{"id":39793,"date":"2019-05-03T13:53:11","date_gmt":"2019-05-03T11:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=39793"},"modified":"2019-11-08T12:12:49","modified_gmt":"2019-11-08T11:12:49","slug":"insights_monster_im_kopf_stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2019\/05\/insights_monster_im_kopf_stuttgart\/","title":{"rendered":"INSIGHTS \u2013 Monster im Kopf"},"content":{"rendered":"<p>Nochmal eben ein weiteres Mal schauen, ob der Herd auch wirklich aus beziehungsweise das Auto auch wirklich abgeschlossen oder die H\u00e4nde gr\u00fcndlich genug gewaschen sind: Jeder kennt diese Verhaltensweise entweder von sich selbst oder von einem Bekannten. Augenzwinkernd wird sie oftmals als Tick oder Spleen bezeichnet, die zum Leben dazu geh\u00f6rt und erstmal v\u00f6llig \u201enormal\u201c erscheint. Beeintr\u00e4chtigen diese Handlungen aber zunehmend den Alltag und das Wohlbefinden eines Menschen, k\u00f6nnen sie krankhaft werden und zu Zwangsst\u00f6rungen und psychosomatischen Beschwerden f\u00fchren. Damit dieses Tabu-Thema mehr Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, haben Studierende der Hochschule der Medien in Stuttgart im Rahmen der Media Night eine multimediale Installation entwickelt, die den Besuchern eine interaktive Auseinandersetzung mit der Problematik erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Um das breite Feld an Zwangsst\u00f6rungen und anderen Krankheiten, die f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht sofort erkennbar sind, einzugrenzen, entschieden sich die Studierenden nach gr\u00fcndlicher Recherche und in Zusammenarbeit mit Betroffenen, Angeh\u00f6rigen und Fachleuten dazu, die Erkrankung einzelner Zwangshandlungen mit der Folgeerscheinung der Migr\u00e4ne darzustellen. Dabei werden die Besucher durch einen Rundgang gef\u00fchrt, bei dem sie den morgendlichen Alltag eines Menschen mit Zwangsgedanken durchlaufen. Wie ein gew\u00f6hnlicher Wohnraum sind die R\u00e4umlichkeiten des Rundgangs gestaltet, eingerichtet mit einfachen M\u00f6belst\u00fccken. Diese sind zugleich die verschiedenen Stationen, an denen die Besucher interaktiv eingebunden werden, um ausgew\u00e4hlte Zwangshandlungen nachempfinden zu k\u00f6nnen. So m\u00fcssen sie beispielsweise Tassen in einem Regal sortieren oder die Schubladen einer Kommode \u00f6ffnen, um den Inhalt auf Vollst\u00e4ndigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diffus wirkende S\u00e4tze, die den Erkrankten w\u00e4hrend seiner Handlungen begleiten, werden dabei \u00fcber einen Raumton eingespielt und st\u00e4rken die Inszenierung als auditives Element. Die Besucher k\u00f6nnen zunehmend in die Gef\u00fchlswelt des Betroffenen eintauchen und nehmen mehr und mehr die Rolle des Protagonisten ein. Haben sie all die Aufgaben an den M\u00f6belstationen erf\u00fcllt, kommen sie in einen Raum, der die Umgebung vor der Haust\u00fcr des Wohnraums darstellt. Eigentlich sollte nun der Weg zur Arbeit folgen. Stattdessen werden die G\u00e4ste allerdings wieder und wieder in den scheinbar gleichen Wohnraum gef\u00fchrt, wo sie die Zwangshandlungen nochmals durchf\u00fchren m\u00fcssen, um weiter zu kommen. Dass der Stresspegel dabei immer weiter ansteigt, wird durch zus\u00e4tzliche Effektlichter und Ger\u00e4uschkulissen im Raum deutlich. Auftretende Migr\u00e4neerscheinungen und panische Gedanken werden durch eine Projektion mit zunehmend verschwommenen und verzerrten Bildern visualisiert. Insgesamt dreimal m\u00fcssen jene Handlungen wiederholt werden bis die Besucher der verwirrenden Gedankenwelt entkommen. Je nachdem, wie sehr sie sich dabei auf das Erlebte einlassen, durchleben sie selbst ein Wechselbad der Gef\u00fchle und Gedanken, um die Wahrnehmung eines an Zwangsst\u00f6rungen Erkrankten besser begreifen zu k\u00f6nnen. Damit haben die Studierenden viel Feingef\u00fchl im Umgang mit diesem sensiblen Thema bewiesen und die Produktion \u201eINSIGHTS \u2013 Monster im Kopf\u201c gibt einen wertvollen Einblick in ein Leben, das stark fremdbestimmt zu sein scheint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nochmal eben ein weiteres Mal schauen, ob der Herd auch wirklich aus beziehungsweise das Auto auch wirklich abgeschlossen oder die H\u00e4nde gr\u00fcndlich genug gewaschen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[575,38],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39793"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39793"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39803,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39793\/revisions\/39803"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}