{"id":46150,"date":"2020-07-15T08:28:39","date_gmt":"2020-07-15T06:28:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=46150"},"modified":"2020-08-26T14:30:17","modified_gmt":"2020-08-26T12:30:17","slug":"space4ueber-20-jahre-space4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2020\/07\/space4ueber-20-jahre-space4\/","title":{"rendered":"SPACE4 \u00dcBER 20 JAHRE SPACE4"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eIn unserer Vorstellung m\u00fcssen Museen und besonders das Medium Ausstellung f\u00fcr sich eine neue gesellschaftliche Relevanz und die damit verbundenen Themen erschlie\u00dfen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seit 2000 gestaltet SPACE4 nun schon Ausstellungen, Museen sowie Markenr\u00e4ume, erarbeitet Museumsstudien, entwickelt individuelle Konzepte mit sensiblem Umgang und inszeniert mit viel Herzblut Geschichten und Erlebnisse im Raum. Die Stuttgarter Kreativschaffenden sagen selbst: \u201eWir gestalten Erinnerung und Zukunft.\u201c Aus der Reihe der gro\u00dfen Szenografen ist SPACE4 schon lange nicht mehr wegzudenken und wir haben das 20-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um zum Anlass genommen, den vier Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern J\u00fcrgen Hess, Oliver Mack, Henning Meyer und Alexander Minx 20 grunds\u00e4tzliche Fragen zu stellen. Das Ergebnis: eine r\u00fcckblickende Prospektive.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Fragen stellte Janina Poesch.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.\u00a0 \u00a0 \u00a0SPACE4, herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Im August 2020 k\u00f6nnt Ihr Euer 20-j\u00e4hriges Bestehen feiern. Wie w\u00fcrdet Ihr Eure letzten 20 Jahre in einem Satz zusammenfassen?<\/strong><\/p>\n<p>Wie die Zeit doch verfliegt &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie kam es zu der Gr\u00fcndung von SPACE4?<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang stand ein kleines Projekt in Ravensburg von Oli und Alex. Diese erfolgreiche Ausstellung bildete die Grundlage f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Korkut Demirag und Henning \u2013 und die Grundlage f\u00fcr ein gro\u00dfes Projekt mit einer Vision: das Humpis-Quartier! Voil\u00e0: SPACE4 war geboren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie viele Projekte habt Ihr in den letzten 20 Jahren realisieren d\u00fcrfen?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 200 \u2013 die genaue Zahl wird noch diskutiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was macht Euren Gestaltungsprozess aus und wie werden Eure Projekte damit einzigartig?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen uns als ganzheitlich denkender Vermittler zwischen Kurator*innen bzw. Bauherr*innen und Besucher*innen. Dabei setzen wir auf Interdisziplinarit\u00e4t, ein Miteinander auf Augenh\u00f6he und individuelle L\u00f6sungen, die beide Seiten ernst nehmen und ein Thema eing\u00e4ngig und unaufdringlich vermitteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5.\u00a0 \u00a0 \u00a0In welches Projekt habt Ihr das meiste Herzblut gesteckt und warum?<\/strong><\/p>\n<p>Wir stecken grunds\u00e4tzlich in jedes Projekt Herzblut, denn ohne pers\u00f6nliches Engagement h\u00e4tten wir keines unserer Projekte erfolgreich umsetzen k\u00f6nnen. In den 20 Jahren haben wir in jedem Fall schon einige Projekte gehabt, an die wir unser Herz verloren haben oder bei denen unser Herz auch mal geblutet hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was war vor 20 Jahren anders als heute? Wie hat sich die Szenografie in den letzten 20 Jahren entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Szene war deutschlandweit noch sehr \u00fcberschaubar. Selbst den Museen mussten wir teilweise noch erkl\u00e4ren, was gute Ausstellungsgestaltung wirklich leisten kann. Au\u00dferdem hat sich unsere Arbeitsweise ver\u00e4ndert: Damals standen wir beim Ausstellungsaufbau oft selbst noch mit dem Akkuschrauber in der Hand auf der Leiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was vermisst Ihr?<\/strong><\/p>\n<p>Mutige, experimentierfreudige Auftraggeber*innen, die sich auf unsere Expertise verlassen und zusammen mit uns konsequent neue Ausstellungsformate entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>8.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was w\u00fcnscht Ihr Euch in Zukunft mehr?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Professionalisierung der Branche mit klaren Leistungsbildern, weniger B\u00fcrokratie, mehr Experimenten, mehr Vertrauen und dementsprechend die M\u00f6glichkeit, alles \u201eaus einer Hand\u201c gestalten zu d\u00fcrfen: vom Konzept bis zur Umsetzung, von der Architektur bis zur Ausstellung, von der Grafik bis zu den digitalen Medien. Denn darin liegt unsere St\u00e4rke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>9.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie hat sich der Beruf des Ausstellungsgestalters in den letzten 20 Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>War der Beruf damals noch gepr\u00e4gt von einem starken Wunsch nach plakativen Raumbildern und dem Austarieren des richtigen Inszenierungsgrades, so denken wir heute st\u00e4rker in dramaturgischen Strukturen, Vermittlungsformaten und der \u00e4sthetischen Wirkung von Raum und Objekt. Au\u00dferdem ist die Branche gewachsen und Ausstellungsgestaltung wird inzwischen sogar an Hochschulen gelehrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>10.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was macht Euch an Eurem Job am meisten Spa\u00df?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben das Gl\u00fcck, immer an neuen und spannenden Themen zu arbeiten \u2013 und das an einer Schnittstelle zwischen begeisterten Menschen, die uns Geschichten erz\u00e4hlen und Menschen, denen wir diese Geschichten weitererz\u00e4hlen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>11.