{"id":32660,"date":"2017-08-10T12:34:14","date_gmt":"2017-08-10T12:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2018-03-12T09:50:53","modified_gmt":"2018-03-12T08:50:53","slug":"niklaus-manuel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/08\/niklaus-manuel\/","title":{"rendered":"S\u00f6ldner, Bilderst\u00fcrmer, Totent\u00e4nzer \u2013 Mit Niklaus Manuel durch die Zeit der Reformation"},"content":{"rendered":"<p>Maler, Zeichner, Literat, Politiker, S\u00f6ldner und Diplomat \u2013 Niklaus Manuel (1484 \u2013 1530) war eine vielseitig bekannte Schweizer Pers\u00f6nlichkeit. Sein Leben war gepr\u00e4gt durch den gesellschaftlichen Umbruch seiner Zeit: die Entwicklung des Buchdrucks, die Entdeckung Amerikas sowie die Reformation. In einer Sonderausstellung im Bernischen Historischen Museum, die von Valentine Koppenh\u00f6fer gestaltet wurde und von Oktober 2016 bis April 2017 zu sehen war, wurde seine Person nun noch einmal neu belebt, um Neugierige an genau jenen reformatorischen Ver\u00e4nderungen in der Schweiz teilhaben zu lassen.<\/p>\n<p>Angelehnt an die damalige Architektur, von der Weimarer Szenografin jedoch modern und reduziert umgesetzt, wurde die Ausstellung dabei in einzelne Abschnitte aufgeteilt, die den Geb\u00e4uden einer mitteralterlichen Stadt nachempfunden waren. So liefen die Besucher durch schmale Gassen, Arkadeng\u00e4nge und Gew\u00f6lbe aus Holz, sie betraten stimmungsvoll gestaltete Schaupl\u00e4tze und lernten dabei die verschiedenen Einfl\u00fcsse des 15. und 16. Jahrhunderts am Beispiel der Person Niklaus Manuels und seines Lebenswerks kennen: Auf einem dunklen Friedhof wurde ihnen beispielsweise durch bewegte, lebensgro\u00dfe Figuren die Allgegenw\u00e4rtigkeit des Todes n\u00e4hergebracht, die auch die Bilder des Malers stark pr\u00e4gte. Von hier aus gelangten sie in einen abstrahierten Kirchenraum, der die Funktion der sp\u00e4tmittelalterlichen, katholischen Kirche sowie die Aufgaben eines K\u00fcnstlers in diesem System verdeutlichte. Die Formprinzipien des typischen Kunst- und Baustils wurden szenografisch auf neue und moderne Art aufgegriffen: D\u00fcster, aber dennoch bildreich und prachtvoll wirkte der Raum wie ein mittelalterlich sakraler Bau.<\/p>\n<p>Durch einen farbig beleuchteten Tunnel, in dem sich bekannte Raumprinzipien aufzul\u00f6sen schienen, konnten Besucher in ein komplett reformiertes und gegenteilig zum katholischen Kirchenraum gestaltetes Kirchengeb\u00e4ude schreiten: Hier lag der Fokus auf einer kargen, jedoch gleichzeitig erhellten Gestaltung. Die Ausstellungsst\u00fccke waren eher von Wort und Schrift gepr\u00e4gt und die Betrachter erlebten ein plakatives Bild der reformierten Kirche.<\/p>\n<p>In der Folge lernten sie die Zerissenheit der Schweizer Bev\u00f6lkerung kennen. Die umst\u00fcrzlerischen Prozesse der Reformation hatten Auswirkungen auf Gesellschaft und Familie, die im letzten Teil der Ausstellung thematisiert und anhand von Malereien und Dokumenten aus Niklaus Manuels Lebenswerk veranschaulicht wurden.<\/p>\n<p>Auf dem Rundgang durch das Museum wurde so die Stimmung der Schweizer Gesellschaft zur Zeit Niklaus Manuels sowie die Rolle des K\u00fcnstlers darin vermittelt. Ausgel\u00f6st durch die atmosph\u00e4rische Spannung zwischen den verschiedenen R\u00e4umen, bekamen die Besucher das Gef\u00fchl, direkt in das sp\u00e4te Mittelalter zur\u00fcckversetzt zu werden. Durch die beiden kontrastierenden Gestaltungsans\u00e4tze wurden ihnen gegens\u00e4tzliche Standpunkte zwischen Katholiken und Protestanten sowie zwischen konservativem und fortschrittlichem Denken auf mehreren Ebenen n\u00e4hergebracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maler, Zeichner, Literat, Politiker, S\u00f6ldner und Diplomat \u2013 Niklaus Manuel (1484 \u2013 1530) war eine vielseitig bekannte Schweizer Pers\u00f6nlichkeit. 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