{"id":40130,"date":"2019-05-22T10:58:37","date_gmt":"2019-05-22T08:58:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=40130"},"modified":"2020-01-28T12:06:57","modified_gmt":"2020-01-28T11:06:57","slug":"andreas-schmidt-ueber-indoor-landscaping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2019\/05\/andreas-schmidt-ueber-indoor-landscaping\/","title":{"rendered":"ANDREAS SCHMIDT \u00dcBER \u201eINDOOR LANDSCAPING\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eIch bin kein K\u00fcnstler, sondern ein urbaner G\u00e4rtner, dem bei seinen gr\u00fcnen Projekten die Menschen das Wichtigste sind.\u201c<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Alles im gr\u00fcnen Bereich: Andreas Schmidt war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und setzte mit der Idee, Landschaft in den Raum zu ziehen Mitte der 1990er-Jahre einen Meilenstein: Mit nie enden wollendem Wissensdurst, dem stetigen Blick \u00fcber den Tellerrand hinaus sowie mit der gro\u00dfen Leidenschaft f\u00fcr Menschen nahm er als Vermittler zwischen Architekten und Botanikern damit fr\u00fch eine Nische ein, die damals noch in den Kinderschuhen steckte \u2013 und konnte ebenso fr\u00fch schon die ersten Lorbeeren daf\u00fcr ernten. Uns erz\u00e4hlte der Inhaber der Agentur indoorlandscaping von seinen ersten Erfolgen, unvergesslichen Projektanfragen, der Sozialisierung des Menschen durch die Natur sowie von der gr\u00fcnen Inszenierung sowohl von Au\u00dfen-, als auch von Innenr\u00e4umen.<\/strong><\/p>\n<p><em><br \/>\nDie Fragen stellte Sandra Gawlowski.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andreas Schmidt, Du bringst mit Deiner Agentur indoorlandscaping ein St\u00fcck Natur in das urbane Umfeld und damit auch konkret in unsere Architektur. Wie und wann war diese Idee geboren?<\/strong><\/p>\n<p>Ich sage gerne, dass es zu einem \u201ebiographischen Unfall\u201c kam: Eines Morgens sa\u00df ich in meiner Heimatstadt Trier bei einer Freundin am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, wo auch ein gewisser G\u00e4rtner anwesend war, der uns von einem spannenden Projekt in Leipzig erz\u00e4hlte. Und obwohl er nat\u00fcrlich nicht zu sehr ins Detail ging, war mein Interesse direkt entfacht. Also bin ich danach mit ihm in den Osten gefahren, wo ich mir die <a href=\"https:\/\/www.gmp-architekten.de\/projekte\/neue-messe-leipzig\/?tx_gmpprojects_pi1%5BuseFilter%5D=1&amp;tx_gmpprojects_pi1%5Bfilter_tx_gmpprojects_typology%5D%5B0%5D=2&amp;tx_gmpprojects_pi1%5Bfilter_tx_gmpprojects_typology%5D%5B1%5D=14&amp;cHash=97dd30bd8a8088719d951dcd709e1ee1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Baustelle<\/a> von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner ansehen durfte. Ich war absolut geflasht davon, was das Projektteam mit Pflanzen im Innenraum geschaffen hatte und habe gemerkt, dass das genau mein Ding ist. Das Kennenlernen des G\u00e4rtners im Jahre 1996 und die darauffolgenden Erfahrungen waren also echte Schl\u00fcsselmomente, die gewisserma\u00dfen mein Leben und meinen Werdegang nachhaltig gepr\u00e4gt haben. Deswegen denke ich, war ich auf jeden Fall zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe immerzu wichtige Fragen gestellt, die andere au\u00dfer Acht lie\u00dfen. Zudem habe ich das Potenzial dieses \u201eupcoming\u201c Themas schnell erkannt und bin diesem stringent nachgegangen. So ist offiziell mein Gr\u00fcndungsdatum 1998, aber schon zwei Jahre zuvor bin ich mit dem selbsternannten \u201eIndoor Landscaping\u201c in Ber\u00fchrung gekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie genau sieht denn Dein beruflicher Werdegang aus?