{"id":6343,"date":"2012-01-16T12:15:17","date_gmt":"2012-01-16T10:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=6343"},"modified":"2016-09-18T00:59:23","modified_gmt":"2016-09-17T22:59:23","slug":"ausstellung-sielmanns-naturlandschaft-gross-schauen-sw-architecture","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2012\/01\/ausstellung-sielmanns-naturlandschaft-gross-schauen-sw-architecture\/","title":{"rendered":"Sielmanns Naturlandschaft Gro\u00df Schauener Seen"},"content":{"rendered":"<p>Die 1994 gegr\u00fcndete Heinz Sielmann Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, letzte R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und Menschen durch pers\u00f6nliche Erlebnisse der Natur n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n<p>Eine solche R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit ist auch die Naturlandschaft Gro\u00df Schauener Seen. 60 Kilometer s\u00fcdlich von Berlin gelegen, bietet die Seenkette einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. So auch zwei Tierarten, die ein trauriges Schicksal teilen: Fischadler und Fischotter. Sie wurden \u00fcber Jahrzehnte gejagt und sind in ihrem Bestand teilweise immer noch stark geschw\u00e4cht. Nachdem die Heinz Sielmann Stiftung im Raum Gro\u00df Schauen ein \u00fcber 1.000 Hektar gro\u00dfes Areal gekauft hat, um unter anderem solchen Lebewesen eine sichere Heimat zu geben, sind Adler und Otter nun auch noch zu Hauptakteuren in der zur Naturlandschaft geh\u00f6renden Ausstellung erkoren worden: Als Fischadler Artur und Fischotterdame Ottilie begr\u00fc\u00dfen sie den Besucher in Gro\u00df Schauen, einem Stadtteil von Storkow im Landeskreis Oder-Spree. Dem Leitsatz der Heinz Sielmann Stiftung folgend \u2013 \u201eNur wer die Natur kennt wird sie auch sch\u00fctzen\u201c \u2013 hat die Agentur SW ARCHITECTURE unter der Leitung von Viktoria Wille dort auf dem Gel\u00e4nde der Fischerei K\u00f6llnitz eine Ausstellung konzipiert, die gleicherma\u00dfen auf Informationen und Erlebnisse setzt.<\/p>\n<p>Um das angrenzende Gew\u00e4sser umfassend darzustellen, sind vier Themenbereiche geschaffen worden: Wasser, Luft sowie die Uferzonen R\u00f6hricht und Erlenbruch. Farblich sind die R\u00e4ume dabei nach dem Logo der Heinz Sielmann Stiftung in den Farben Gr\u00fcn, Blau und Orange gestaltet.<\/p>\n<p>In den Wasser-Raum wird der Besucher durch verschiedene Sinneseindr\u00fccke gef\u00fchrt: leicht gluckernde Ger\u00e4usche komplettieren den Eindruck, sich unter einer imagin\u00e4ren Wasseroberfl\u00e4che zu befinden, der durch Strahler, deren Licht sich nach unten hin verliert, erzeugt wird. Die Raumgrenzen dieses Bereichs scheinen durch die vor den W\u00e4nden angebrachten Glasscheiben fast zu verschwimmen. Die Scheiben sind mit Informationen \u00fcber verschiedene Wasserbewohner best\u00fcckt und auf Knopfdruck wird das entsprechende Tier beleuchtet. Als zentrales Raumelement befinden sich im Themenraum Wasser zwei Aquarien mit Fischen, die im angrenzenden See vorkommen.<\/p>\n<p>Vom Wasser geht es im n\u00e4chsten Raum hinein in die Uferzone. Klassische museale Elemente wie Schubk\u00e4sten werden neben filmischen Beitr\u00e4gen und unter Verarbeitung nat\u00fcrlicher Materialien wie R\u00f6hricht und Erlenbruch in Szene gesetzt. Die Pflanzen kommen ebenfalls beide an den R\u00e4ndern der Gro\u00df Schauener Seen vor und bilden einen interessanten Kontrast zu den wei\u00dfen Tischen, durch die sie hindurch zu sto\u00dfen scheinen. Zusammen mit der Wandgrafik ergibt sich so eine stimmige Rauminszenierung in drei Dimensionen.<\/p>\n<p>Der vierte und letzte Themenraum f\u00fchrt in den Lebensraum Luft und ist durch teilweise indirekte Beleuchtung und Wei\u00df als vorherrschende Farbe sehr hell gestaltet. Linien und Umrandungen in Orange greifen abermals eine der Farben des Stiftungs-Logos auf. Inhaltlich steht hier der Fischadler im Vordergrund. Neben Klappvitrinen und der Nachbildung eines Adlerhorsts existiert ein Bildschirm, der den Besucher \u00fcber eine Webcam in unmittelbarer N\u00e4he des Horsts von April bis September am Leben der Greifv\u00f6gel und ihren Jungen teilhaben l\u00e4sst. In der Raummitte bricht man durch stilisierte Wolken aus Gaze, um dahinter mit Blick auf das am Boden angebrachte Luftbild der Seenkette die Adlerperspektive nachzuvollziehen. Als Gegenentwurf wartet der Raum noch mit einer Lupeninstallation auf, die die kleinsten \u201eBewohner\u201c der Luft \u2013 Insekten, Pollen und Samen \u2013 ganz gro\u00df werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u00dcber unterschiedlichste Medien ist es SW ARCHITECTURE und der Heinz Sielmann Stiftung gelungen, am Ufer der Gro\u00df Schauener Seen, eine \u00fcberaus atmosph\u00e4rische und abwechslungsreiche Ausstellung zu realisieren. Audiovisuelle Elemente werden erg\u00e4nzt durch zahlreiche M\u00f6glichkeiten der Interaktion, wie zum Beispiel die M\u00f6glichkeit, das Greifen des Fischadlers oder den Tastsinn des Fischotters nachzuempfinden. Bemerkenswert an der effektvollen Aufbereitung ist nicht zuletzt der \u00e4u\u00dferst begrenzte Raum, der den Machern der Ausstellung zur Verf\u00fcgung stand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 1994 gegr\u00fcndete Heinz Sielmann Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, letzte R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und Menschen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[552,551],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6343"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6343"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28251,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6343\/revisions\/28251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}