{"id":35701,"date":"2018-08-22T10:22:21","date_gmt":"2018-08-22T08:22:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=35701"},"modified":"2018-10-31T07:24:40","modified_gmt":"2018-10-31T06:24:40","slug":"shop-till-you-drop-visual-momentising-wie-instagram-den-retail-beeinflusst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2018\/08\/shop-till-you-drop-visual-momentising-wie-instagram-den-retail-beeinflusst\/","title":{"rendered":"SHOP TILL YOU DROP! VISUAL MOMENTISING \u2013 WIE INSTAGRAM DEN RETAIL BEEINFLUSST"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aktuell lassen sich unter dem Hashtag #retail auf <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/explore\/tags\/retail\/?hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram<\/a> fast vier Millionen Beitr\u00e4ge finden \u2013 ein buntes Gemisch aus mehr oder weniger professionell zusammengestellten Waren, die zum Verkauf stehen, mehr oder weniger scharfen Bildern aus Umkleidekabinen und Momentaufnahmen von mehr oder weniger geschickt zusammengestellten Accessoires, die zusammen mit dem Shop eine zum Konsum verf\u00fchrende Einheit bilden. Angenommen diese Bilder entstehen nicht mehr nur allein durch Zufall und werden aus der H\u00fcfte geschossen \u2013 welches Potential w\u00fcrden sie wohl entfalten? Und welche Macht h\u00e4tte dann ein \u201einstagramtauglicher Retail\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>von Janina Poesch<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Instagram scheint das Allheilmittel des gro\u00dfen und kleinen Einzelhandels zu sein: F\u00fcr viele Lifestyle-Unternehmen ist die Foto-App zu einem wichtigen Marketing-Kanal geworden, denn hier k\u00f6nnen sie auf gro\u00dfe Reichweiten bei jungen Zielgruppen hoffen. Weltweit vereint das soziale Netzwerk offiziell etwa 700 Millionen User \u2013 wobei Instagram rasant w\u00e4chst und allein in Deutschland bis 2021 16,3 Millionen Nutzer erwartet werden. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Marketing-Verantwortliche Gedanken dar\u00fcber machen, wie sie den Online-Dienst optimal und vor allem gewinnbringend nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Create Stories, not Stores!<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es auch hier vorwiegend darum, Geschichten zu erz\u00e4hlen, damit Klicks zu generieren und vom launischen Algorithmus zu profitieren, der die Bekanntheit steigern und die eigenen Produkte pushen soll. Das ist m\u00fchselig, nicht immer nachvollziehbar \u2013 wer kann schon diesen Algorithmus beeinflussen? \u2013 und kann mitunter auch sehr teuer werden, wenn f\u00fcr Anzeigen Geld ausgeben und das System des \u201eEngagements\u201c (Likes, Views oder Kommentare) damit umgangen wird. Umso besser, wenn die Kunden selbst zum Smartphone greifen und das virale Karussell ansto\u00dfen. Je mehr Follower sie haben, desto gr\u00f6\u00dfer die Wahrscheinlichkeit, gesehen zu werden. Wird dieses Ziel professionell verfolgt, muss der Raum, in dem sich die Ware befindet \u2013 also die Kulisse \u2013 dementsprechend gestaltet sein: Ist das Licht blendfrei? Funktioniert die Wandgestaltung als Hintergrund? Ist die Dekoration stimmig angeordnet? Ist die Umkleidekabine gro\u00df genug f\u00fcr den Selfie-Stick? Und am wichtigsten: Gibt es im Laden WLAN? Klingt irgendwie grotesk? Mag sein, aber weltweite Konzepte beweisen: Diese Herangehensweise scheint offensichtlich von Erfolg gekr\u00f6nt zu sein.<\/p>\n<p>Eines der besten Beispiele f\u00fcr diesen Trend ist der New Yorker Shop <a href=\"https:\/\/thisisstory.