{"id":32492,"date":"2017-07-19T12:06:57","date_gmt":"2017-07-19T12:06:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2017-07-27T17:17:50","modified_gmt":"2017-07-27T15:17:50","slug":"pavillon-deutschland-expo2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/07\/pavillon-deutschland-expo2017\/","title":{"rendered":"PAVILLON DEUTSCHLAND | EXPO 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf der <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/07\/expo-2017-astana-kasachstan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EXPO 2017<\/a> in Kasachstans Hauptstadt Astana geht es um die \u201eEnergie der Zukunft\u201c. Wie diese allerdings aussehen soll, dar\u00fcber gehen die Meinungen in den L\u00e4nderpavillons weit auseinander: W\u00e4hrend China, Frankreich und Russland auf Atom-Energie setzen, will Deutschland f\u00fcr die Energiewende werben und zeigen, welche Potenziale die Kr\u00e4fte der Natur bergen und wie sich die Menschen diese Urgewalten zunutze machen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Gestaltung des Pavillons zeichnet dabei die Arbeitsgemeinschaft aus gtp2 architekten, insgl\u00fcck und mac messe- und ausstellungscenter Service verantwortlich, die eindr\u00fccklich demonstrieren m\u00f6chte, wie die Energiewende \u201eMade in Germany\u201c funktionieren kann. PLOT war vor Ort und hat sich \u2013 ganz umweltvertr\u00e4glich \u2013 \u00fcberzeugen lassen.<\/strong><\/p>\n<p><em><br \/>\nvon Janina Poesch<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deutschland beherrscht sein Handwerk \u2013 sogar so gut, dass der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2017 in Astana zehn Tage vor dem offiziellen Er\u00f6ffnungstermin fertiggestellt werden konnte. \u201eDas gesamte EXPO-Team hat wochenlang rund um die Uhr gearbeitet, damit sich der Deutsche Pavillon zur Er\u00f6ffnung im perfekten Zustand pr\u00e4sentiert. Unter teils schweren Bedingungen, ist es dank des Engagements aller Kollegen und Beteiligten schon zu den Testl\u00e4ufen vor der Er\u00f6ffnung gelungen, unsere Ideen Realit\u00e4t werden zu lassen\u201c, so Detlef Wintzen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von insgl\u00fcck. Die Berliner Agentur f\u00fcr Live-Kommunikation zeichnet zusammen mit gtp2 architekten und mac messe- und ausstellungscenter Service erstmalig f\u00fcr Konzeption, Planung und Realisierung des Deutschen Pavillons verantwortlich. Auf 1.250 Quadratmetern widmet sich die Arbeitsgemeinschaft dabei unter dem Motto \u201eEnergy on Track\u201c dem \u00fcbergreifenden EXPO-Thema \u201eFuture Energy\u201c und pr\u00e4sentiert nun anhand von interaktiven Exponaten nachhaltige Technologien, innovative Verfahren und wegweisende L\u00f6sungen im Bereich der Energieversorgung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dramaturgisch erleben die Besucher die Ausstellung in einer Art Zoombewegung: von der globalen Perspektive bis hin zum einzelnen Menschen \u2013 und seiner eigenen Energie im ver\u00e4nderten Umgang mit den Ressourcen. Die etwa 5.000 bis 8.000 G\u00e4ste t\u00e4glich werden dabei gleich zu Beginn in den Pavillon \u201eeingesogen\u201c: Mit einer einladenden Geste wurde die Fassade des Pavillons ge\u00f6ffnet und ein trichterf\u00f6rmiger Gang lenkt Interessierte nun ganz automatisch in die Schau. Die hier gezeigte Ausstellung der 16 deutschen Bundesl\u00e4nder verk\u00fcrzt nicht nur die Wartezeit, sondern gibt mit Schautafeln und Filmen unter anderem erste Einblicke in die Energiewende \u201eMade in Germany\u201c.<\/p>\n<p>Nach einer pers\u00f6nlichen Begr\u00fc\u00dfung gelangen die Besucher schlie\u00dflich in einen dunklen Raum, der als Prolog fungiert und in dem anhand von gro\u00dfformatigen Naturaufnahmen f\u00fcnf Hoffnungstr\u00e4ger vorgestellt werden, die als erneuerbare Energietr\u00e4ger innovative M\u00f6glichkeiten bieten: Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse. F\u00fcnf Farbstreifen \u2013 die Energielinien \u2013 f\u00fchren dabei durch den Raum, gehen in die \u201eKarte der Zukunft\u201c und damit in den ersten Ausstellungsbereich \u00fcber. Auf einer \u00fcberdimensionalen Landkarte auf Boden und W\u00e4nden wird hier die Welt im Wandel abgebildet und Besucher k\u00f6nnen aus der Vogelperspektive die Potenziale regenerativer Energien erforschen. Jeder Hoffnungstr\u00e4ger wird dabei in ein interaktives Exponat \u00fcbersetzt und in dem vorwiegend Wei\u00df gehaltenen Raum werden neben konkreten Kooperationsprojekten (wie der erste kasachische Windpark Yerementau I, der mit deutscher Unterst\u00fctzung gebaut wurde), auch Themen wie intelligente Vernetzung oder die Energiespeicherung der Zukunft anschaulich dargestellt. Dank sogenannter Smartsticks, die den Pavillong\u00e4sten beim Eintritt ausgeh\u00e4ndigt werden, werden die insgesamt 15 Exponate aktiviert. Besucher k\u00f6nnen mit den schlanken Kunststoff-Pl\u00e4ttchen, die auf eine der vier Pavillonsprachen kodiert werden k\u00f6nnen, nicht nur Wissen, sondern im \u00fcbertragenden Sinn zeitgleich auch Energie sammeln, die als Smartpoints auf diesen Sticks gespeichert werden.