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin studierter Chemiker, habe danach aber weder ein biologisches noch ein pflanzenkundiges Studium wie Botanik absolviert. Ich bin auch keinem Architektur- bzw. Innenarchitektur-Studium oder gar einem Landschaftsarchitektur-Studium nachgegangen, aber genau das ist der springende Punkt: Ich sehe es als Vorteil, dass ich mich eben nicht f\u00fcr eine spezielle Sparte entschieden habe. So kann ich jetzt ein guter Vermittler zwischen Architekten auf der einen Seite und diesen \u201eGr\u00fcnkundlern\u201c auf der anderen Seite fungieren \u2013 das habe ich nicht zuletzt auch meinen guten Ausbildern, ergo namhaften Architekturb\u00fcros aus der ganzen Welt, zu verdanken. Ich bin gl\u00fccklich \u00fcber jedes spannende Pflanzenprojekt der letzten zwei Dekaden, bei dem ich mit der Champions League an Netzwerk-Kollegen zusammenarbeiten durfte. Ich bin wohl ein recht gutes Beispiel f\u00fcr das \u201eLearning by Doing\u201c-Prinzip.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sprichst Du bei Deinem Schaffen von Arbeit oder eher von Kunst?<\/strong><\/p>\n<p>Ehrlich gesagt: weder noch! Arbeit war es f\u00fcr mich nie, weil es mir immer schon sehr leicht von der Hand ging und ich bereits mit sehr vielen Menschen zusammenarbeiten konnte. Und als K\u00fcnstler habe ich mich auch nie gef\u00fchlt, da ich niemals diesen elit\u00e4ren Anspruch versp\u00fcrt habe. Am liebsten bezeichne ich mich tats\u00e4chlich als G\u00e4rtner oder noch spezieller: als urbaner G\u00e4rtner. Ich hatte nie das Verlangen, zu einer k\u00fcnstlerischen Elite zu geh\u00f6ren, sondern wollte immer nur als Mensch gesehen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sobald ein Bild h\u00e4ngt, ist die Arbeit getan. Ganz anders ist es aber bei einer Pflanze, die regelm\u00e4\u00dfig Pflege ben\u00f6tigt. Wie \u00fcberzeugst Du Kunden von der gr\u00fcnen Kunst f\u00fcr dauerhafte Rauminstallationen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich \u00fcberzeuge niemanden mehr, denn ich bin der Meinung, dass der Kunde selbst davon \u00fcberzeugt sein muss, dass er diese oder jene Pflanzeninstallation in seiner R\u00e4umlichkeit ben\u00f6tigt. Ich vergleiche das gerne mit dem Kinderwunsch eines Paares: Da ist es schlie\u00dflich auch selbstredend, dass diese Wesen Liebe, Aufmerksamkeit und Pflege brauchen \u2013 nicht anders sieht es mit Pflanzen aus. Ich bereite die Interessenten schon darauf vor, dass sie zehn Prozent des Installationsbudgets in Pflege investieren sollten, wenn sie Gr\u00fcn zwecks Kommunikationsma\u00dfnahmen im Raum einsetzen m\u00f6chten, aber \u201eKlick\u201c muss es letztendlich bei jedem selbst machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Natur im Raum gleich bessere Kommunikation im Raum? Welche Vorteile haben Pflanzen in R\u00e4umlichkeiten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich stelle eine Tatsache immer wieder bei meiner Arbeit fest: Wir Menschen sind doch alle mit Gr\u00fcn sozialisiert worden. Dabei spielt es keine Rolle, wo wir herkommen, welchen Beruf wir aus\u00fcben oder wen wir lieben. Sei es nur die Oma, die einen Obstgarten besa\u00df und regelm\u00e4\u00dfig Marmelade eingekocht hat oder der Opa, der die Str\u00e4ucher und B\u00e4ume immer zurechtgeschnitten hat oder eben mein Gro\u00dfvater, der seit jeher Tomaten anpflanzte: Wir alle haben doch eine Verbindung zur Natur und das erachte ich als elementar. Zudem kommt die heilsame Wirkung der Farbe Gr\u00fcn hinzu, die auch wir gerade jetzt beim Fr\u00fchlingserwachen drau\u00dfen sp\u00fcren. Unabh\u00e4ngig von Alter, Hautfarbe, Religion, Geschlecht etc. hat jeder so eine Ehrfurcht vor der Natur, die uns nicht kalt l\u00e4sst. Weitere harte Fakten und Vorteile von Pflanzen sind nat\u00fcrlich der Duft (daher liebe ich auch Schnittblumen sehr), die Haptik, die Luftfeuchtigkeitsproduktion, die Raumk\u00fchlung, die L\u00e4rmd\u00e4mmung oder gar die Produktivit\u00e4tssteigerung bei den Mitarbeitern selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie genau sieht Deine Arbeit aus? Wie ist Deine Vorgehensweise und mit welchen Materialien arbeitest Du?