{"id":39047,"date":"2019-04-01T19:17:27","date_gmt":"2019-04-01T17:17:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=39047"},"modified":"2019-04-30T14:46:04","modified_gmt":"2019-04-30T12:46:04","slug":"oiphorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2019\/04\/oiphorie\/","title":{"rendered":"O\u00efphorie"},"content":{"rendered":"<p>Ein Himmel aus wei\u00dfen Kirschbl\u00fcten vor einem lichten Wald aus Reisigzweigen \u2013 mit \u201eO\u00efphorie\u201c schuf das atelier o\u00ef eine szenografische Landschaft, die nach japanischem Vorbild materialhafte \u00c4sthetik und minimalistische Schlichtheit vereint. Mehr als ein Jahr lang konzipierten die Westschweizer Kreativen hierf\u00fcr gemeinsam mit dem Museum f\u00fcr Gestaltung Z\u00fcrich jene 900 Quadratmeter gro\u00dfe Einzelschau, mit der das Museumsgeb\u00e4ude nach dreij\u00e4hriger Renovierung 2018 wiederer\u00f6ffnete. Den Inhalt dazu lieferte die \u00fcber 27 Jahre andauernde Schaffensgeschichte des 1991 gegr\u00fcndeten Ateliers. So geben Materialstudien, Prototypen, Produkte und Bilder einen Einblick in dessen systematische und spielerische Arbeitsweise, die sich insbesondere durch japonistische Anleihen auszeichnet: Inspiriert durch die Arbeit des japanischen Architekten Shigeru Uchida entwickelten die Begr\u00fcnder Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond einen Gestaltungsstil, der sich nicht so einfach in g\u00e4ngige Kategorien einordnen l\u00e4sst. Vielmehr wird ein Ansatz des \u201eDazwischen\u201c verfolgt, der sich an den Schnittstellen von Architektur, Produktdesign und Szenografie situiert. Dabei unterliegt jene interdisziplin\u00e4re Gestaltung grundlegenden mechanischen oder konstruktiven Prinzipien, die den Exponaten \u2013 seien es Keramiken, M\u00f6bel oder raumgreifende Installationen \u2013 eine unaufgeregte Sch\u00f6nheit verleihen, die sich aus der \u00c4sthetik des Materials selbst hervorbringt.<\/p>\n<p>So auch in der Ausstellungsgestaltung von O\u00efphorie, die sich aus einer Trias aus Licht, Farbe und Bewegung zusammensetzt \u2013 wobei f\u00fcr die Schau drei ortsspezifische Installationen entwickelt wurden, die wie luftige, schwerelos wirkende Objekte das Entr\u00e9e bilden: Das poetische Mobile \u201eMinoshi Garden\u201c, das aus hunderten von gefalteten wei\u00dfen Washi-Papieren besteht, erinnert etwa an einen Schwarm von Origami-V\u00f6geln oder an ein Kirschbl\u00fctenmeer. Die dahinter positionierte Arbeit \u201eBrindilles\u201c hingegen formt aus schlanken Holzst\u00e4ben und Stoffb\u00e4ndern eine fragile Skulptur, die baumgleich in die H\u00f6he w\u00e4chst, w\u00e4hrend sich gro\u00dfe, aus d\u00fcnnen Arvenholzstreifen geschnittene Spiralen, die \u201eHelico\u00efdales\u201c, von der Decke schrauben. Vom Eingangsbereich abgehend, erstreckt sich rundum die offen gehaltene Ausstellungsfl\u00e4che, die lediglich durch die St\u00fctzen der Architektur rhythmisiert wird und auf diese Weise die Wirkung der schlichten Exponate vollends zur Entfaltung bringt. In dem r\u00e4umlichen Arrangement spielen zudem Licht und Kinetik eine ma\u00dfgebliche Rolle \u2013 so versetzen kaum merkliche Luftz\u00fcge sowohl die Installationen, als auch die umliegenden Leuchten, die entfernt wie abstrahierte Figuren des triadischen Balletts anmuten, in Bewegung. Die atmosph\u00e4rische Lichtinszenierung aus fl\u00e4chigen Gold- und Blaut\u00f6nen unterstreicht schlussendlich jenes nahezu t\u00e4nzerische Pulsieren, sodass der Eindruck eines lebendigen, ganzheitlichen Organismus entsteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Himmel aus wei\u00dfen Kirschbl\u00fcten vor einem lichten Wald aus Reisigzweigen \u2013 mit \u201eO\u00efphorie\u201c schuf das atelier o\u00ef eine szenografische Landschaft, die nach japanischem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[448,524],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39047"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39047"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39049,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39047\/revisions\/39049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}