{"id":45689,"date":"2020-05-13T16:21:24","date_gmt":"2020-05-13T14:21:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=45689"},"modified":"2020-10-09T14:56:04","modified_gmt":"2020-10-09T12:56:04","slug":"der-alt-right-komplex-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2020\/05\/der-alt-right-komplex-dortmund\/","title":{"rendered":"DER ALT-RIGHT KOMPLEX \u2013 \u00dcBER RECHTSPOPULISMUS IM NETZ, DORTMUND"},"content":{"rendered":"<p>Der durchaus problematische Begriff \u201eAlt-Right\u201c (alternative Rechte), der auf den US-amerikanischen White-Supremacy-Aktivisten Richard Spencer zur\u00fcckgeht und sp\u00e4testens seit 2016 insbesondere in den USA ein Schlagwort f\u00fcr Ideologien am \u00e4u\u00dfersten Rand der politischen Rechten geworden ist, steht f\u00fcr eine Strategie. Denn die Verbreitung der extrem rechten Weltsicht findet vornehmlich im Internet statt: mittels Netzwerk-Aktivismus, Nachrichtenwebsites, Hashtags und Memes \u2013 eine kreative Aneignung und Umformung popkultureller Ph\u00e4nomene im Netz. Doch wie k\u00f6nnen solch Strategien entlarvt und damit auch entschl\u00fcsselt werden? Die Ausstellung \u201eDer Alt-Right Komplex \u2013 \u00dcber Rechtspopulismus im Netz\u201c im Dortmunder Hartware MedienKunstVerein (HKMV) setzt sich genau mit dieser Frage auseinander und zeigt anhand von zw\u00f6lf Kunstwerken 16 internationaler K\u00fcnstler wie Kunst den zunehmenden Rechtspopulismus im Internet interpretiert und Antworten liefert. Mithilfe von Comics, Wandbildern, Videos, (Video-)Installationen, Postern zum Mitnehmen, Spielanleitungen, Netzkunst, K\u00fcnstlerb\u00fcchern, eines spekulativen Museums und einer Flaggenmaschine besch\u00e4ftigen sich die Kreativen dementsprechend mit Pepe dem Frosch \u2013 das wohl bekannteste Symbol der Trump-Anh\u00e4nger \u2013, mit Figuren wie Steve Bannon, mit Flaggen-Verehrung, mit der Prepper-Szene, White Supremacists und mit Dark Enlightenment. Dabei war es der Kuratorin Inke Arns (HMKV) besonders wichtig, die stete Entwicklung von einer (Sub-)Kultur der Transgression in Online-Foren wie 4chan bis hin zu Plattformen wie beispielsweise Breitbart News nachzuzeichnen.<br \/>\nUm die unterschiedlichen Kunstwerke szenografisch zu fassen, bedienten sich die beiden Gestalter Alicja Jelen und Clemens M\u00fcller vom Dortmunder Studio please don\u2019t touch halbtransparenter Polycarbonat-Doppelstegplatten. Jene erzeugen bei Durchsicht einen verschwommenen, verzerrten Effekt \u2013 genau wie der Alt-Right Komplex, der ein verzerrtes Bild der Realit\u00e4t entwickeln konnte: Menschen werden hinter den raumpr\u00e4genden W\u00e4nden nur als Silhouetten erkannt und aus bestimmten Perspektiven wirkt die Typografie entr\u00fcckt. Zu Beginn der Ausstellung formen die W\u00e4nde dabei eine Art Trichter und ziehen die Besucher f\u00f6rmlich in das Thema hinein: W\u00e4hrend auf den W\u00e4nden die wichtigsten Namen und Begriffe der rechtspopulistischen Szene kritisch erkl\u00e4rt werden, soll die r\u00e4umliche Verengung zudem den Eindruck vermitteln, wie schwierig es ist, den Weg aus der Welt des Rechtspopulismus wieder hinaus zu finden. Im weiteren Verlauf der Schau dient das diffuse Baumaterial als Pr\u00e4sentationsfl\u00e4che, Raumtrenner und neutrales Element, das mit einem steten Voranschreiten immer mehr zu einer klareren Sicht auf ein nebul\u00f6ses Thema beitr\u00e4gt \u2013 ganz ohne Aufruhr, daf\u00fcr mit enormer Sachlichkeit: das beste Mittel, um ruhig und besonnen wilde Theorien zu dekodieren &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der durchaus problematische Begriff \u201eAlt-Right\u201c (alternative Rechte), der auf den US-amerikanischen White-Supremacy-Aktivisten Richard Spencer zur\u00fcckgeht und sp\u00e4testens seit 2016 insbesondere in den USA ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[630,2000],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45689"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45689"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45692,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45689\/revisions\/45692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}