{"id":35510,"date":"2018-07-24T10:11:28","date_gmt":"2018-07-24T08:11:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=35510"},"modified":"2018-07-24T10:50:13","modified_gmt":"2018-07-24T08:50:13","slug":"karl-stocker-uber-seinen-hass-auf-ausstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2018\/07\/karl-stocker-uber-seinen-hass-auf-ausstellungen\/","title":{"rendered":"KARL STOCKER \u00dcBER SEINEN HASS AUF AUSSTELLUNGEN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eIch arbeite gerne mit Theaterleuten, weil sie es gewohnt sind, interessante Geschichten zu entwickeln.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seine T\u00e4tigkeit bezeichnet er als Ausstellungsregie: Karl Stocker realisierte zahlreiche Projekte wie etwa die Steirischen Landesausstellungen \u201eWallfahrt\u201c (1994) und \u201eVerkehr\u201c (1999), \u201eBerg der Erinnerungen\u201c f\u00fcr Graz als Kulturhauptstadt (2003) und \u201eAbsolutely free. Der Woodstockeffekt\u201c f\u00fcr das Landesmuseum JOANNEUM (2009). Trotzdem sagt er von sich, Ausstellungen zu hassen. Wie seiner Meinung nach, interessante Ausstellungen gestaltet, welche Kompetenzen im Master-Studiengang Ausstellungsdesign an der FH JOANNEUM erworben, und warum der eigene Arzt in Gestaltungsfragen \u00f6fter um Rat gefragt werden sollte, verr\u00e4t er im Interview.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die Fragen stellte Verena Kolm.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karl Stocker, Sie sind Leiter des Master-Studiengangs Ausstellungsdesign. Hassen Sie Ausstellungen wirklich?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, die meisten! Ich finde Ausstellungen sehr oft langweilig. Welche mich am meisten \u00e4rgern, sind diejenigen, bei denen ich bereits davor schon wei\u00df, wie sie sein werden. Dies gilt sowohl f\u00fcr die inhaltliche als auch f\u00fcr die gestalterische Seite. Dabei handelt es sich um ein so spannendes und umfassendes Medium, das viele M\u00f6glichkeiten bereith\u00e4lt: Sie k\u00f6nnen die interessantesten Geschichten erz\u00e4hlen, indem sie stereotype Meinungen hinterfragen und Fragen stellen, die das Publikum nicht erwartet. Und dies wird dann in den R\u00e4umen durch \u00c4sthetik umgesetzt. Es ist eigentlich wie Filme zu machen \u2013 eigentlich sogar noch besser, weil die Besucher hier sogar durch den Film gehen k\u00f6nnen. Das Publikum muss fasziniert werden, das ist die Aufgabe.<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><strong>Wie werden denn interessante Ausstellungen gemacht?<\/strong><b><\/b><\/p>\n<p>Das Wichtigste ist, Fragen zu formulieren, die Sie sich noch nie gestellt haben. Dies geschieht in der Regel in einem transdisziplin\u00e4ren oder in einem \u2013 wie es der franz\u00f6sische Philosoph Michel Foucault nennt \u2013 \u201ede-disziplinierten\u201c Team. Das bedeutet, disziplin\u00fcbergreifend zu arbeiten, aber auch nicht durch einzelne Disziplinen eingeschr\u00e4nkt zu sein. Ich arbeite gerne mit Theaterleuten, weil sie es gewohnt sind, interessante Geschichten zu entwickeln. Sehr produktiv ist auch die Zusammenarbeit mit meinem besten Freund \u2013 ein Arzt, der generell unglaublich gebildet ist. So l\u00e4sst sich auch mal abseits der ausgetretenen Pfade denken.<\/p>\n<p>Zudem ist es sehr wichtig, die \u00c4sthetik- bzw. Design-Seite von Anfang an zu integrieren: Ausstellungsgestalter m\u00fcssen von Anfang an dabei sein und mithelfen, die Dinge zu entwickeln. Das produktive, kreative Zusammenspiel von Inhalt und Design ist f\u00fcr die erfolgreiche Realisierung eines Ausstellungsprojekts unglaublich wichtig.<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><strong>Und was l\u00e4sst sich dann im Master-Studiengang Ausstellungsdesign lernen?<\/strong><b><\/b><\/p>\n<p>Der spezifische Aspekt des Studiengangs ist die Kombination von \u00c4sthetik und Inhalt, die hier im Unterricht vermittelt werden soll. Dass das Praktische nat\u00fcrlich auch im Mittelpunkt eines Design-Studiengangs steht, wird ebenfalls deutlich: Bereits w\u00e4hrend des Studiums f\u00fchren wir viele konkrete Projekte mit Institutionen und Unternehmen durch, denn diese Umsetzungskompetenz unserer Studierenden ist eine wesentliche \u201eUnique Selling Proposition\u201c der hiesigen Ausbildung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karl Stocker, vielen Dank f\u00fcr das ehrliche Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zur Person<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Karl Stocker, Jahrgang 1956, ist Universit\u00e4tsprofessor, Historiker, Kulturwissenschaftler und Ausstellungsgestalter. Nach seinem Studium der Geschichte und Volkskunde nahm er seit 1983 Lehrauftr\u00e4ge an verschiedenen nationalen und internationalen Universit\u00e4ten wie der Karl-Franzens-Universit\u00e4t Graz oder der Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin an. Seit 2001 ist er Fachhochschullehrer an der FH JOANNEUM Graz f\u00fcr die Studieng\u00e4nge Informationsdesign sowie Journalismus und Unternehmenskommunikation, seit 2004 Leiter des Studiengangs informationsdesign und seit 2006 Leiter des Master-Studiengangs Ausstellungsdesign.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch arbeite gerne mit Theaterleuten, weil sie es gewohnt sind, interessante Geschichten zu entwickeln.\u201c &nbsp; Seine T\u00e4tigkeit bezeichnet er als Ausstellungsregie: Karl Stocker realisierte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1353],"tags":[880],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35510"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35510"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35541,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35510\/revisions\/35541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}