{"id":32299,"date":"2017-07-11T13:51:50","date_gmt":"2017-07-11T13:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=20735"},"modified":"2017-07-11T17:16:46","modified_gmt":"2017-07-11T15:16:46","slug":"triggerbangbang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2017\/07\/triggerbangbang\/","title":{"rendered":"TRIGGERBANGBANG \u00dcBER GENERATIVE GESTALTUNG UND RAUMIMPULSE"},"content":{"rendered":"<p align=\"CENTER\"><em>\u201eDas selbst\u00e4ndige Schreiben von Codes hat in gewisser Ma\u00dfen auch eine inh\u00e4rente \u00c4sthetik, die wiederum Einfluss auf unsere Gestaltung hat.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend ihr Vater in den 1970er-Jahren die Band seiner Geschwister mit avantgardistischen Dia-Projektionen lediglich in seiner Freizeit visuell begleitete, entschieden die vier Br\u00fcder Jakob, Moritz, Paul Ray und Philipp Schell 2016 gemeinsam mit ihrem Freund Frederic Seybicke ihr eigenes Hobby \u2013 das durchaus Parallelen aufweist \u2013 zum Beruf zu machen. Dementsprechend agiert das junge sowie interdisziplin\u00e4re Kollektiv aus Medienk\u00fcnstlern, Designern und Architekten nun seit beinahe zwei Jahren an der Schnittstelle zwischen Szenografie, Licht- sowie Interaktionsdesign und beweist, dass generative Gestaltung R\u00e4ume durchaus zum Leben erwecken kann. PLOT hat TRIGGERBANGBANG zu ihrer experimentellen Arbeitsweise befragt.<\/strong><\/p>\n<p><em><br \/>\nvon Janina Poesch<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trigger bang bang! Was sich anh\u00f6rt wie der Inhalt einer Comic-Sprechblase ist nicht nur ein elementares Konzept der grafischen Programmiersprache Pure Data \u2013 quasi ein Befehl, bei dem ein Eingangssignal in zwei oder mehrere Ausgangssignale vervielf\u00e4ltigt werden kann \u2013, sondern ebenfalls der Name eines jungen Kollektivs, f\u00fcr das der Impuls \u201eTrigger bang bang\u201c exemplarisch f\u00fcr ihre Arbeitsweise steht: \u201eWir arbeiten in r\u00e4umlichen Situationen, wobei wir jegliche Informationen im Raum verarbeiten, steuern, beobachten und beeinflussen oder sogar verst\u00e4rken k\u00f6nnen\u201c, fasst Philipp Schell zusammen, der 2016 gemeinsam mit seinen drei Br\u00fcdern Jakob, Moritz und Paul Ray sowie dem Freund Frederic Seybicke TRIGGERBANGBANG gr\u00fcndete. \u201eWir alle haben in den Bereichen Medienkunst, Grafikdesign sowie Architektur studiert und vor etwa zwei Jahren begonnen, Lichtinstallationen zu konzeptionieren. Angefangen haben wir auf Partys und Konzerten und es hat uns gro\u00dfen Spa\u00df gemacht, durch die Stimmung, die wir erzeugen konnten, ein direktes und sp\u00fcrbares Feedback von den Leuten zu bekommen. Dabei haben wir schon immer mit unseren eigens entwickelten Leuchtmodulen gearbeitet, die auf Sound reagieren k\u00f6nnen. Selbstverst\u00e4ndlich werden diese automatisierten Installationen durch Pure Data gesteuert: Da wir unseren eigenen Code schreiben und sowohl Hard- als auch Software selbst entwickeln, k\u00f6nnen wir jeden Aspekt der Installation kontrollieren und in generatives Verhalten \u00fcbersetzen \u2013 ein wesentliches Element bei der Gestaltung von visuellen Erlebnissen, die in Kombination mit Sound wirken sollen. Zudem haben wir so den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Einfluss auf die Raumgestaltung. Gleichzeitig hat das selbst\u00e4ndige Schreiben von Codes in gewisser Ma\u00dfen auch eine inh\u00e4rente \u00c4sthetik, die wiederum Einfluss auf unsere Gestaltung hat. Wir stellen Regeln auf, innerhalb derer der Computer Inhalte generiert oder Aktionen ausl\u00f6st die manchmal auch nicht vorhersehbar sind. Zu Beginn betrieben wir das alles noch als Hobby neben Studium und Beruf, aber letztes Jahr \u2013 als wir gemerkt haben, dass wir immer \u00f6fter und mit gro\u00dfer Freude zusammen Projekte umsetzen \u2013 lag der Schritt nahe, ein Unternehmen zu gr\u00fcnden. Was sich allerdings oft auch etwas komisch angef\u00fchlt hat \u2013 schlie\u00dflich mussten wir unter Freunden und Br\u00fcdern offizielle und b\u00fcrokratische Angelegenheiten regeln. Da hat uns unser Humor sehr viel geholfen \u2026\u201c<\/p>\n<p>Mittlerweile entstehen bei TRIGGERBANGBANG nicht nur stimmungsvolle <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/155574672\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lichtinstallationen<\/a> \u2013 die f\u00fcnf Gestalter wirken vor allem bei Ausstellungen, Musikvideos oder Produktentwicklungen mit. \u201eDie Vielf\u00e4ltigkeit der Aufgabenstellungen ist eine gro\u00dfe Motivation f\u00fcr uns.