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie setzt sich Euer interdisziplin\u00e4res Team zusammen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben Architekt*innen, Innenarchitekt*innen, Produktdesigner*innen, Designer*innen, Kommunikationsdesigner*innen, Redakteur*innen und einen gro\u00dfen Pool an externen Spezialist*innen aus den Bereichen Lichtplanung, Medientechnik, Bauforschung, Statik, usw.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>12.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie wird die COVID-19-Pandemie Eure Arbeitsweise und damit auch Eure Gestaltung beeinflussen?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Arbeit und unsere Kommunikation sind noch digitaler geworden und auch unser Blick auf das Home-Office hat sich ver\u00e4ndert. Jede Schutzma\u00dfnahme ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch eine gestalterische. Bew\u00e4hrte Formate funktionieren in der aktuellen Situation nur begrenzt. Deswegen m\u00fcssen wir neue Wege finden, zu kommunizieren, Geschichten zu erz\u00e4hlen und inklusive Erfahrungen zu schaffen. Digitale Formate, intelligente Leitsysteme und die Offenheit f\u00fcr neue Konzepte sind vielversprechende Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>13.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was war die beste Entscheidung in Eurer beruflichen Laufbahn? Auf was seid Ihr besonders stolz?<\/strong><\/p>\n<p>Dass wir uns nie etwas NICHT zugetraut haben und so an unseren Herausforderungen und Erfahrungen wachsen konnten. Dass wir als Team mit flachen Hierarchien arbeiten und unseren Mitarbeiter*innen und ihren Ideen gegen\u00fcber fair und aufgeschlossen sind. Und nat\u00fcrlich auf unser B\u00fcro mitten in der Stuttgarter Innenstadt!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>14.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was w\u00fcrdet Ihr beim zweiten Mal anders machen?<\/strong><\/p>\n<p>Auch mal nein sagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>15.\u00a0 \u00a0 \u00a0An wem oder was seid Ihr schon mal gescheitert?<\/strong><\/p>\n<p>An uns selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>16.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was w\u00fcrdet Ihr gerne mal entwerfen bzw. welches Museumskonzept auf den Kopf stellen?<\/strong><\/p>\n<p>Museumskonzepte auf den Kopf zu stellen ist der gr\u00f6\u00dfte Spa\u00df an unserer Arbeit: je fr\u00fcher, desto besser.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>17.\u00a0 \u00a0 \u00a0Wie w\u00fcrdet Ihr die Szenografie revolutionieren? Muss sie \u00fcberhaupt revolutioniert werden?<\/strong><\/p>\n<p>Nach 20 Jahren sind wir eher im Alter zu reformieren, als zu revolutionieren. In unserer Vorstellung m\u00fcssen Museen und besonders das Medium Ausstellung f\u00fcr sich eine neue gesellschaftliche Relevanz und die damit verbundenen Themen erschlie\u00dfen. Die Museen haben diese Themen zwar f\u00fcr sich entdeckt, trauen sich aber meist nicht, diesen Weg auch konsequent zu Ende zu gehen. Relevante Themen m\u00fcssen au\u00dferdem f\u00fcr das Publikum spannend und inklusiv aufbereitet werden, was wiederum eine Zusammenarbeit vieler Disziplinen auf Augenh\u00f6he verlangt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>18.\u00a0 \u00a0 \u00a0Was sind die Geheimnisse einer guten Szenografie?<\/strong><\/p>\n<p>Gute Szenografie ist transparent, ehrlich, konzentriert sich auf das Wesentliche, besitzt eine Leichtigkeit in der Vermittlung und nimmt die Besucher*innen ernst. Kurz: Sie muss Spa\u00df machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>19.\u00a0 \u00a0 \u00a0Welchen Rat w\u00fcrdet Ihr Eurem Ich von 2000 geben?<\/strong><\/p>\n<p>Sei mutig und lass Dich ad\u00e4quat f\u00fcr Deine Leistungen bezahlen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>20.\u00a0 \u00a0 \u00a0Und wo seht ihr SPACE4 in 20 Jahren?<\/strong><\/p>\n<p>In guten H\u00e4nden &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>J\u00fcrgen Hess, Oliver Mack, Henning Meyer und Alexander Minx, vielen Dank f\u00fcr das kurzweilige Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zu den Personen<\/strong><\/p>\n<p>SPACE4 wird von den vier Architekten J\u00fcrgen Hess, Oliver Mack, Henning Meyer und Alexander Minx geleitet, die seit der Gr\u00fcndung im Jahr 2000 auf mehr als 200 erfolgreich realisierte Projekte f\u00fcr \u00f6ffentliche und private Auftraggeber zur\u00fcckschauen k\u00f6nnen. Seit 20 Jahren bewegt sich SPACE4 im Spannungsfeld von Architektur, Museumskonzeption und Ausstellungsgestaltung. Dabei konzipieren die Kreativen ein Projekt individuell ausgehend von den inhaltlichen und r\u00e4umlichen Voraussetzungen \u2013 wobei die erz\u00e4hlerische Kraft der Szenografie durch die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Inhalt und Raum entsteht. Im Spiel dieser Interaktion werden Raumbilder entwickelt, die auch abstrakte Inhalte erlebbar machen. Gestaltung ist f\u00fcr SPACE4 dabei kein Selbstzweck, sondern Botschafter \u2013 ein mit allen Sinnen erfahrbares Medium zwischen Besucher, Inhalt und Raum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIn unserer Vorstellung m\u00fcssen Museen und besonders das Medium Ausstellung f\u00fcr sich eine neue gesellschaftliche Relevanz und die damit verbundenen Themen erschlie\u00dfen.\u201c &nbsp; Seit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1353],"tags":[880],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46150"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46150"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":46156,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46150\/revisions\/46156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}