<\/strong><\/p>\n<p>Meistens sind es Architekten oder gro\u00dfe Architekturb\u00fcros, die uns schon mit einem Projekt in der Tasche anfragen. Wir m\u00fcssen uns da nichts vormachen: Es braucht schon ein gewisses Projektvolumen, eine ordentliche Budgetgr\u00f6\u00dfe und den Mindset, bevor wir als \u201eIndoor Landscaper\u201c ins Boot geholt werden. W\u00e4hrend ein Statiker bei jedem Bauvorhaben unerl\u00e4sslich ist, wird am Innenarchitekten schon eher gespart \u2013 von uns ganz zu schweigen &#8230;<br \/>\nBevor die Zusammenarbeit richtig losgehen kann, wird ein Kick-off-Meeting einberufen, bei dem alle Gewerke, der Bauherr, die eventuelle Kommunikationsagentur, die Architekten usw. teilnehmen. Dieser Dialog vor Projektbeginn hat sich immer bew\u00e4hrt, denn hier werden alle Ziele formuliert und wir k\u00f6nnen unsere \u201eQuality Questions\u201c stellen wie etwa: Warum m\u00f6chten Sie eigentlich GENAU DIESE gr\u00fcne Installation haben? Die Antworten des Kunden auf diese und weitere Qualit\u00e4tsfragen bilden dann die Grundlage f\u00fcr unser Schaffen. Im Anschluss ziehe ich mich f\u00fcr die Arbeit zur\u00fcck und fungiere vielmehr als Vermittler oder Trainer, der die Mannschaftsaufstellung macht. Schlie\u00dflich stellt jedes Projekt seine eigenen Bedingungen und es ist meine Aufgabe, den jeweils pr\u00e4destinierten Spezialisten hierf\u00fcr zu stellen. Dieser Prozess nimmt zurecht die meiste Zeit in Anspruch. Anschlie\u00dfend geht es um das Abarbeiten eines Fragenkatalogs: Wie gro\u00df ist der Raum? Wieviel Luftfeuchte ist gew\u00fcnscht? Welche Interaktionen sollen generiert werden? Bez\u00fcglich der zu verarbeitenden Materialien ist zu sagen, dass wir prim\u00e4r mit Menschen arbeiten. Hinzu kommen B\u00e4ume, Str\u00e4ucher, Kletterpflanzen und jede Menge Substrat. Mein absolutes Lieblingsmaterial ist im Moment jedoch Kork.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Kunden haben Dir schon ihr Vertrauen geschenkt bzw. wen durftest Du bereits begr\u00fcnen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben viele Projekte f\u00fcr die Automobilindustrie realisiert, wie zum Beispiel den <a href=\"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2018\/12\/atelier-markgraf-jangled-nerves-liganova-daimlerag-iaa-2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Messestand<\/a> sowie die <a href=\"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/11\/me-convention-iaa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">me Convention<\/a> f\u00fcr die Daimler AG auf der IAA 2017 in Frankfurt. Aber auch Kunden wie Siemens oder Sony Europe durften wir schon betreuen. In 20 Jahren kommen so einige Projekte und Ideen zusammen &#8230; Dabei gibt es nat\u00fcrlich auch die Beispiele, die einfach unvergesslich bleiben: Zum einen die spektakul\u00e4re Anfrage des Studios von Brad Pitt f\u00fcr ein Bauvorhaben in Tokio im Jahre 2007 oder die des britischen Architekten Norman Foster f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/U2_Tower\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">U2 Tower<\/a>. Schlussendlich wurde jenes Projekt allerdings eingestellt und es kam leider nicht zur Realisierung. Aber Fakt ist, dass ich doch mit U2 an einem Tisch gesessen habe \u2013 ein Erlebnis, das mir niemand mehr nehmen kann und von dem ich meinen Enkeln sicher noch erz\u00e4hlen werde &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welches war das gr\u00f6\u00dfte Projekt, das Du bisher durchgef\u00fchrt hast?