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Neue Welten

Infinite Rock

POSTED 22. Mai 2013
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Nicht nur Europa hat einiges zu bieten, wenn es um Biennalen geht, auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten findet seit 1993 jährlich die Sharjah Biennial statt. Eine Veranstaltung, die eine Brücke zwischen Künstlern, Institutionen und lokalen, regionalen sowie internationalen Organisationen schlagen möchte.

Einen Teil des Festivals bildete in diesem Jahr die räumliche Installation des Berliner Künstlers Thilo Frank: „Infinite Rock“. Ganz im Gegensatz zur urbanen, arabischen Struktur wirkte das dunkle Gebilde als starke, aufwühlende Zäsur im Innenhof des Bait al Serkal und nahm diesen drei Monate lang beinahe ganz für sich ein. Bei der Installation handelte es sich dabei um einen begehbaren, schwarzen, abstrahierten Felsen. Von außen ungleichmäßig und vielflächig, barg „Infinite Rock“ im Inneren einen perfekt euklidischen Kern, der durch eine dunkle, höhlenartige Lücke erschlossen werden konnte. Die Tür zum Inneren des Kunstwerkes gab den Blick auf einen Raum aus Spiegeln und Licht frei, der aber für das menschliche Auge schwer zu fassen war, da die Grenzen zwischen den Wänden, der Decke und dem Boden in unendlich vielen Reflektionen verschmolzen.
Im Zentrum des Raumes hing zudem eine Schaukel, die von nur jeweils einer Person genutzt werden durfte – während der Erfahrung im „Infinite Rock“ war der Besucher also auf sich allein gestellt, unberührt von jeglichen Einflüssen der Umwelt. Mit dem Akt des Schaukelns verhalf der Künstler dem Protagonisten im Inneren zu einer metaphysischen Erfahrung und versetzte ihn in einen Zustand der Desorientierung: Die räumliche Ordnung schien in einer zentrifugalen Bewegung zu verschwinden, der Körper immer wieder in und aus dem unendlichen Raum gesaugt. Damit zeigten sich dem Betrachter zwei verschiedene Sichtweisen auf:
Einerseits sorgte „Infinite Rock“ für einen regelrechten Ego-Schub, indem sich das eigene Abbild immer und immer wieder in der Unendlichkeit der Spiegel wiederholte. Andererseits wurde durch den gewandelten Sinn für Wahrnehmung und Realität die eigene Zerbrechlichkeit deutlich.

Weitere Werke von Thilo Frank sind seit dem 23. Mai im Künstlerhaus Bethanien in Berlin in der Ausstellung „Status 2“ sowie in der dazugehörigen Publikation zu sehen. „Status 2“ präsentiert Werke von über 50 Künstlern aus Berlin und ermöglicht damit einen Ausblick auf die künstlerischen Tendenzen in der Hauptstadt.

FACTS

Produkt:

Infinte Rock

Gestaltung:

Thilo Frank, Berlin (DE) > www.thilofrank.net

Standort:

Sharjah (TC)

Zeitrahmen:

13.03.2013-13.05.2013

Kontakt:

Fotos:

Thilo Frank, Berlin (DE) > www.thilofrank.net

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