{"id":9099,"date":"2012-08-08T16:54:52","date_gmt":"2012-08-08T14:54:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=9099"},"modified":"2017-07-19T09:52:43","modified_gmt":"2017-07-19T07:52:43","slug":"expo-yeosu-korea-2012-totems-atelier-brueckner-facts-fiction","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2012\/08\/expo-yeosu-korea-2012-totems-atelier-brueckner-facts-fiction\/","title":{"rendered":"Expo 2012 | Lebendiger Ozean, lebendige K\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Motto \u201eDer lebende Ozean und die K\u00fcste \u2013 Ressourcenvielfalt und nachhaltige Aktivit\u00e4ten\u201c \u00f6ffnete die Expo in Yeosu, S\u00fcdkorea am 12. Mai 2012 ihre Tore. Yeosu liegt an der S\u00fcdk\u00fcste Koreas und noch vor wenigen Jahren war die Stadt mit ihren heute 320.000 Einwohnern ein abgelegenes Fischernest mit entsprechender Verarbeitungsindustrie. Nun ist die moderne Metropole per Hochgeschwindigkeitszug mit Seoul verbunden. Die Weltausstellung der \u201e2.Kategorie\u201c oder auch \u201ekleine Expo\u201c genannt, setzt sich mit der nachhaltigen Nutzung der Ozeane sowie dem Meeres- und K\u00fcstenschutz auseinander. Herzst\u00fcck der Expo ist das \u201eBig O\u201c (Foto 28), eine ovale Konstruktion, die aus einem k\u00fcnstlich geschaffenen Meeresbecken ragt und Schauplatz f\u00fcr eine Multimedia- und F\u00f6ntanenshow ist und als schwimmende B\u00fchne f\u00fcr verschiedene Konzerte und Auff\u00fchrungen dient. Sehr beliebt ist auch das begehbare Expo-Aquarium (Foto 27) mit 6.000 Tonnen Wasser, das mehr als 34.000 Meeresbewohner beherbergt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein kleiner Rundgang<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 100 Nationen, internationale Organisationen und Firmen pr\u00e4sentieren sich und ihre Ideen zu gr\u00fcnen Technologien und Umweltschutz auf 174 Hektar Gesamtfl\u00e4che mit individuellen und gemeinschaftlichen Themenpavillons.<br \/>\n\u201eAufgrund der eher geringen Gr\u00f6\u00dfen der meisten Pavillons ist es jedoch schwierig jeweils eine Message auszumachen. Deutschland dagegen hat sich gut pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen\u201c, urteilt Miin-Yi Shen, Mitarbeiterin des B\u00fcros <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/tag\/triad-urheber\/\">Triad<\/a>, Besucherin der Expo und eine unserer engagierten PLOT-Korrespondentin in Asien \u00fcber die Qualit\u00e4t der L\u00e4nderausstellung. F\u00fcr die inhaltliche Gestaltung des<strong> Deutschen Pavillon<\/strong> (Fotos 1-6) zeichnen<strong><a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/tag\/factsfiction\/\"> facts and fiction<\/a><\/strong> aus K\u00f6ln gemeinsam mit den D\u00fcsseldorfer Architekten GTP \u2013 G\u00fcttel Taranto Partner \u2013 verantwortlich. Es galt f\u00fcr die deutsche L\u00e4nderpr\u00e4sentation, die Themen den Besuchern spannend und anschaulich zu vermitteln, so dass diese einen \u00dcberblick \u00fcber die Beitr\u00e4ge deutscher Wissenschaft und Forschung bei der Exploration und dem Erhalt der K\u00fcsten und Ozeane gewinnen k\u00f6nnen. Leitlinie des Deutschen Pavillons bildet eine eine Entdeckungsreise von der deutschen K\u00fcste bis hinab in die Tiefsee. Das Gesamtkonzept mit dem Titel \u201eSEAVOLUTION\u201c \u2013 zusammengesetzt aus \u201esea\u201c und \u201eevolution\u201c \u2013 erschafft eine Synthese aus den Ingenieurs-Tugenden, f\u00fcr die Deutschland bekannt ist. In jedem der drei Themenr\u00e4ume empf\u00e4ngt den Besucher eine eigene Atmosph\u00e4re. So beginnt etwa die Reise im ersten Ausstellungsraum \u201eK\u00fcsten\u201c, bei der ein Strandspaziergang angeboten wird. Strandk\u00f6rbe dienen hier nicht allein als stilechte Objekte, sondern