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe eine Zeit lang f\u00fcr <a href=\"https:\/\/perkinswill.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Perkins+Will<\/a> gearbeitet \u2013 ein Architekturb\u00fcro in Chicago, das 1935 gegr\u00fcndet wurde. In deren Auftrag bin ich 2007 nach Charlotte, North Carolina, gereist, um dort an der Planung der \u201eBank of America\u201c teilzuhaben. Nach drei Jahren Planungszeit wurde das Projekt finalisiert und die von mir ausgew\u00e4hlten B\u00e4ume standen in Reih und Glied. So eine Planung von Kommunikation im (\u00f6ffentlichen) Raum bedarf guter Organisation und der Ber\u00fccksichtigung etwaiger Eventualit\u00e4ten. So hatten wir zum Gl\u00fcck bedacht, dass beispielsweise ein Sturm aufziehen kann und wir auf keinen gr\u00fcnen Zweig kommen, wenn unsere B\u00e4ume brechen oder umfallen. Also wurden schon zu Beginn prophylaktisch weitere Exemplare in den umliegenden Baumschulen reserviert und diese schlussendlich sogar gebraucht, da uns Petrus ein kleines Windchen runterschickte. Nach diesem Auftrag kam der Stein dann richtig ins Rollen und ich muss gestehen, ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich eines Tages einen kleinen Auftrag eines gewissen Herrn Obama bzw. des <a href=\"https:\/\/perkinswill.com\/work\/us-coast-guard-headquarters.html\">U.S. Coast Guard Office<\/a> in Washington D.C. erhalten habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Stichwort \u201eGreen Movement\u201c: Welche St\u00e4dte machen Deiner Meinung nach vieles richtig im gr\u00fcnen Bereich?<\/strong><\/p>\n<p>Ganz vorne mit dabei ist auf jeden Fall meine Heimatstadt Trier. Hier haben wir \u00fcberall viel Gr\u00fcn, sind stolz auf einen gro\u00dfen Baumbestand, d\u00fcrfen uns Fair-Trade-Stadt nennen und unser Radwegnetz wird nun endlich kontinuierlich ausgebaut. Und auch in der Schweiz geht es gr\u00fcn zu \u2013 insbesondere in Z\u00fcrich. Dort sind viele Architekten beheimatet, die einem \u00f6kologischen Ansatz folgen, eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit forcieren und das Thema \u201eGreen Movement\u201c vorantreiben. Und weltweit gesehen z\u00e4hlt f\u00fcr mich vor allem Singapur zu den Metropolen, die besonders gr\u00fcn agieren. Also zusammenfassend: Trier \u2013 Z\u00fcrich \u2013 Singapur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir m\u00fcssen nachhaltig und gr\u00fcn denken, damit es \u00fcberhaupt eine Zukunft gibt. Wenn wir jedoch einen Blick in die Messebranche wagen, scheint diese alles andere als nachhaltig zu sein. Dennoch ist in letzter Zeit auch hier h\u00e4ufiger zu beobachten, dass in den Messehallen immer mehr Gr\u00fcn zum Einsatz kommt. Was passiert mit diesen Pflanzen eigentlich nach Messeschluss?<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist es so, dass wir bei unserer Planung nicht nur bis zur Schlie\u00dfung der Messe denken, sondern nat\u00fcrlich auch dar\u00fcber hinaus. Schlie\u00dflich ist es ein Anspruch der uns beauftragenden Architekten, Szenografen oder Kommunikationsagenturen sowie der Anspruch an uns selbst, vern\u00fcnftige L\u00f6sungsans\u00e4tze zu liefern, wie wir auch nach Messeschluss alles bestenfalls nachhaltig zur\u00fcckbauen k\u00f6nnen. Als Beispiel: Bei der bereits oben angebrachten IAA 2017 wollte Daimler einen Baum von elf Metern im Entree positionieren \u2013 wobei schon der Transport eine heikle Angelegenheit war, genauso wie die Pflege des Baums vor Ort. Dabei liegt es an uns, all das zu organisieren und zu managen \u2013 denn auch wenn die Lichter in der Messehalle ausgeknipst werden und jeder sich auf seinen wohlverdienten Feierabend freut, bedarf der Baum auch \u00fcber Nacht und manchmal sogar noch zwei, drei weitere Tage richtiger