Das ist ganz unterschiedlich. Sicherlich sollte man sich immer mit der Szene selbst beschäftigen. In jedem Fall ist es wichtig, genau hinzuschauen. Ein guter Designer sollte einen Blick für Details haben und beobachten können – zum Beispiel im Alltag oder in der Natur. Viele Anregungen kommen auch aus der Kunst. Vor allem in der zeitgenössischen Kunst lassen sich neue Herangehensweisen entdecken, die sich auch auf Architektur und Design übertragen lassen.

Hat sich das Arbeitsfeld Messebau in den letzten Jahren verändert? Lassen sich Trends ausmachen? Man kann auf jeden Fall sagen, dass das Niveau im Messebau ständig ansteigt. Anders als noch vor wenigen Jahren hat die Bereitschaft zugenommen, in das Design eines Stands zu investieren. Heute wird derselbe Messestand selten zweimal aufgebaut. Der zunehmende Konkurrenzdruck schürt dabei die Ansprüche an die Originalität des Designs.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Über Armstrong:
Armstrong Floor Products Europe ist einer der führenden Hersteller von Bodenbelägen in Europa. Mit seiner Produktpalette für den Gewerbe- und Objektbau bietet das Unternehmen unbegrenzte Möglichkeiten für fast jeden Einsatzbereich. Das Angebot umfasst elastische Beläge der Marke DLW (Linoleum, Vinyl, Luxury Vinyl) und textile Bodenbeläge (Nadelvlies).

FACTS

Project:

armstrong exhibition booth BAU 2013

Design:

Ippolito Fleitz Group > www.ifgroup.org

Client:

Armstrong DLW GmbH, Bietigheim-Bissingen > www.armstrong.de

Location:

BAU 2013, München

Time frame:

14.01.2012-19.01.2012