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Story<\/a>. Bereits 2011 von Rachel Shechtman gegr\u00fcndet, zeichnet sich der 2.000 Quadratmeter gro\u00dfe Raum in Manhattans 10th Avenue dadurch aus, dass er die \u201eSichtweise eines Magazins besitzt, sich wie eine Galerie ver\u00e4ndert und Dinge wie ein Laden verkauft\u201c. Das hei\u00dft, alle vier bis acht Wochen erfindet sich die Marke, das Angebot und damit auch die Umgebung neu, um pulsierenden Themen und Trends nachgehen zu k\u00f6nnen. Das Konzept wurde schon oft pr\u00e4miert und stellt an sich vielleicht keine absolute Innovation mehr da, w\u00e4ren da nicht die unz\u00e4hligen Kunden und Fans, die regelm\u00e4\u00dfig zu den Events wiederkehren, um unter dem Hashtag #thisisstory ihre selbst geschossenen Bilder auf <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/explore\/tags\/thisisstory\/?hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram<\/a> zu posten und so f\u00fcr mehr Bekanntheit zu sorgen \u2013 f\u00fcr die eigene genauso wie f\u00fcr die des Retailers. Dabei haben \u2013 gerade in Zeiten, in denen der station\u00e4re Handel vielmehr als \u201eFreizeitort und nicht mehr als Versorgungseinheit\u201c* gesehen wird \u2013 wiederkehrende Kunden nicht nur in der digitalen Welt einen enormen Wert.<\/p>\n<p>Gewiss: Das Visual Merchandising und sich ver\u00e4ndernde Pr\u00e4sentationsfl\u00e4chen waren schon immer wesentlicher Bestandteil des Einzelhandels. Momentan scheint jedoch das \u201eVisual Momentising\u201c den Markt zu beherrschen: Kunden geht es vielmehr darum, den f\u00fcr sie \u201eperfekten Moment\u201c zu kreieren, ihn festzuhalten und dann online zu verbreiten. Das bedeutet, dass der Einzelhandel zuk\u00fcnftig immer h\u00e4ufiger so konzipiert werden wird, dass er durch das Objektiv der Smartphone-Kamera betrachtet werden kann. Das ist auch den Gestaltern dieser R\u00e4umlichkeiten bewusst und es ist kein Geheimnis mehr, dass Architekten und Innenarchitekten bereits beim Briefing aufgefordert werden, mit ihren Konzepten instagramtaugliche Momente zu forcieren.<\/p>\n<p>Nadine Frommer und Christoph Stelzer von der Stuttgarter Agentur DFROST wissen um die <a href=\"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/11\/dfrost-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thematik<\/a>: \u201eKlickzahlen werden zum Gradmesser von Erfolg, Beliebtheit und Einfluss. Die Resonanz, die ein einziges Bild auszul\u00f6sen vermag, ist enorm.\u201c Und sie f\u00fcgen erg\u00e4nzend hinzu: \u201eMittlerweile steht der station\u00e4re Handel immer mehr vor der Herausforderung, Lifestyle-Welten zu schaffen \u2013 es geht um Sehns\u00fcchte und Wunschszenarien und gerade auf der emotionalisierten Verkaufsfl\u00e4che spielen visuelle Trends eine entscheidende Rolle. Der Kunde stellt aber nicht nur hohe Anforderungen an die Qualit\u00e4t, sondern auch an die Frequenz optischer Eindr\u00fccke. So f\u00fchrt die Schnelllebigkeit der sozialen Medien auch zu einer Beschleunigung der Inszenierungen im Gesch\u00e4ft sowie im Schaufenster. Diese Erwartungshaltung der Kunden an schnelle Wechsel und immer neue Bilder m\u00fcssen die Verantwortlichen der Ladengestaltung und Wareninszenierung heute bedienen. Die Kunst ist also, zu erkennen, was die Aufmerksamkeit der Zielgruppe weckt: was ihre derzeitigen W\u00fcnsche, Tr\u00e4ume und Bed\u00fcrfnisse sind \u2013 die alte, immerw\u00e4hrende Geschichte also. Wenn wir das herausgefunden haben, sind Instagram-Momente lenkbar: mit Markenidentit\u00e4ten, um die richtigen Inhalte zu kreieren, sowie mit einem entsprechend instagramtauglichen Ladenkonzept. So k\u00f6nnen regelrechte Instagram-Paradiese entstehen \u2013 mit gehypten Motiven wie zum Beispiel ausgefallene Wanddekorationen, kunstvolle Installationen oder ausgew\u00e4hlte Accessoires. Farblich sortierte Kleiderstangen, Spiegelfl\u00e4chen, schicke Au\u00dfenfassaden und Schaufenster sind neben coolen Kunstobjekten und zeitgeistigen Lounge-M\u00f6beln ebenfalls beliebte Foto-Requisiten. Gut