<\/p>\n<p>Mit dem zweiten, etwas kleineren Ausstellungsbereich \u201eStadt der Zukunft\u201c lenken die Gestalter den Blick schlie\u00dflich auf das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen und Interessierte k\u00f6nnen erfahren, welche Auswirkungen die Umstellung auf erneuerbare Energien auf ihr allt\u00e4gliches Leben hat. Gezeigt werden Technologien, Systeme und Produkte aus den Bereichen Bauen und Mobilit\u00e4t \u2013 vom Smart Home \u00fcber eine Algenfassade bis hin zu Elektrofahrzeugen. Auch hier k\u00f6nnen die Pavillong\u00e4ste mit dem Smartstick \u201earbeiten\u201c und im Idealfall bis zu 560 Smartpoints sammeln. Und diese k\u00f6nnen sie auch gut gebrauchen: In der abschlie\u00dfenden \u201eEnergy-Show\u201c werden in einem verspiegelten Raum alle Smartsticks gemeinsam auf einem gro\u00dfen runden Tisch abgelegt. Die gesammelten Smartpoints werden medienwirksam vereint und verwandeln sich in energiegeladene Lichtimpulse, die sich schlie\u00dflich zu einer Lasershow, begleitet von immersiven Projektionen und Surround-Sound steigern. Die Besucher erleben hier, wie sich die Welt um sie herum ver\u00e4ndert \u2013 ausgel\u00f6st durch ihr eigenes Handeln. Das Gemeinschaftserlebnis soll so den Menschen als wichtigsten Treiber der Energiewende in den Fokus stellen und als Symbol f\u00fcr die Kraft des Einzelnen im Verbund mit seinen Mitmenschen stehen. \u201eDas ist unser Highlight\u201c, ist sich Detlef Wintzen sicher: \u201eDie emotionale Show zeigt den Besuchern, dass die Energiewende nur Realit\u00e4t wird, wenn alle mithelfen. Wir sind \u00fcberzeugt, mit der Ausstellung nicht nur Deutschland als wesentlichen Treiber politisch, wirtschaftlich und technologisch optimal pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen, sondern auch alle Besucher mit der Gewissheit zu entlassen, dass sie es sind, die die Welt ver\u00e4ndern k\u00f6nnen \u2013 your energy can change the world!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ja, Deutschland beherrscht sein Handwerk! So ist dank deutscher Tugenden \u2013 und einem Gesamtbudget von 15 Millionen Euro \u2013 auch eine Inszenierung gelungen, die dramaturgisch sehr gut aufgebaut, konzeptionell sehr gut gedacht, didaktisch gut aufbereitet und trotz der erschwerten Bedingungen auch sauber ausgef\u00fchrt wurde. Es ist eine Freude zu beobachten, wie sich die Pavillon-Besucher die Inhalte zu Eigen machen und dabei keinerlei Ber\u00fchrungs\u00e4ngste entstehen. Detlef Wintzen hat Recht: Deutschland wurde in der Tat \u201epolitisch, wirtschaftlich und technologisch optimal pr\u00e4sentiert\u201c. Was allerdings schade ist, ist die Tatsache, dass wir Deutschen eben doch nicht so recht aus unserer Haut k\u00f6nnen, dass Kunst und Kultur leider immer wieder eine untergeordnete Rolle spielen und sich dies auch auf der EXPO nur durch ein schales Rahmenprogramm mit \u201einternational erfolgreichen Stars\u201c wie Joja Wendt, Die Lochis oder Fools Garden niederschl\u00e4gt. Da w\u00e4re doch mit Sicherheit noch einiges mehr zu holen gewesen, wenn der \u201eMotor\u201c der \u201eDeutschen Kulturlandschaft\u201c schon in der Ausstellung keine Erw\u00e4hnung findet oder als Inspirationsgeber dient. Da sind wir lieber damit besch\u00e4ftigt, unsere eigenen Klischees zu bedienen, Wei\u00dfbier mit Schweinshaxe im Restaurant des Deutschen Pavillons zu servieren und im Souvenirladen \u201elandestypische\u201c Teddyb\u00e4ren in Lederhosen zu verkaufen. Aber das wird ja nun mal so von uns erwartet \u2026<\/p>\n<p>Wann wir endlich \u00fcber den deutschen Tellerrand hinausschauen werden und uns trauen, neue Pfade zu gehen, damit altradierte Mittel und Wege zu verlassen und doch auch mal f\u00fcr eine \u00dcberraschung gut sind, bleibt immer noch abzuwarten. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf \u2013 schlie\u00dflich m\u00fcssen auch Handwerker mal ihr Werkzeug nachr\u00fcsten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der EXPO 2017 in Kasachstans Hauptstadt Astana geht es um die \u201eEnergie der Zukunft\u201c. Wie diese allerdings aussehen soll, dar\u00fcber gehen die Meinungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[1754,1285,1755,1756],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32492"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32492"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32504,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32492\/revisions\/32504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}