beherbergen auch Hands-On-Exponate. Nachdem die Besucher die weiteren Themenr\u00e4ume \u201eLebensraum\u201c und \u201eSchatzkammer\u201c durchschritten haben, endet ihre Reise in der Mainshow mit einer virtuellen Tauchexpedition. Hier setzt eine viermin\u00fctige fotorealistische Computeranimation in 6-facher HD-Aufl\u00f6sung selbst im High-Tech verw\u00f6hnten Korea neue Ma\u00dfst\u00e4be. Bei der animierten Reise erh\u00e4lt der Besucher dank einer technisch aufw\u00e4ndigen und spektakul\u00e4ren Rundum-Projektion das Gef\u00fchl, in einer Glaskugel zu sitzen und in die Tiefen der Weltmeere zu sinken.<\/p>\n<p>Das in Stuttgart, Amsterdam, D\u00fcsseldorf und Shanghai ans\u00e4ssige B\u00fcro <strong>Totems<\/strong> konnte seine Kompetenzen in der Ausstellungsgestaltung sogar in drei Pavillons beweisen: Algerien, die Niederlande und Belgien. Der <strong>Algerische Pavillon<\/strong> (Fotos 7-10) ist gestalterisch inspiriert vom \u201eCentre des Arts et de la Culture du Palais des Rais\u201c, einer Villa im Hafen Algiers. Vom traditionellen Mittelpunkt \u2013 dem mittig angelegten Platz \u2013 k\u00f6nnen die verschiedenen R\u00e4ume, in denen Wirtschaft, Tradition und Geschichte des Landes pr\u00e4sentiert werden, besichtigt werden. Die Besucher erwartet eine filmische und physische Reise zur K\u00fcste im Norden des Landes und zum riesigen Sandmeer der Sahara im S\u00fcden.<br \/>\nIm Gegensatz zur landestypisch inspirierten Architektur im Algerischen Pavillon zeigt sich der <strong>Niederl\u00e4ndische Pavillon<\/strong> als eine abstrakte Landschaft (Fotos 11-15). Mithilfe des Seefahrers Hendrick Hamel macht der Besucher Bekanntschaft mit dem holl\u00e4ndischen Delta und entdeckt dieses einzigartige Wasserland aus der Vogelperspektive \u2013 dargestellt mit Hilfe von Flugzeug- und Satellitenaufnahmen. Gemeinsam mit Gielissen Interiors &amp; Exhibitions gestalteten Totems eine dreidimensionale Karte der Niederlande, die das zentrale Gestaltungselement des Pavillons darstellt und durch eine Ausstellung \u00fcber das so genannte Goldene Zeitalter erg\u00e4nzt wird.<br \/>\nDer <strong>Belgische Pavillon<\/strong> (Fotos 16-19), als gemeinsames Projekt von Totems, Gielissen Interiors &amp; Exhibitions und NoA Architecten, hingegen zeigt sich als Jahrmarkt \u2013 so wie er auch an der Belgischen K\u00fcste zu finden ist. Ein gro\u00dfes Karussell erz\u00e4hlt \u00fcber Belgiens Geschichte, \u00fcber Athleten, Modedesigner und Pralinen. Die Diamanten im Pavillon zeigen, wie die Belgier zu ihrem Status auf dem Gebiet des Diamantschleifens gelangten.<\/p>\n<p>Als Sinnbild der Energie verdeutlicht der Firmenpavillon <strong>GS Caltex<\/strong> (Fotos 20-24) Aufgaben und Visionen des im Jahr 1967 gegr\u00fcndeten, koreanischen \u00d6lkonzerns, der mehr als ein Drittel des koreanischen \u00d6lbedarfs bedient. Neben der \u00d6lproduktion forscht die Firma verst\u00e4rkt auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien und macht mit ihrem Slogan \u201eI am Your Energy\u201c auf die soziale Verantwortung des Konzerns aufmerksam. Gestaltet vom Stuttgarter <strong><a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/tag\/atelier-brueckner\/\">Atelier Br\u00fcckner<\/a><\/strong>, bietet der Pavillon R\u00e4ume, die dem Thema Energie im Einklang mit der Natur dreidimensionalen Ausdruck verleihen. Das bebaubare Volumen wird durch ein Feld aus 400 Stangen \u2013 den so genannten Blades \u2013 definiert, die sich im Wind bewegen und damit die niemals endende Bewegung der Natur symbolisieren. Das verspiegelte, sternf\u00f6rmige und skulptural anmutende Hauptgeb\u00e4ude in Mitten des Felds nimmt sich dahingegen optisch zur\u00fcck. Jede Ma\u00dfst\u00e4blichkeit wird vermieden, die Besucher bewegen sich individuell durch das Feld und die reflektierende Fassade erweitert den Au\u00dfenbereich durch die Multiplikation der aus Vinylester, einem sehr verformungsbest\u00e4ndigen, transluzenten und glasverst\u00e4rkten Kunststoff, bestehenden Blades. Bei Nacht beginnen die Stangen zu leuchten und der wellenf\u00f6rmige Lichtimpuls veranschaulicht eine energetische Verbindung des Menschen mit dem Pavillon.