gemacht ist das Resultat dann nicht einfach nur ein nichtssagendes Selfie, sondern ein Bild, das zahlreiche Informationen zu Gesch\u00e4ft, Marke und Produkten liefert. Aus Hashtag sowie Ortsangaben und Bildunterschriften l\u00e4sst sich weiteres wertvolles Hintergrundwissen ziehen. Im Gegensatz zu gezielten und zumeist teuer bezahlten Kooperationen mit Influencern sind diese Fotos authentische Zugest\u00e4ndnisse an die Marke, die auch als solche wahrgenommen werden. Am Ende geht es also darum, den Laden zu einem einzigartigen Ort zu machen: Kunden m\u00fcssen ermutigt werden, in individuelle Lifestyle-Szenarien mit unverwechselbarer \u00c4sthetik einzutauchen. Shopping wird so zum immersiven Erlebnis. Uns ist klar: Die aktuellen Entwicklungen sind auf jeden Fall eine Herausforderung, aber auch eine riesige Chance. In jedem Fall verlangen sie nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Kunden. Oberste Maxime bleibt jedoch, dass die Gestaltung einer Verkaufsfl\u00e4che die Marke in allen Facetten widerspiegelt und optimal in Szene setzt \u2013 Digitalisierung inbegriffen. Dabei kommt es nicht darauf an, R\u00e4ume f\u00fcr soziale Netzwerke zu gestalten, sondern vielmehr R\u00e4ume f\u00fcr die Entfaltung von Kundenbed\u00fcrfnissen zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Act real, not just digital!<\/strong><\/p>\n<p>Wer als H\u00e4ndler also optisch attraktiv genug ist, um auf Instagram Beachtung zu finden, hat gute Chancen, um das Herz bzw. das Smartphone seiner Zielgruppe zu erobern und seinen Umsatz wesentlich zu steigern. Wer als Architekt bzw. Innenarchitekt diese Entwicklung mitgestalten will, sollte selbst mit innovativen und inspirierenden Ideen aufwarten, die aus einem herk\u00f6mmlichen Laden eine B\u00fchne machen \u2013 f\u00fcr Marke, Ware und Menschen. Und wer als Kunde sowohl real als auch digital an diesen Welten begeistert teilhaben m\u00f6chte, geht einfach in den n\u00e4chsten Shop \u2013 kauft am besten auch gleich etwas ein! \u2013, nimmt sein Smartphone in die Hand und postet unter dem Hashtag #retail emotionale Bilder, die andere animieren, ihr oder ihm gleich zu tun \u2013 womit der station\u00e4re Handel wohlm\u00f6glich auch wieder aus der Krise geholt werden k\u00f6nnte &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Beitr\u00e4ge aus unserer Retail-Reihe finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?s=shop+till+you+drop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SHOP TILL YOU DROP! Inszenierungen im Warenraum \u2013 Wie und wo wir in Zukunft einkaufen werden<\/a>.<\/p>\n<p>Und wie Instagram w\u00e4hrenddessen das Museum beeinflusst, haben unsere Kollegen von MusErMeKu <a href=\"https:\/\/musermeku.org\/2018\/08\/08\/museum-selfie-freundlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> sehr gut zusammengefast. Die passenden Beispiele gibt\u2019s <a href=\"https:\/\/news.artnet.com\/art-world\/the-children-of-the-museum-of-ice-cream-1258058\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> gleich dazu &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>* <a href=\"http:\/\/www.zukunftdeseinkaufens.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.zukunftdeseinkaufens.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuell lassen sich unter dem Hashtag #retail auf Instagram fast vier Millionen Beitr\u00e4ge finden \u2013 ein buntes Gemisch aus mehr oder weniger professionell zusammengestellten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35701"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35701"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35701\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35723,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35701\/revisions\/35723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}