\u201c So konnten die jungen Kreativen bereits f\u00fcr Werner Aisslinger und seine Ausstellung \u201e<a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2016\/11\/house-of-wonders\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">House of Wonders<\/a>\u201c in der M\u00fcnchner Pinakothek der Moderne t\u00e4tig werden, diverse Festivals durch spannende <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/157449008\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lichtchoreografien<\/a> illuminieren oder Firmenevents wie zum Beispiel das \u201e<a href=\"https:\/\/vimeo.com\/159370346\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AVIAREPS Global Executive Dinner 2016<\/a>\u201c in der Berliner PLATOON KUNSTHALLE inszenieren: Unter dem Motto \u201eshaping the future together\u201c war die von TRIGGERBANGBANG konzipierte Lichtinstallation hier das zentrale Gestaltungselement der Veranstaltung. 27 eigens entwickelte sowie auf einer Wand aufsteigend angeordnete LED-Neonr\u00f6hren tauchten den Raum in ein waberndes, blaues Lichtermeer und verwandelten die Galerie, die aus 33 aufeinandergestapelten \u00dcbersee-Containern bestand, in einen futuristischen Ort. Das Thema des im Airline- und Tourismus-Management international f\u00fchrenden Auftraggebers \u2013 die Geschwindigkeit des Transports und des Austauschs \u2013 wurde mit der interaktiven beziehungsweise dynamisch bespielbaren Lichtwand somit in den Raum \u00fcbertragen. Das Ziel von TRIGGERBANGBANG war dabei, die Leuchtmodule nicht als Screen zu verstehenden, sondern vielmehr als integratives Element der Gesamtkonzeption.<\/p>\n<p>Gerade arbeiten die F\u00fcnf an einer Installation f\u00fcr das Artlake Festival, das Mitte August 2017 in der Niederlausitzer Heidelandschaft stattfindet. In einer Industriehalle haben sie hier eine Installation entworfen, die mit Nebel und Licht funktioniert und die sowohl tags als auch nachts eine Interaktion mit den Besuchern zul\u00e4sst. \u201eEin gro\u00dfer Vorteil an der Arbeit mit generativen Gestaltungsmethoden ist die Skalierbarkeit. Wir sind gerade an einem Punkt, an dem wir uns auch mit gr\u00f6\u00dferen Projekten besch\u00e4ftigen. Auch wenn wir merken, dass wir gro\u00dfen Respekt vor den gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfst\u00e4ben haben, da mit ihnen auch die Verantwortung w\u00e4chst, sehen wir diese Aufgaben gleichzeitig als wichtiges Element, um an ihnen zu wachsen und Erfahrungen zu sammeln. Dabei arbeiten wir zwischen den Disziplinen und k\u00f6nnen beziehungsweise wollen uns gar nicht nur als Medienk\u00fcnstler, Designer oder Architekten definieren. Ein wichtiger Aspekt unserer T\u00e4tigkeit ist, dass wir mit unseren Partnern vor Ort immer individuelle L\u00f6sungen entwickeln. Demnach betrachten wir unsere interaktiven Licht- und Soundinstallationen nicht so sehr als eigenst\u00e4ndige Objekte, sondern vielmehr als das Ergebnis eines Prozesses. Wir wollen immersive Erlebnisse schaffen, bei denen sich raumgreifende Visuals nicht nur durch figurative Inhalte speisen lassen, sondern selbst Quelle des Inhalts sind.\u201c Dass mit dieser Denkweise dem jungen Kollektiv noch viele T\u00fcren offen stehen werden, scheint damit fast auf der Hand zu liegen \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zu den Personen<\/strong><\/p>\n<p>2016 von Jakob, Moritz, Paul Ray und Philipp Schell sowie Frederic Seybicke gegr\u00fcndet, steht TRIGGERBANGBANG f\u00fcr ein junges Kollektiv aus Medienk\u00fcnstlern, Grafikdesignern und Architekten, das dank generativer Gestaltung interaktive Licht- und Soundinstallationen entwickelt. Wesentlich in ihrer Arbeitsweise ist, dass sich anhand der Programmiersprache Pure Data mit einer Vielzahl von zur Verf\u00fcgung stehenden Objekten Algorithmen konstruieren lassen, die zu komplexeren Systemen zusammengesetzt und als Audio- oder Video-Dateien in den Raum \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas selbst\u00e4ndige Schreiben von Codes hat in gewisser Ma\u00dfen auch eine inh\u00e4rente \u00c4sthetik, die wiederum Einfluss auf unsere Gestaltung hat.\u201c &nbsp; W\u00e4hrend ihr Vater [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1353],"tags":[880],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32299"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32299"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32323,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32299\/revisions\/32323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}