{"id":6646,"date":"2012-02-03T16:03:15","date_gmt":"2012-02-03T14:03:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=6646"},"modified":"2016-09-18T01:00:23","modified_gmt":"2016-09-17T23:00:23","slug":"ausstellung-death-matters-tropenmuseum-kossmann-dejong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2012\/02\/ausstellung-death-matters-tropenmuseum-kossmann-dejong\/","title":{"rendered":"Death Matters"},"content":{"rendered":"<p>Jeder muss sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit ihm befassen. Denn er ist ein unumg\u00e4nglicher Bestandteil des Lebens und trotzdem wird er, solange er sich aus dem direkten Umfeld heraush\u00e4lt, stets als Tabuthema abgetan: der Tod. Auf der Welt sterben t\u00e4glich etwa 155.000 Menschen. Wie damit umgegangen wird, ist je nach Region oder Kulturkreis sehr unterschiedlich. Und genau diese Unterschiede sind das Thema der Ausstellung \u201eDeath Matters\u201c im Amsterdamer Tropenmuseum. Die Agentur Kossmann.dejong hat sich zusammen mit einem der gr\u00f6\u00dften Museen in der niederl\u00e4ndischen Hauptstadt auf die Suche nach den vielf\u00e4ltigen Br\u00e4uchen rund um Tod und Beerdigung gemacht und verraten damit viel \u00fcber die Art und Weise, wie Menschen dem Sterben und der Verg\u00e4nglichkeit gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Gerade weil der Tod aus dem Alltag ausgeklammert wird oder weil der ein oder andere Besucher noch nicht derartig damit konfrontiert wurde, sorgt die niederl\u00e4ndische Agentur gleich zu Beginn f\u00fcr eine thematische Einstimmung: Im Eingangsbereich der Ausstellung werden Situationen pr\u00e4sentiert, die Angeh\u00f6rige durchleben, wenn ein ihnen naher Mensch stirbt: Abschied, Trauer, Gedenken bis hin zu Kontaktaufnahme mit dem Toten. Doch auch mit einer derartig offensiven Begr\u00fc\u00dfung bleibt der Tod im Tropenmuseum ein privates und pers\u00f6nliches Thema. Untergebracht ist die Sammlung deshalb in der etwas abseits gelegenen Lichthalle. Trotz des Namens kommt Licht in der weitr\u00e4umigen Ausstellungsfl\u00e4che nur sehr pointiert beziehungsweise ged\u00e4mpft zum Einsatz und sorgt so f\u00fcr eine angenehm ruhige Atmosph\u00e4re. Verst\u00e4rkt wird diese Wirkung zudem durch die 15 Meter hohen Seitenw\u00e4nde aus Stoff, die durch ihre Optik ebenfalls zum weichen Gesamteindruck beitragen und zum Teil als Projektionsfl\u00e4che dienen. Die Verwendung von Baumwolle wird hierbei als zus\u00e4tzlicher Ankn\u00fcpfungspunkt zum gro\u00dfen Thema Verg\u00e4nglichkeit genutzt, da sie wie jeder organische Stoff fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zerf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Mit der Sterblichkeit in verschiedenster Form vor, neben und \u00fcber sich, kann man sich schnell einsam vorkommen. Die \u00e4u\u00dferen flur\u00e4hnlichen Passagen wurden daher als Zone der Reflexion und des Austauschs von Gedanken und Erfahrungen konzipiert. Es ist ausdr\u00fccklich gewollt, dass sich die Besucher hier miteinander austauschen. In diesem Ausstellungsbereich finden sich auch zahlreiche zeitgen\u00f6ssische Kunstwerke zum Thema Tod sowie Artefakte, die verschiedene kulturelle Herangehensweisen an den Tod darstellen. Daneben gibt es viele kleinere R\u00e4ume, die ihrerseits wieder mit Stoffbahnen abgetrennt sind und bestimmte Themen n\u00e4her und ausf\u00fchrlicher behandeln.<\/p>\n<p>\u201eDeath Matters\u201c f\u00fchrt durch so monumental gestaltete R\u00e4ume, die durchweg multimedial ausger\u00fcstet sind: \u00dcber Fotografien, Filme, Audioelemente und Ausstellungsst\u00fccke ist es m\u00f6glich, sich in die Erfahrungen und Gef\u00fchle anderer hineinzudenken und diese nachzuempfinden. Im besten Fall findet beim Besucher mittels dieser Identifikationsfl\u00e4chen sogar ein Denkprozess \u00fcber den eigenen sowie den gesamtgesellschaftlichen Umgang mit dem Tod statt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder muss sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit ihm befassen. 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