{"id":45720,"date":"2020-05-19T09:25:53","date_gmt":"2020-05-19T07:25:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=45720"},"modified":"2020-10-08T14:56:23","modified_gmt":"2020-10-08T12:56:23","slug":"leopold-mozart-haus-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2020\/05\/leopold-mozart-haus-augsburg\/","title":{"rendered":"LEOPOLD-MOZART-HAUS, Augsburg"},"content":{"rendered":"<p>Beim Namen Mozart denken die meisten sicherlich an liebliche Kompositionen, an Wunderkinder und vielleicht noch an runde Pralinen \u2013 doch Wolfgang Amadeus spielt im Leopold-Mozart-Haus ausnahmsweise nur die Nebenrolle: Vielmehr r\u00fcckt dessen Vater Leopold in den Fokus des gleichnamigen Museums. So bewegt sich die im M\u00e4rz 2020 neu er\u00f6ffnete Inszenierung aus der Feder von unodue{ und STILLE ALS LUXUS an der Schnittstelle zwischen kultureller Vermittlung, p\u00e4dagogischer Musikschule und multisensorischem Erlebnis. Und nach einer umfassenden Generalsanierung warten die historischen R\u00e4umlichkeiten im Augsburger Domviertel nun mit elf Themenr\u00e4umen auf, in denen Besucher auf drei Stockwerken spielerisch in das Leben des Senior-Komponisten eintauchen k\u00f6nnen. Neben einer originalgetreu nachgebauten Kutsche und historisch anmutenden, extravaganten Roben k\u00f6nnen hierbei auch Musikinstrumente ausprobiert oder anhand eines W\u00fcrfelspiels eigene Menuette komponiert werden, um frei und nach Herzenslust zu dilettieren.<\/p>\n<p>Dass die Schau ganz im Zeichen der Musik steht, wird neben den zahlreichen interaktiven Exponaten wohl insbesondere im sogenannten Sinnesraum \u2013 das auditive Herzst\u00fcck der Ausstellung \u2013 deutlich: F\u00fcr den Raum auf der dritten Etage produzierten die Kreativen von STILLE ALS LUXUS eine vielschichtige, syn\u00e4sthetische Klanginstallation, in der die G\u00e4ste zw\u00f6lf historische Musikst\u00fccke des 18. Jahrhunderts mit dem ganzen K\u00f6rper erleben k\u00f6nnen. Um die ausgew\u00e4hlten Werke, die teilweise lediglich in jahrzehntealten Stereoaufnahmen vorlagen, m\u00f6glichst differenziert zum Klingen zu bringen, entschieden sich die Klangszenografen f\u00fcr eine aufwendige Studio-Reproduktion. Mittels verschiedener Lautsprecher- und Mikrofonkombinationen wurden hierf\u00fcr die Werke sowie einzelne Resonanzk\u00f6rper der Originalinstrumente in einem 1:1-Nachbau des Sinnesraums erneut ausgespielt und aufgenommen, um so spektrale wie r\u00e4umliche Nuancen von Orchester und Instrumenten zu imitieren. In einem Gitter aus Lautsprechern k\u00f6nnen die Besucher nun den Klang sowohl ganzheitlich anh\u00f6ren, oder \u2013 je nach r\u00e4umlicher Position \u2013 bis in einzelne Instrumentengruppen vordringen. So wirkt Pietro Nardinis Sonate in C-Dur etwa sehr nah und intim, da die Audiospur hier nur \u00fcber ein Lautsprecherpaar gemischt wurde, dem sich unter ged\u00e4mpftem Licht in einer Raumecke gen\u00e4hert werden muss. Haydns Requiem \u201eDies irae\u201c hingegen zeigt ein Sinfonieorchester mit einem Chor in voller Gr\u00f6\u00dfe, der plastisch und mit strahlendem Licht in den Raum gestellt wurde. Neben der r\u00e4umlichen Spannbreite erzeugen zudem in den M\u00f6beln verbaute K\u00f6rperschallwandler zus\u00e4tzliche Schwingungen, welche die Zuh\u00f6rer unter wogendem Lichterspiel in resonierende Vibration versetzen und sie auf diese Weise selbst zu aktiven \u201eKlangk\u00f6rpern\u201c der sinnlichen Installation werden lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Namen Mozart denken die meisten sicherlich an liebliche Kompositionen, an Wunderkinder und vielleicht noch an runde Pralinen \u2013 doch Wolfgang Amadeus spielt im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[111,2348,2347],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45720"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45720"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45720\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45724,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45720\/revisions\/45724"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45720"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45720"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45720"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}