{"id":28621,"date":"2016-10-04T14:39:38","date_gmt":"2016-10-04T14:39:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2016-12-19T09:37:55","modified_gmt":"2016-12-19T08:37:55","slug":"paper-and-tea-stores","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2016\/10\/paper-and-tea-stores\/","title":{"rendered":"P &#038; T \u2013 PAPER &#038; TEA STORES"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit seinem Unternehmen Paper &amp; Tea hat sich Jens de Gruyter seit 2012 der Vermittlung von Tee und Teekultur auf h\u00f6chstem Niveau verschrieben. Daf\u00fcr braucht es nicht nur 100% nat\u00fcrliche, sortenreine Teesorten, sondern auch eine entsprechende Umgebung, die Teeliebhaber das Getr\u00e4nk mit allen Sinnen genie\u00dfen l\u00e4sst. Dementsprechend war dem Gr\u00fcnder von Anfang an klar, dass sein Produkt anders kommuniziert werden muss als in einem \u201enormalen\u201c Teeladen. Und so sind in Berlin zwei ruhige Tee-Oasen entstanden, die bewusst mit den Konventionen des g\u00e4ngigen Tee-Verkaufens brechen.<\/strong><\/p>\n<p><em>von Janina Poesch<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eTee zu servieren, zeugt von Geschmack f\u00fcr das Erlesene, denn Tee macht gesellig und h\u00f6flich, er ist anregend und bescheiden.\u201c Jens de Gruyter muss die Worte des englischen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreistr\u00e4gers John Galsworthy im Ohr gehabt haben, als er 2012 entschied, seiner Liebe zum Tee einen neuen Raum zu geben und Paper &amp; Tea zu gr\u00fcnden. Dass er dabei nicht nur eine ganze Welt an Aromen, sondern mittlerweile auch zwei Concept Stores er\u00f6ffnen konnte, zeigt, dass es damals durchaus richtig war, der wiederbelebten Kaffeekultur ein Pendant entgegenzusetzen. \u201eTee ist bislang ein untersch\u00e4tztes Genussmittel, aber genau das \u00e4ndert sich gerade\u201c, ist sich der ehemalige Kreativ-Direktor einer Fotoagentur sicher und schenkt dem stimulierenden Getr\u00e4nk seine volle Aufmerksamkeit. \u201eIch war schon immer Teetrinker. Teekultur wurde mir praktisch in die Wiege gelegt: Mein Patenonkel war Teeh\u00e4ndler und als meine Familie nach Kanada ausgewandert ist, hat er mir immer \u201aCare-Pakete\u2018 mit hochwertigen Tees geschickt. Auf meinen Reisen nach China, Japan und Taiwan habe ich dann weitere Tees und ihre Traditionen kennengelernt und den Wunsch entwickelt, aus meiner pers\u00f6nlichen Leidenschaft einen Beruf zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Und damit trifft er genau ins Schwarze: Aktuelle Trends wie Entschleunigung, Achtsamkeit sowie die Liebe zu edlem Handgefertigtem spielen ihm zudem in die Karten. Und so sind in Berlin zwei L\u00e4den entstanden, deren Anmutung edel und minimalistisch wirkt, eher an eine Galerie erinnert sowie bewusst mit dem traditionellen Verkauf \u00fcber den Ladentisch bricht, bei dem die Kunden auf die Hilfe des Shop-Personals angewiesen sind. Mit diesem neuartigen Konzept, das sich vom sogenannten Apotheker-Modell verabschiedet, setzt de Gruyter vielmehr auf Vermittlung und Dialog, Information und Sinneserfahrung und m\u00f6chte Tee-Enthusiasten ermutigen, sich frei im Store umzuschauen und die gro\u00dfe Auswahl an feinen Tees in Ruhe kennenzulernen. Dabei soll die Art der Produkt-Pr\u00e4sentation bei der Orientierung helfen und gleichzeitig eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt des Tees bieten.<\/p>\n<p>Neben den rund 70 Teesorten, die in modern gestalteten Boxen oder Caddies in einem wei\u00dfen, umlaufenden Wandregal schlicht inszeniert und durch ein Sortiment handverlesener Papierwaren \u2013 Gru\u00dfkarten, Notizb\u00fccher und Kalender \u2013 erg\u00e4nzt werden, sind hier ebenfalls feine asiatische Teekannen, Schalen und Tassen zu finden. Alles wirkt wie aus einem Guss. \u201eDie P &amp; T-Erfahrung ist gepr\u00e4gt durch die Art und Weise, wie wir unseren Tee pr\u00e4sentieren und kommunizieren\u201c, beschreibt de Gruyter. \u201eF\u00fcr die Verpackung unseres Kernprodukts \u2013 die \u201aMaster Blends\u2018 \u2013 wurde sogar eigens ein mehrfarbiges Papier-Design entwickelt. In Motiven und Farben greift es den Charakter der jeweiligen Tee-Mischung auf und erz\u00e4hlt ihre Geschichte. Einige der Zeichnungen und Farbthemen sind naturinspiriert und stehen f\u00fcr den individuellen Tee-Geschmack nach Kr\u00e4utern und Fr\u00fcchten. Dabei beschreiben geometrische Formen und frische Farben das Trinkerlebnis. F\u00fcr P &amp; T ist Tee ein vielseitiges und inspirierendes Produkt: Tee ist Mittel zur Kommunikation, Kreativit\u00e4t und Kultur.