<br \/>\nH\u00f6hepunkt der Ausstellung bildet auch hier eine Mainshow mit einer 360\u00b0-Bespielung des kreisf\u00f6rmigen Hauptraumes. Poetische Bilder in zum Gro\u00dfteil reduzierter schwarz-wei\u00df \u00c4sthetik vermitteln hier die Verantwortungsbereitschaft des Unternehmens hinsichtlich nachhaltiger Energiekonzepte und f\u00fcr ein Leben im Einklang mit der Natur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abseits des Expo-Gel\u00e4ndes<\/strong><\/p>\n<p>An mehreren Orten in Korea hat man sich dem Expo-Thema \u00d6kologie und die Ozeane gewidmet und l\u00e4dt auf diesem Weg auch ein, das Land weiter zu erkunden. In Gwangju etwa, knapp 120 Kilometer von Yeosu entfernt, widmet sich eine Ausstellung im Four-Rivers-Pavillon, dem gleichnamigen Projekt der \u00d6kosanierung der vier gro\u00dfen Fl\u00fcsse Koreas (Fotos 25, 26). Das Berliner B\u00fcro <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/tag\/artcom\/\"><strong>ART+COM<\/strong><\/a> gestaltete hierf\u00fcr die Kunstinstallation \u201eRiver is\u2026\u201c, die auf dem Prinzip der Kaustik \u2013 der Lichtbrechung auf Wasseroberfl\u00e4chen \u2013 basiert. Eine hochkomplexe, verchromte Facettenoberfl\u00e4che stellt eine abstrahierte Momentaufnahme des Yeong San Flusses dar, an dessen Ufer der Pavillon steht. Die 23 Quadratmeter gro\u00dfe Wellenskulptur ist komputativ gestaltet und dreidimensional gefr\u00e4st. In die Oberfl\u00e4chenstruktur sind koreanische Schriftzeichen einkodiert, die erst mit Hilfe von Licht als Reflektion an der Wand lesbar werden. \u00dcber dem Wellenspiegel h\u00e4ngen zwei pendelnde Leuchten, deren Lichtstrahlen an die angrenzende Wand reflektiert werden, wo sie die Worte \u201eRiver is\u2026\u201c formen. Um den Satz zu vervollst\u00e4ndigen, kann der Betrachter mit einer Taschenlampe weitere, in den Wellen kodierte Worte an der Wand lesbar machen. So gibt der Fluss seine Bedeutungen mittels Reflektion preis, und die poetische Interaktion mit dem Thema wird zum kontemplativen Moment in der Ausstellung.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt herrschte in Korea eine heitere Stimmung\u201c, so Michel Casertano vom Atelier Br\u00fcckner. \u201eZudem war ein auff\u00e4lliger Trend die viele Technik in den Pavillons. Touchpads oder interaktive Installationen waren h\u00e4ufig vetrteten \u2013 allerdings nicht unbedingt in die Inszenierung eingebunden, sondern meist als technisches Element sichtbar. Hinzu kommen eine Vielzahl von Mainshows mit 360\u00b0-Projektionen.\u201c<\/p>\n<p>Teil 2 unserer Expo-2012-Reportage gibt es <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2012\/08\/expo-2012-yeosu-teil2-facts-fiction-steiner-sarnen\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>PS: Erinnern Sie sich noch an die letzte \u201egro\u00dfe\u201c Expo? Wenn Sie noch einmal nachlesen wollen, was die Expo 2010 in Shanghai zu bieten hatte, empfehlen wir Ihnen unsere Printausgabe <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2010\/09\/plot6-vanity-fair\/\">PLOT#6<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Motto \u201eDer lebende Ozean und die K\u00fcste \u2013 Ressourcenvielfalt und nachhaltige Aktivit\u00e4ten\u201c \u00f6ffnete die Expo in Yeosu, S\u00fcdkorea am 12. 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