Pflege, bevor er vom Sattelschlepper abtransportiert werden kann. Letztendlich ist er wohlbehalten im Stuttgarter Werk wieder eingepflanzt worden. Zugegebenerma\u00dfen gehen manche Bl\u00fcmchen nach einem Event nach Santiago de Compostela \u2013 also auf den Kompost \u2013 oder werden intern an Mitarbeiter verschenkt, aber gerade bei Gro\u00dfpflanzen ist es unsere Aufgabe und Pflicht, respektvoll mit der Natur umzugehen und ein Bewusstsein f\u00fcr dieses Leben zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00f6se Zungen behaupteten bei der Bauminstallation von Daimler doch sicherlich, es handle sich um \u201eGreenwashing\u201c \u2013 also den Versuch, sich selbst in ein besseres, \u201egr\u00fcnes\u201c Licht zu stellen, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, das war alles andere als \u201eGreenwashing\u201c. Denn es kam den Menschen, ergo den Messebesuchern, nur zugute! Nat\u00fcrlich haben wir hier einen Baum vom Au\u00dfenraum nach innen bewegt, aber wir haben es f\u00fcr einen guten Zweck und mit bester Absicht getan. Daimler stellte uns hierf\u00fcr eine gigantische Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung, auf der fr\u00fcher Automobile standen. Au\u00dferdem war der Messestand so gro\u00df, dass hier t\u00e4glich knapp 100.000 Menschen unterwegs waren \u2013 also ganz Trier. Und wenn sich da etwas Gr\u00fcn auf der Fl\u00e4che befindet, dann erh\u00f6ht dies die Aufenthaltsqualit\u00e4t f\u00fcr die Besucher doch enorm. Jeder, der schon mal auf einer Messe war, wei\u00df wie anstrengend das Gehetze sein kann und wie viel Mehrwert einem eine Ruhepause, ein Durchatmen und die Pr\u00e4senz eines Baumkolosses dieses Ausma\u00dfes inmitten unz\u00e4hliger teurer Wagen geben kann. Wie schon erw\u00e4hnt: Wir alle haben das Bed\u00fcrfnis nach Natur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und zum Schluss noch etwas aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen: Hast Du eigentlich einen gr\u00fcnen Daumen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich behaupte ja, dass es den gr\u00fcnen Daumen gar nicht gibt, denn es gibt nur Erde unter den Fingern\u00e4geln. Was so viel hei\u00dft wie: Ich muss mich schmutzig machen, anpacken, beobachten, aus Fehlern lernen, Erfahrungen sammeln und diese dann weitergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andreas Schmidt, vielen Dank f\u00fcr das fruchtbare Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\nZur Person<\/strong><\/p>\n<p>Andreas Schmidt, Jahrgang 1973, studierte Chemie, bevor er im Alter von 25 Jahren seine Agentur indoorlandscaping gr\u00fcndete, die seitdem mit Pflanzenkunst monumentale Bauwerke und moderne Bauten weltweit begr\u00fcnt. Zwischenzeitlich besa\u00df das Unternehmen Filialen in Trier, M\u00fcnchen, Los Angeles und Mexiko-Stadt. Mit einem Erfahrungsschatz aus seiner mehr als 20-j\u00e4hrigen Berufst\u00e4tigkeit referiert der vierfache Familienvater mit einem Faible f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung, Ganzheitsmedizin, Logik und Natur heutzutage oft \u00fcber den Mehrwert gr\u00fcner \u201eMitbewohner\u201c im urbanen Umfeld der Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch bin kein K\u00fcnstler, sondern ein urbaner G\u00e4rtner, dem bei seinen gr\u00fcnen Projekten die Menschen das Wichtigste sind.\u201c Alles im gr\u00fcnen Bereich: Andreas Schmidt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1353],"tags":[880],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40130"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40130"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40165,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40130\/revisions\/40165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}