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Neue Welten

Water Cathedral

POSTED 2 February 2012
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Ende Januar, über 30 Grad Celsius, flirrende Hitze und trockene Luft – was sich im Winter der gemäßigten Breiten Mitteleuropas unwirklich und für viele wünschenswert anhört, ist in Santiago de Chile sommerlicher Alltag. Denn Chiles Hauptstadt ist geprägt von extremer Hitze und langer Trockenheit. Seit dem 8. Dezember 2011 gibt es in der Millionenmetropole am Fuße der Anden jedoch einen Ort der Erfrischung und Einkehr: Water Cathedral – die Wasserkathedrale.

Als Siegerprojekt des internationalen Abelegers des „Young Architects Program“, einem Wettbewerb des Museum of Modern Art (MoMA) New York, stammt das Gebäude vom deutsch-chilenischen Architekturbüro GUN (Godoy und Nettelbeck). Aufgabe des Wettbewerbs war es, einen Ort zu konzipieren, der dem Besucher einen Raum der Erholung bietet und eine Fluchtmöglichkeit vor den Belastungen der sommerlichen Großstadt darstellt. Wichtig dabei war neben der urbanen Verankerung auch der Bezug zum bereits vorhandenen Platz und natürlichen Materialien.

Deswegen ist die Wasserkathedrale mit ihrem urbanen Kirchenschiff ein Ort, der kulturell, aber auch für Freizeit und Spiel genutzt werden kann. Am Wochenende finden regelmäßig Musik- und Videoperformances statt. Bei aller räumlichen Weite und der ständigen Bewegung durch das Wasser ist die Water Cathedral von GUN trotzdem ein sehr zurückhaltendes Gebilde. Als Aufwertung des Stadtbildes soll sie ein Ort für die Kreativszene Santiago de Chiles sein und neue Impulse für deren Interaktion mit den Bürgern bieten. Damit spricht die Water Cathedral in Aussehen und Funktion einige der grundlegenden Bedürfnisse des Menschen in der Großstadt an.

GUN entwarf die Water Cathedral als lebenden Organismus mitten in der Metropole. Diesen Eindruck vermittelt die Kathedrale jedoch erst mit Betreten und Erleben des Innenraums. Überall tropft und fließt es aus den über tausend Prismen, die sowohl als Stalagtiten von der Decke hängen als auch Stalagmiten gleich aus dem Boden wachsen. Über ein in der Landwirtschaft gebräuchliches netzartiges Bewässerungssystem werden die senkrechten Komponenten mit Wasser gefüllt. Da die Prismen in ihrer Höhe und Dichte variieren, „regnet“ es ununterbrochen und in unregelmäßigen Abständen. Neben der erfrischenden Feuchtigkeit besteht der Reiz der Water Cathedral vor allem in ihrer optischen Gestaltung: die baldachinartige Konstruktion filtert nicht nur das Sonnenlicht durch die weiße Stalagtiten-Decke, sondern spendet auch Schatten. Durch die teilweise Lichtdurchlässigkeit der Wasserbehälter findet ein fließender Übergang zwischen sonnigen und schattigen Bereichen unter dem Dach der Kathedrale statt. Inmitten der Großstadt sorgt die stetige Bewässerung so außerdem für eine prächtig gedeihende Pflanzenwelt.

Die Water Cathedral ist jedoch nur eine temporäre Erscheinung. Im Sinne des Projekts und dem Rhythmus der Millionenstadt wird sie nach einem knappen Jahr Platz für ein neues Konzept im öffentlichen Raum machen.

FACTS

Project:

Water Cathedral

Design:

GUN Architects, London (UK) > gunarq.com

Location:

Cultural Center Matucana 100, Santiago de Chile (CI)

Pictures:

GUN Architects, London (UK) > gunarq.com