INSZENIERUNGEN IM RAUM AUSSTELLUNGSGESTALTUNG MARKENWELTEN FILM- & BÜHNENARCHITEKTUR NEUE WELTEN
Submit a PLOT
PLOT
GO

Ausstellungsgestaltung

Marilyn Monroe. Die Unbekannte.Speyer

POSTED 12.06.2019
PICTURE
PICTURE 1
 
PICTURE 2
 
PICTURE 3
 
PICTURE 4
 
PICTURE 5
 
PICTURE 6
 
PICTURE 7
 
PICTURE 8
 
PICTURE 9

„Alles, worauf wir bestanden haben, war unser Recht zu funkeln.“
Marilyn Monroe strebte in den 1950er-Jahren nicht nur nach weltweitem Ruhm, sondern vor allem nach ernsthafter Anerkennung: Sie war nicht nur unerreichbarer Filmstar und Sexsymbol, sondern ebenso Geschäftsfrau, Gegnerin der Rassentrennung und anspruchsvolle Leserin – eine Seite, die nicht jedem bekannt ist. Dementsprechend zeigt das Historische Museum der Pfalz Speyer mit der Ausstellung „Marilyn Monroe. Die Unbekannte“ noch bis zum 12. Januar 2020 ausgewählte Einzelstücke ihres Privatnachlasses, um den „Mythos Marilyn Monroe“ umzuschreiben und nicht die zerbrechliche, naive Venus in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, sondern eine starke Frau, die den Mut besaß, anzuecken. Dabei handelt es sich bei den Exponaten um Bestandteile der exklusiven Sammlung von Ted Stampfer – deutscher Privatsammler, Leihgeber und Kurator, der sich seit seiner Kindheit mit dem Wesen der Schauspielerin, Sängerin und Stilikone befasst und seine unzähligen Kostbarkeiten aktuell der Öffentlichkeit zugänglich macht. So können Besucher nun in das bisher unbeleuchtete Privatleben dieser ungewöhnlichen Frau eintauchen, die selbst 57 Jahre nach ihrem Tod 1962 nichts von ihrer Faszination verloren hat: Angefangen von der Metamorphose der unbekannten Norma Jeane Baker zur Ikone Marilyn Monroe bis hin zu all den unterschiedlichen und einschneidenden, chronologisch aufeinander folgenden Lebensstationen, die wichtige Ereignisse und Einflüsse sowohl in ihrer persönlichen Entwicklung, als auch in ihrer Karriere darstellten.
Besondere Ausstellungsstücke wie Originale einiger Pressefotografien an Filmsets, Accessoires wie der Satin-Morgenmantel, den sie in „Blondinen bevorzugt“ trug, ihr Tagesplaner und Telefonbuch mit handgeschriebenen Notizen und Kontaktdaten prominenter Akteure sowie Schriftstücke der eigenen Filmproduktionsfirma sind hier zu entdecken. In einem eigens errichteten Kinosaal geben die Ausstellungsmacher anhand einiger Filmsequenzen Einblick in ihre Schauspielkunst, während Bilder der Lebensmittel ihres Kühlschranks digital sichtbar gemacht werden und dazu auffordern, sich Gedanken darüber zu machen, was Marilyn Monroe wohl für sich und ihre Gäste gerne gekocht hätte. Indem die private Seite von Marilyn Monroe zum Greifen nah herausgearbeitet und den Besuchern ein immersives Eintauchen in ihre facettenreiche Gefühlswelt erlaubt wird, wird der Weltstar auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vielschichtig dokumentiert sowie inszeniert.
Dabei kommen vor allem einige charismatische Grundzüge ihres Charakters zum Vorschein, die mit ihrem Streben nach Loyalität verbunden sind, genauso wie ihre Zielsetzung, sich als emanzipierte Leitfigur in der damaligen Gegenwart zu etablieren. Unterstützt werden diese persönlichen Eindrücke dank raumgreifender Installationen, mit denen anwesende Beteiligte zur Interaktion aufgerufen werden. So können jene etwa das letzte Fotoshooting mit Bert Stern, amerikanischer Werbe- und Modefotograf der frühen 1960er-Jahre, für die Modezeitschrift Vogue höchstpersönlich nachstellen und auf Instagram posten.
Film- und Tonaufnahmen ihres Begräbnisses komplettieren schließlich die Ausstellung und lassen die Marke Marilyn Monroe zu einem sehr runden und neu erfahrbaren Gesamterlebnis werden. Was dennoch bleibt, sind die anhaltenden Fragen zu den Umständen ihres rätselhaften Lebensendes im Alter von nur 36 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles. Zwar wird jener innerhalb der Schau durchaus angesprochen und die Umstände ihres Todes werden in einer filmischen Dokumentation und anhand von verschiedenen Exponaten aufgearbeitet, fehlende Antworten jedoch (verständlicherweise) nicht gegeben. Vielmehr wird auch hier der andauernde Einfluss der Stilikone Monroe deutlich, der sich auch heute noch in Kunst und Kultur sowie im aktuellen Zeitgeist widerspiegelt.

FACTS

Projekt:

Marilyn Monroe. Die Unbekannte.Speyer

Gestaltung:

Lars Börner/Historisches Museum der Pfalz Speyer, Speyer (DE) > www.museum.speyer.de

Standort:

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Domplatz 4, Speyer (DE)

Zeitrahmen:

16.12.2018–12.01.2020

Auftraggeber:

Historisches Museum der Pfalz Speyer, Speyer (DE) > www.museum.speyer.de

Fotos:

© Carolin Breckle/Historisches Museum der Pfalz Speyer, Speyer (DE) > www.museum.speyer.de
Sam Shaw/Shaw Family Archives/Getty Images International, Dublin (IR) > www.gettyimages.de
Mai/The LIFE Images Collection/Getty Images International, Dublin (IR) > www.gettyimages.de
Ed Feingersh/Getty Images International, Dublin (IR) > www.gettyimages.de