{"id":3723,"date":"2011-03-01T17:14:50","date_gmt":"2011-03-01T15:14:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=3723"},"modified":"2018-03-26T09:37:31","modified_gmt":"2018-03-26T07:37:31","slug":"black_swan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2011\/03\/black_swan\/","title":{"rendered":"Black Swan"},"content":{"rendered":"<p>So richtig spannend war es ja eigentlich nicht, was sich in der Nacht zu Montag im Kodak Theatre in Los Angeles zugetragen hat: Keine andere als die hoch favorisierte und -schwangere Amerikanerin Natalie Portman gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Und zwar f\u00fcr ihre Rolle als T\u00e4nzerin Nina Sayers in dem Psychothriller \u201eBlack Swan\u201c. Aber das v\u00f6llig zu Recht! Denn zusammen mit dem Regisseur Darren Aronofsky ist es ihr gelungen, eine neue, d\u00fcstere Seite des Balletts aufzuzeigen und bei vielen Kinog\u00e4ngern G\u00e4nsehaut zu erzeugen.<br \/>\nDabei hat die Figur Nina nur einen Traum: Primaballerina zu werden und in der Neuauff\u00fchrung von Schwanensee die Doppelrolle der Schwanenk\u00f6nigin zu tanzen. Direktor Thomas sieht in der lieblichen T\u00e4nzerin aber zun\u00e4chst nur die Verk\u00f6rperung des wei\u00dfen Schwans. Ihre Darstellung der schwarzen Version ist ihm zu gef\u00fchllos. Mit einem erzwungenen Kuss testet er Ninas Temperament und diese reagiert goldrichtig, bei\u00dft ihn und bekommt schlie\u00dflich die Rolle. Ab diesem Moment beginnt die Wandlung der Hauptdarstellerin von der frigiden Perfektionistin zur fanatischen K\u00e4mpferin. Und auch im Szenenbild von Th\u00e9r\u00e8se DePrez spiegelt sich diese Metamorphose wunderbar wieder: Das rosa tapezierte Kinderzimmer ist der einzig helle Raum der Wohnung, in der Nina mit ihrer strengen und sie stets kontrollierenden Mutter lebt. Mit einer Spieluhr auf dem Nachttisch und wei\u00dfer Ornamentik an Bett, Kommode und Spiegeln dient er ihr als Zufluchtsort, vor allem dann wenn sie unter ihren zunehmenden Halluzinationen zu leiden hat. So klein und liebevoll dekoriert steht der Raum deutlich im Kontrast zu den hohen, dunklen und mit zahlreichen Spiegeln behangenen Hallen, in denen die Proben f\u00fcr Schwanensee stattfinden. Die Spiegel sind dabei das wichtigste gestalterische Element, schlie\u00dflich m\u00fcssen sich \u201eT\u00e4nzer st\u00e4ndig beobachten. Die Beziehung zu ihrer Reflektion ist also ein gro\u00dfer Teil ihrer Pers\u00f6nlichkeit!\u201c, erkl\u00e4rt Regisseur Aronofsky und ist der Meinung: \u201eFilmemacher sind auch fasziniert davon, mit Reflexionen zu spielen. Ich wollte das mit meiner Arbeit auf eine neue Ebene f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Minimalistisches Set Design<\/strong><\/p>\n<p>Um die gesamte Darstellung sehr minimalistisch zu halten und mit der Intention eine Art Fotorealismus zu erzeugen beschr\u00e4nkte sich die Szenenbildnerin DePrez bei der Auswahl der Set-Farben auf Schattierungen von Schwarz, Wei\u00df und Rosa. Da wirkt es fast schon ein wenig plakativ, dass das Loft des Direktors Thomas ausschlie\u00dflich in unbunten Farben eingerichtet ist. Mit diesem Spiel von Hell und Dunkel soll wohl auch dem einf\u00e4ltigsten Kinobesucher begreifbar gemacht werden, dass Nina durch die hohen Anforderungen der Rolle hin und her gerissen ist.<br \/>\nEbenfalls mit der limitierten Farbpalette erarbeitet, aber sehr gelungen, ist die Gestaltung der Opernb\u00fchne zur Premiere von Schwanensee: Die Herausforderung war es, ein B\u00fchnenbild zu entwickeln, das dunkel, modern, kantig und vor allem cineastisch sein sollte. Mit Kronleuchtern, Laubwald-Silhouetten und einem gro\u00dfen, schwarzen Polyeder im finalen Akt schafft Th\u00e9r\u00e8se DePrez eine Adaption der klassischen Vorgabe. \u201eBesonders wichtig war es f\u00fcr den Regisseur und mich, dass alles auf der B\u00fchne in Bewegung ist. Wir wollten nichts Ruhendes. Deshalb gibt es in jedem Akt ein Element, das sich bewegt. B\u00e4ume, die sich auseinander spreizen, einen aufgehenden Mond im Hintergrund und eine Klippe mit beweglicher Rampe.\u201c, erkl\u00e4rt die Gestalterin, die f\u00fcr ihre Arbeit mit einer Nominierung f\u00fcr das beste Szenenbild bei den BAFTA-Film-Awards 2011 belohnt wurde.<br \/>\nWer nun vorhaben sollte, sich den pr\u00e4mierten Psychothriller im Kino anzuschauen, dem raten wir auf jeden Fall auf die ausgezeichnete Film- und B\u00fchnenarchitektur an den Stellen zu achten, an denen man sich sonst die Augen zuh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So richtig spannend war es ja eigentlich nicht, was sich in der Nacht zu Montag im Kodak Theatre in Los Angeles zugetragen hat: Keine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[410,370],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3723"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3723"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3723\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25954,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3723\/revisions\/25954"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}