{"id":6603,"date":"2012-02-02T14:56:55","date_gmt":"2012-02-02T12:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=6603"},"modified":"2017-01-11T09:40:04","modified_gmt":"2017-01-11T08:40:04","slug":"water-cathedral-gun-architects-neue-welten-santiago-de-chile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2012\/02\/water-cathedral-gun-architects-neue-welten-santiago-de-chile\/","title":{"rendered":"Water Cathedral"},"content":{"rendered":"<p>Ende Januar, \u00fcber 30 Grad Celsius, flirrende Hitze und trockene Luft \u2013 was sich im Winter der gem\u00e4\u00dfigten Breiten Mitteleuropas unwirklich und f\u00fcr viele w\u00fcnschenswert anh\u00f6rt, ist in Santiago de Chile sommerlicher Alltag. Denn Chiles Hauptstadt ist gepr\u00e4gt von extremer Hitze und langer Trockenheit. Seit dem 8. Dezember 2011 gibt es in der Millionenmetropole am Fu\u00dfe der Anden jedoch einen Ort der Erfrischung und Einkehr: Water Cathedral \u2013 die Wasserkathedrale.<\/p>\n<p>Als Siegerprojekt des internationalen Abelegers des \u201eYoung Architects Program\u201c, einem Wettbewerb des Museum of Modern Art (MoMA) New York, stammt das Geb\u00e4ude vom deutsch-chilenischen Architekturb\u00fcro GUN (Godoy und Nettelbeck). Aufgabe des Wettbewerbs war es, einen Ort zu konzipieren, der dem Besucher einen Raum der Erholung bietet und eine Fluchtm\u00f6glichkeit vor den Belastungen der sommerlichen Gro\u00dfstadt darstellt. Wichtig dabei war neben der urbanen Verankerung auch der Bezug zum bereits vorhandenen Platz und nat\u00fcrlichen Materialien.<\/p>\n<p>Deswegen ist die Wasserkathedrale mit ihrem urbanen Kirchenschiff ein Ort, der kulturell, aber auch f\u00fcr Freizeit und Spiel genutzt werden kann. Am Wochenende finden regelm\u00e4\u00dfig Musik- und Videoperformances statt. Bei aller r\u00e4umlichen Weite und der st\u00e4ndigen Bewegung durch das Wasser ist die Water Cathedral von GUN trotzdem ein sehr zur\u00fcckhaltendes Gebilde. Als Aufwertung des Stadtbildes soll sie ein Ort f\u00fcr die Kreativszene Santiago de Chiles sein und neue Impulse f\u00fcr deren Interaktion mit den B\u00fcrgern bieten. Damit spricht die Water Cathedral in Aussehen und Funktion einige der grundlegenden Bed\u00fcrfnisse des Menschen in der Gro\u00dfstadt an.<\/p>\n<p>GUN entwarf die Water Cathedral als lebenden Organismus mitten in der Metropole. Diesen Eindruck vermittelt die Kathedrale jedoch erst mit Betreten und Erleben des Innenraums. \u00dcberall tropft und flie\u00dft es aus den \u00fcber tausend Prismen, die sowohl als Stalagtiten von der Decke h\u00e4ngen als auch Stalagmiten gleich aus dem Boden wachsen. \u00dcber ein in der Landwirtschaft gebr\u00e4uchliches netzartiges Bew\u00e4sserungssystem werden die senkrechten Komponenten mit Wasser gef\u00fcllt. Da die Prismen in ihrer H\u00f6he und Dichte variieren, \u201eregnet\u201c es ununterbrochen und in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Neben der erfrischenden Feuchtigkeit besteht der Reiz der Water Cathedral vor allem in ihrer optischen Gestaltung: die baldachinartige Konstruktion filtert nicht nur das Sonnenlicht durch die wei\u00dfe Stalagtiten-Decke, sondern spendet auch Schatten. Durch die teilweise Lichtdurchl\u00e4ssigkeit der Wasserbeh\u00e4lter findet ein flie\u00dfender \u00dcbergang zwischen sonnigen und schattigen Bereichen unter dem Dach der Kathedrale statt. Inmitten der Gro\u00dfstadt sorgt die stetige Bew\u00e4sserung so au\u00dferdem f\u00fcr eine pr\u00e4chtig gedeihende Pflanzenwelt.<\/p>\n<p>Die Water Cathedral ist jedoch nur eine tempor\u00e4re Erscheinung. Im Sinne des Projekts und dem Rhythmus der Millionenstadt wird sie nach einem knappen Jahr Platz f\u00fcr ein neues Konzept im \u00f6ffentlichen Raum machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Januar, \u00fcber 30 Grad Celsius, flirrende Hitze und trockene Luft \u2013 was sich im Winter der gem\u00e4\u00dfigten Breiten Mitteleuropas unwirklich und f\u00fcr viele [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[561,562],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6603"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6603"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6603\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26905,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6603\/revisions\/26905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}