{"id":45699,"date":"2020-05-15T12:11:18","date_gmt":"2020-05-15T10:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=45699"},"modified":"2020-08-07T13:58:51","modified_gmt":"2020-08-07T11:58:51","slug":"artist-and-agents-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2020\/05\/artist-and-agents-dortmund\/","title":{"rendered":"ARTIST &#038; AGENTS \u2013 PERFORMANCEKUNST UND GEHEIMDIENSTE, DORTMUND"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSubversion geh\u00f6rt niemandem: Sie kann von K\u00fcnstlern ausgehen, die den Staat \u00fcberlisten, oder von Geheimdiensten, die mit staatlichem Auftrag die Kunstszene unterwandern. Doch was passiert, wenn beide Seiten aufeinander treffen?\u201c Mit der Ausstellung \u201eArtists &amp; Agents \u2013 Performancekunst und Geheimdienste\u201c im Dortmunder Hartware MedienKunstVerein (HKMV) gehen die Kuratorinnen Inke Arns (HMKV) sowie Kata Krasznahorkai und Sylvia Sasse (Slavisches Seminar der Universit\u00e4t Z\u00fcrich) genau diesem Ph\u00e4nomen auf den Grund. F\u00fcnf Jahre lang w\u00e4lzten sie daf\u00fcr in Geheimdienstarchiven unz\u00e4hlige Akten (haupts\u00e4chlich in Polen, Rum\u00e4nien, Tschechien, Ungarn und in der ehemaligen DDR) und erkannten, dass diese dabei wenig \u00fcber die Beobachteten, dagegen viel \u00fcber die \u00c4ngste und Strategien der Beobachter offenbarten. Zudem dokumentierten diese Berichte \u2013 zuweilen bis ins kleinste Detail \u2013 k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeiten und gaben Informationen \u00fcber das aktive, operative Eingreifen des Staats in die k\u00fcnstlerische Produktion preis. Allerdings verwendeten nicht nur die K\u00fcnstler performative Techniken: Auch die Agenten mussten \u201eperformen\u201c, um relevante Informationen \u00fcber die Performancekunst zu gewinnen \u2013 jene Kunstrichtung vor der sich die sozialistischen Staaten Osteuropas am meisten f\u00fcrchteten. So werden in der Ausstellung nun Beispiele aus den Jahren 1960 bis 1990 gezeigt und den Besuchern damit ein umfassender Einblick in k\u00fcnstlerische Subversion sowie in bislang unbekannte F\u00e4lle geheimdienstlicher Unterwanderung der Kunstszene durch Agenten gew\u00e4hrt \u2013 wobei neuere Arbeiten ebenfalls beweisen, dass die Frage nach dem zunehmenden Einsatz geheimdienstlicher Methoden in Politik und Alltag immer noch hochaktuell ist.<\/p>\n<p>Und wie lassen sich diese Zeitdokumente, Akten, Fotos, Videos und neu erstellten Kunstwerke r\u00e4umlich fassen? Alicja Jelen und Clemens M\u00fcller vom Dortmunder Studio please don\u2019t touch fanden darauf eine Antwort: Mithilfe verschiedener Farben zonierten sie die unterschiedlichen Ausstellungsbereiche und leiten so die Besucher durch den Raum. Dabei sollen die zarten T\u00f6ne nicht besch\u00f6nigen, sondern vielmehr auf die spr\u00f6den Aktendeckel referenzieren wie sie in Beh\u00f6rden verwendet werden: in Blassrosa, Blassgr\u00fcn, Blassgelb, Blassblau, Blassorange und Hellgrau. Spiegelfolien fordern zudem zum Perspektivwechsel und verdeutlichen die Ambivalenz zwischen Beobachteten und Beobachter, zwischen K\u00fcnstler und Agenten. Eine gezielte Lichtsetzung unterstreicht diese Szenerie und dank der F\u00fclle an Exponaten wird die gewaltige Dimension des \u00dcberwachungsapparats im Kalten Krieg mehr als deutlich &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Ausstellung vorzeitig geschlossen und in den digitalen Raum verlegt: Bis Juni 2020 finden Interessierte <a href=\"https:\/\/www.hmkv.de\/ausstellungen\/ausstellungen-detail\/artists-agents-online.html\">hier<\/a> begleitende Angebote, Videos, Podcasts, etc., mit denen einzelne Aspekte der Ausstellung gesondert beleuchtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSubversion geh\u00f6rt niemandem: Sie kann von K\u00fcnstlern ausgehen, die den Staat \u00fcberlisten, oder von Geheimdiensten, die mit staatlichem Auftrag die Kunstszene unterwandern. 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