{"id":27814,"date":"2016-08-26T16:36:30","date_gmt":"2016-08-26T14:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=27814"},"modified":"2017-07-06T12:01:14","modified_gmt":"2017-07-06T10:01:14","slug":"martin-joos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2016\/08\/martin-joos\/","title":{"rendered":"MARTIN JOOS \u00dcBER PARTNERSCHAFTEN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eIn der Welt des Eventbaus n\u00fctzt die Realisierung einer vision\u00e4ren Idee nur dann etwas,<br \/>\n<\/em><em>wenn sie rechtzeitig fertig wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Da gut gestaltete Projekte nicht nur vom Entwurf abh\u00e4ngen, sondern auch von der richtigen Umsetzung leben, haben wir uns mit Martin Joos, Gr\u00fcndungsmitglied und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Partner von ADUNIC, unterhalten. Denn das Schweizer Unternehmen versteht sich nicht allein als Generalunternehmer, sondern ist vor allem kompetenter Realisierungspartner f\u00fcr Planer, K\u00fcnstler, Szenografen und Gestalter \u2013 wie der Schweizer Pavillon auf der diesj\u00e4hrigen Architektur-Biennale in Venedig oder das <a href=\"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2016\/08\/fifa-museum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FIFA World Football Museum<\/a> in Z\u00fcrich eindr\u00fccklich beweisen.<\/strong><\/p>\n<p><em><br \/>\nDie Fragen stellte Sabine Marinescu.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Martin Joos, das Unternehmen ADUNIC wurde im Fr\u00fchjahr 2014 gegr\u00fcndet \u2013 und hat nicht nur gut 50 Mitarbeiter, sondern auch eine betr\u00e4chtliche Anzahl tempor\u00e4rer Bauten realisiert und sich im Markt etabliert. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Aber so einfach war der Start sicher nicht? Was waren die Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n<p>Es stimmt, wir sind tats\u00e4chlich ziemlich schnell gestartet. Aber im Unterschied zu einem klassischen Start-up, welches mit ein paar wenigen, meist unerfahrenen Unternehmern in eine neue Welt eintaucht, waren die Voraussetzungen bei uns anders: Wir durften auf ein erfahrenes Team von Projektleitern, Ingenieuren und Baufachleuten zur\u00fcckgreifen, welche bereit waren, zusammen etwas Neues zu wagen und ein eigenes Unternehmen zu starten. Da sich von Beginn an jeder seiner Rolle und Aufgabe im neuen Unternehmen bewusst war, haben sich die internen Abl\u00e4ufe sehr schnell eingespielt. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der Startphase bestand jedoch darin, als Firma ohne Referenzen rasch die richtigen Projekte zu akquirieren. Dabei galt es, die Kunden und Partner davon zu \u00fcberzeugen, uns ihre Bauaufgaben auf Basis \u201eunserer Erfahrung als Team\u201c anzuvertrauen. Auch wenn wir viele unserer Kunden und Partner bereits von fr\u00fcher kannten, so hat uns deren Loyalit\u00e4t und pers\u00f6nliches \u201ecommitment\u201c doch \u00fcberrascht und gefreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kommen wir zum Namen Ihres Unternehmens: ADUNIC setzt sich aus zwei W\u00f6rtern zusammen: Adificare (lat: bauen) und unicus (lat: einzigartig) \u2013 also \u201eEinzigartiges Bauen\u201c. Was genau verstehen Sie darunter?<\/strong><\/p>\n<p>Als junge Firma wollten wir uns einen Namen geben, der noch nicht besetzt ist und explizit ausdr\u00fcckt, was wir tun. Mit dem Ausflug ins Lateinische ist es uns gelungen, unseren Fokus und unsere Kompetenz &#8211; die Realisierung einzigartiger Bauten \u2013 in einem einpr\u00e4gsamen Wort zusammenzufassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bei Ihnen betreuen nicht nur Projektleiter die international angelegten Projekte, sondern eben auch Fachplaner, Ingenieure und Architekten. Und so verstehen Sie sich nicht allein als Generalunternehmer, sondern als Realisierungspartner f\u00fcr Planer, K\u00fcnstler, Szenografen und Gestalter. Wie