{"id":6133,"date":"2011-12-20T11:26:30","date_gmt":"2011-12-20T09:26:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=6133"},"modified":"2018-04-23T10:14:53","modified_gmt":"2018-04-23T08:14:53","slug":"icd-itke-forschungspavillon2011-universitaet-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2011\/12\/icd-itke-forschungspavillon2011-universitaet-stuttgart\/","title":{"rendered":"ICD\/ITKE FORSCHUNGSPAVILLON 2011"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bei einer erneuten Zusammenarbeit zwischen dem Institut f\u00fcr Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und dem Institut f\u00fcr Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universit\u00e4t Stuttgart haben Wissenschaftler und Studierende im Reich der Bionik geforscht, um die Konstruktion und Architektur weiterzuentwickeln.<\/strong> <strong>Entstanden ist hierbei ein Forschungspavillon aus mehr als 850 Einzelteilen<\/strong><\/p>\n<p><em>von Lion Oeding<\/em><\/p>\n<p>So erfinderisch und einfallsreich der Mensch auch sein mag, ist es manchmal schlichtweg praktischer und naheliegender, einen Blick in die Natur zu werfen. Um sich wissenschaftlich mit biologischen Strukturen auseinanderzusetzen, einen nat\u00fcrlichen Prozess oder einen Aufbau zu entschl\u00fcsseln und diesen mit technischer Hilfe umzusetzen, existiert die Bionik.<\/p>\n<p>Im vergangenen Sommersemester haben sich das Institut f\u00fcr Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und das Institut f\u00fcr Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universit\u00e4t Stuttgart zum zweiten Mal f\u00fcr die Realisierung eines Forschungsprojekts zusammengetan. Die Projektmitarbeiter machten sich im Vorfeld auf die Suche nach einem nat\u00fcrlichen Aufbau, der einen besonders leistungs- und anpassungsf\u00e4higen Charakter aufweist: geringes Gewicht bei gleichzeitiger Tragf\u00e4higkeit und Flexibilit\u00e4t. Gefunden haben sie ihn bei einem Bewohner flacher Meeres-Sandk\u00fcsten: dem Sanddollar. Zur Familie der Seeigel geh\u00f6rend, liefert er den Prototyp, an dessen Skelettaufbau der entstandene Versuchspavillon angelehnt ist.<\/p>\n<p>Ziel der Zusammenarbeit von Studierenden und Wissenschaftlern war es, biologische Strukturbildungsprinzipien in einen architektonischen Entwurf einzubeziehen, um dann deren Leistungsf\u00e4higkeit in einem r\u00e4umlichen Materialsystem zu \u00fcberpr\u00fcfen. Zudem stellt die Realisierung eines solchen Forschungspavillons eine j\u00e4hrliche Demonstration der neuesten Entwicklungen im Bereich der computerbasierten Entwurfs- und Produktionsprozesse dar.<\/p>\n<p>Aufgrund der Struktur und der Verzahnung der Platten des Sanddollar-Skeletts ergibt sich eine \u00e4u\u00dfert beanspruchbare Struktur, die sich \u00e4hnlich aus Holz nachbilden l\u00e4sst. Hierf\u00fcr wurden vieleckige Plattensegmente entworfen, die jeweils mit zwei anderen an einem Punkt zusammenlaufen. Hergestellt aus Birkensperrholz besitzen sie durchg\u00e4ngig eine Plattendicke von 6,5 Millimetern. Um die Holzsegmente miteinander zu verbinden und die in Wirklichkeit mikroskopisch kleinen Kalzit-Projektionen des Seeigels nachzubilden, griff man auf Fingerzinken zur\u00fcck, eine g\u00e4ngige Technik in der Holzbearbeitung.<\/p>\n<p>Erstellt wurden die \u00fcber 850 Einzelteile mit mehr als 100.000 Zinken in der robotischen Fertigungsanlage der Universit\u00e4t Stuttgart. Nachdem die Zellen geleimt, grundiert und lasiert wurden, diente von August bis Dezember eine Freifl\u00e4che hinter den Universit\u00e4tsgeb\u00e4uden KI und KII auf dem Campus Stadtmitte als Projektstandort. Offen zug\u00e4nglich bot der 72 Quadratmeter gro\u00dfe Pavillon im Innern zwei Untersuchungs- und Erfahrungsr\u00e4ume: Im gr\u00f6\u00dferen Bereich mit seiner \u00d6ffnung zum Universit\u00e4tspark hin wurde die Segmentbauweise \u00fcber Auslassungen in der Innenschale erfahrbar gemacht. Im kleineren der beiden R\u00e4ume ist das Bauwerk absichtlich nicht abgeschlossen und gab so die Struktur der inneren H\u00fcllenebenen frei.<\/p>\n<p>Inzwischen wurde der Forschungspavillon wieder abgebaut und hat seinen neuen Platz auf dem Gel\u00e4nde der Firma Ochs, neben KUKA Roboter einem der Hauptsponsoren des Projekts, erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer erneuten Zusammenarbeit zwischen dem Institut f\u00fcr Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und dem Institut f\u00fcr Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universit\u00e4t Stuttgart haben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[38,540],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6133"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6133"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26908,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6133\/revisions\/26908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}