\u201c<\/p>\n<p>Dies ist auch in der Gestaltung der L\u00e4den zu sp\u00fcren, die gemeinsam mit dem Berliner Produktdesigner Fabian von Ferrari konzeptioniert wurden: Im 2012 er\u00f6ffneten Concept Store in Berlin-Charlottenburg finden Teeliebhaber dementsprechend auf Pr\u00e4sentationsinseln und in ausziehbaren Schubladen Zeigeschalen mit Teebl\u00e4ttern sowie handliche Informationstafeln zu den einzelnen Sorten \u2013 organisiert nach dem Grad ihrer Oxidation: von Wei\u00dfen Tees \u00fcber Gr\u00fcne und Gelbe, Oolongs, Schwarze bis hin zum Pu\u02bcerh Tee \u2013 eine besondere Spezialit\u00e4t der chinesischen Teekultur. Interessierte k\u00f6nnen am Tee riechen, seine Herkunft und Produktionsverfahren studieren oder zu einer der sogenannten Tee-Stationen gehen, um sich die gew\u00fcnschte Sorte sachkundig aufbr\u00fchen und von einem \u201eTeaist\u201c im Gong Fu-Stil servieren zu lassen. So wird Teetrinken zum Erlebnis f\u00fcr alle Sinne.<\/p>\n<p>Das vorherrschende Farbkonzept ist dabei von der chinesischen F\u00fcnf-Elemente-Lehre beeinflusst: So wird Schwarz dem Grundelement der Teezubereitung \u2013 dem Wasser \u2013 zugeordnet, den darin enthaltenen Mineralien dagegen wird die Farbe Wei\u00df zugewiesen. Alle weiteren verwendeten Farben bewegen sich zwischen diesen beiden Gegens\u00e4tzen und bilden einen ruhigen abstrakten Hintergrund, vor dem die Exponate ihre Wirkung und Aromen entfalten k\u00f6nnen. \u00dcber den kubischen Pr\u00e4sentationsm\u00f6beln h\u00e4ngen zudem leichte Drahtvolumen, in welche die filigrane Beleuchtung integriert ist, die dank ihrer Formensprache an asiatische Lampions erinnert.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentationssystematik des ersten Concept Stores wird mit der Gestaltung des zweiten Ladens in Berlin-Mitte konsequent weitergef\u00fchrt. \u201eDer neue Store passt nach Mitte, er tr\u00e4gt dem Tempo, dem Style und der Pers\u00f6nlichkeit der Bewohner und Besucher absolut Rechnung\u201c, schildert de Gruyter. \u201eUnser Anspruch ist es, sich an dem lokalen Umfeld zu orientieren. Wir m\u00f6chten vielf\u00e4ltig bleiben \u2013 so wie unser Produkt und unsere Marke.\u201c So bildet das Hauptelement des 2014 er\u00f6ffneten Ladens eine sieben Meter lange \u201eWall of Tea\u201c \u2013 ein Tee-Regal, mit dem das Angebot ebenfalls bibliothekarisch nach Oxidationsstufen sowie Herkunftsl\u00e4ndern \u00fcbersichtlich pr\u00e4sentiert werden kann. Auch hier wird jeder Tee individuell mit einem Kurztext vorgestellt, der ebenfalls die Aromanoten beschreibt. Die Beschaffenheit der verschiedenen Teebl\u00e4tter erkennen die Besucher anhand von Proben, die in kleinen Sichtgl\u00e4sern pr\u00e4sentiert werden und auch zum Riechen bestimmt sind. Ein eigenes Regal ist zudem dem erweiterten Angebot an \u201eHerbals\u201c \u2013 Kr\u00e4utern und Kr\u00e4utermischungen \u2013 gewidmet. Und auch hier bestimmen die Farben Schwarz und Wei\u00df mit all ihren Schattierungen die Gestaltung der Oberfl\u00e4chen: Den glatt gespachtelten wei\u00dfen W\u00e4nden stehen Fl\u00e4chen mit grau-gr\u00fcnem Putz aus Sand, Ton und pflanzlicher St\u00e4rke, grau lasiertem Eichenholz und Sichtbeton entgegen. Zudem zieren handschriftlich gezogene Neonschriftz\u00fcge die W\u00e4nde, definieren die einzelnen Warengruppen und kennzeichnen mit dem Worten \u201eBrewing Serving Storage Water\u201c zudem das Angebot an hochwertigen Tee-Accessoires.<\/p>\n<p>Mit Paper &amp; Tea wird somit eine alt-ehrw\u00fcrdige Kunst des Teezubereitens und -genie\u00dfens in die aktuelle Zeit transportiert: \u201eWir sch\u00e4tzen die jahrtausendalte Tradition des Tees als kulturellen Vermittler und Katalysator menschlicher Kommunikation und Kreativit\u00e4t. Mit dieser Geisteshaltung haben wir uns verschrieben, die Rolle des Tees im 21. Jahrhundert zu interpretieren und zu f\u00f6rdern.\u201c Dies ist Jens de Gruyter durchaus gelungen, und das Konzept von P &amp; T reicht noch weit \u00fcber das eigentliche Ladengesch\u00e4ft hinaus: An den Store angeschlossene R\u00e4ume werden f\u00fcr Tee-Workshops und Events genutzt, und eine mobile Tee-Bar kommt bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen wie dem Berliner Kunstevent abc art berlin contemporary oder der Modemesse Premium als Teil einer flexiblen Gastronomie zum Einsatz \u2013 immer mit Teesorten der h\u00f6chsten Qualit\u00e4t und stets getreu dem Motto: \u201eLife is short, drink good tea!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem Unternehmen Paper &amp; Tea hat sich Jens de Gruyter seit 2012 der Vermittlung von Tee und Teekultur auf h\u00f6chstem Niveau verschrieben. 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