{"id":32835,"date":"2017-08-24T09:05:23","date_gmt":"2017-08-24T09:05:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=28321"},"modified":"2019-03-05T17:19:27","modified_gmt":"2019-03-05T16:19:27","slug":"moving-and-spaceforming-objects","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/08\/moving-and-spaceforming-objects\/","title":{"rendered":"MOVING AND SPACE-FORMING OBJECTS"},"content":{"rendered":"<p>Gibt es eine Architektur ohne Regeln, Kontrolle oder Ordnung? Ist es m\u00f6glich, R\u00e4ume zu entwerfen, die nicht fest und statisch sind, sondern sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndern? Mit genau diesen Fragen setzt sich der Frankfurter Architekt Christos Voutichtis seit 2015 mit seinem Projekt \u201eMoving and Space-Forming Objects\u201c (The Performativity of the Space) auseinander.<\/p>\n<p>Der Grundgedanke seiner Arbeit entwickelte sich aus einem Experiment, das Voutichtis mit Passanten in Frankfurt durchf\u00fchrte: Diese wurden gebeten, Luftballons aufzublasen, die er anschlie\u00dfend einsammelte und in eine feste Anordnung brachte. Dabei erkannte er, dass das Ergebnis aus unterschiedlich stark aufgeblasenen Ballons nicht im Voraus digital h\u00e4tte berechnet werden k\u00f6nnen. Aus dieser Tatsache heraus ergaben sich folgende Fragen: Gibt es einen Entwurfsprozess, der ganz ohne aktiven Eingriff des Gestalters ablaufen kann? Und k\u00f6nnen so performative R\u00e4ume entstehen \u2013 R\u00e4ume, die sich ununterbrochen von selbst neu erfinden? Eine Anarchie der Architektur?<br \/>\nUm dies zu erforschen, schuf Voutichtis in Mailand, Prag und Warschau experimentelle Rauminstallationen, die durch \u00e4u\u00dfere Gegebenheiten oder Interaktionen von Betrachtern ver\u00e4ndert wurden. Dabei achtete er darauf, dass er lediglich die Rahmenbedingungen w\u00e4hlte und sich die Installation ansonsten frei entwickeln konnte. Mithilfe von Ventilatoren oder der nat\u00fcrlichen Luftzirkulation des Ausstellungsorts wurden leichte, transparente Plastikschl\u00e4uche aufgeblasen. So entstanden in Bewegung bleibende R\u00e4ume mit d\u00fcnnen Membranen. Durch Ver\u00e4nderung des Luftzugs, Ber\u00fchrung oder Betreten dieser R\u00e4ume konnten Besucher tempor\u00e4r Einfluss nehmen. Auf diese Weise wurden die Grenzen von statischen R\u00e4umen aufgebrochen und ausgedehnt: Der in einem Moment entstandene Raum bereitete den im n\u00e4chsten Moment ver\u00e4nderten vor und beeinflusste diesen. Ob der neue Raum tats\u00e4chlich physisch oder nur virtuell existierte, blieb dabei unklar.<br \/>\nAls n\u00e4chsten Schritt erhofft sich Voutichtis neue Erkenntnisse aus der digitalen Erfassung der analog gewonnenen Ergebnisse. Sensorische Fasern, die in die Membran der autogenerativen R\u00e4ume integriert werden, k\u00f6nnten den Bewegungsablauf auf einen Computer \u00fcbertragen und so die Weiterentwicklung der Arbeitsmodelle erleichtern. In einer Simulation w\u00fcrden dann Parameter erfasst, nach denen sich der Raum bewegt.<br \/>\nOb Architektur, Kunst und Theorie, statischer und beweglicher Raum, analoge und digitale Arbeitsweisen \u2013 Voutichtis gelingt es mit seinen performativen R\u00e4umen, Grenzen aufzubrechen und verschwimmen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gibt es eine Architektur ohne Regeln, Kontrolle oder Ordnung? Ist es m\u00f6glich, R\u00e4ume zu entwerfen, die nicht fest und statisch sind, sondern sich st\u00e4ndig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,7],"tags":[62,52,1371,1773,293],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32835"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32835"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32837,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32835\/revisions\/32837"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}