bewerkstelligen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Komplexe Bauprojekte erfordern immer interdisziplin\u00e4res Denken und Handeln. Bei tempor\u00e4ren Bauwerken, welche in kurzer Zeit realisiert werden und oftmals einer rollenden Planung unterworfen sind, erh\u00e4lt diese Forderung zus\u00e4tzliches Gewicht. Wenn dabei sowohl die visuellen Anspr\u00fcche der Architekten\/Szenographen wie auch die budget\u00e4ren Anforderungen des Bauherrn ber\u00fccksichtigt werden sollen, so erfordert dies die fr\u00fche Einbindung von Spezialisten, Ingenieuren, Fachplanern und Baufachleuten. Im Gegensatz zu einem klassischen Bauprozess wo der Bauunternehmer erst gegen Ende des Planungsprozesses ins Projekt einsteigt, ist deshalb unser Ansatz, dass wir uns bereits in der Planungsphase engagieren. Indem wir unser Wissen in dieser fr\u00fchen Projektphase einbringen, vermindern wir die bautechnischen und terminlichen Risiken und erh\u00f6hen Planungs- und Budgetsicherheit eines Projektes betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was macht f\u00fcr Sie die Arbeit mit Gestaltern aus?<\/strong><\/p>\n<p>In unserer oftmals engen Zusammenarbeit mit Gestaltern zeigt sich immer wieder die Wichtigkeit, dass jeder seine Rolle kennt und richtig spielt. Unsere Rolle ist die des realisierenden Partners. Darum sind wir bewusst nicht im klassischen Sinn kreativ t\u00e4tig, sondern konzentrieren uns auf die Aspekte der Umsetzung. Dies heisst: Die Abkl\u00e4rung der Machbarkeit erster vision\u00e4rer Ideen der Gestalter oder die Erarbeitung innovativer bautechnischer L\u00f6sungen auf Basis eines architektonischen Entwurfs. Und: Die Kunst in der Zusammenarbeit mit Gestaltern liegt auch darin, den richtigen Zeitpunkt zu finden, den Abschluss des Designprozesses zu fordern. Denn in der Welt des Eventbaus n\u00fctzt die Realisierung einer vision\u00e4ren Idee nur dann etwas, wenn sie rechtzeitig fertig wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie sind in der Welt der tempor\u00e4ren Bauten \u2013 von Ausstellungen \u00fcber Messe-und Eventaufbauten bis hin zu L\u00e4nderinszenierungen \u2013 zu Hause. Das Thema Nachhaltigkeit wird in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren heftig und auch umstritten diskutiert. Sie haben ein besonderes Anliegen, Ihre Projekte so nachhaltig wie m\u00f6glich zu verwirklichen \u2013 wie gelingt Ihnen das?<\/strong><\/p>\n<p>Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Wenn die Bereitschaft f\u00fcr nachhaltige L\u00f6sungen beim Projektteam vorhanden ist, kann auch im Eventbau Einiges bewegt werden! So beraten wir unsere Kunden und Partner bereits in der Planungsphase und sensibilisieren diese so fr\u00fch auf relevante Aspekte der Nachhaltigkeit. Dabei beleuchten wir insbesondere umsetzungstechnische Punkte wie die Verringerung der Transporte durch Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, Verwendung von rezyklierbaren Materialien oder Einsatz von mehrmals einsetzbaren Unterkonstruktionen wie etwa Stahl- oder Ger\u00fcstkonstruktionen. Durch die Beleuchtung solcher Aspekte in einer fr\u00fchen Planungsphase und das gemeinsame Abw\u00e4gen der Vor- und Nachteile der aufgezeigten L\u00f6sungen gelingt es meist, die Nachhaltigkeit eines Projektes zu maximieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Ihrem Unternehmensfilm geben Sie an, dass sie mit Ihrer Arbeit einem hohen Anspruch gen\u00fcgen wollen \u2013 und doch in kurzer Zeit Projekte in den unterschiedlichsten Gr\u00f6\u00dfenordnungen realisieren k\u00f6nnen. Widerspricht sich das nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Anspruch ist nur dann ein Widerspruch, wenn man sich am klassischen Bauprozess orientiert. Die L\u00f6sung liegt darin, auf die verk\u00fcrzte Zeitachse mit einem anderen, beschleunigten Bauprozess zu reagieren und den Unternehmer bereits in der Planung mit ins Boot zu holen. Aus unserer Erfahrung zeigt sich: Wenn der Kunde den Mut und das Vertrauen ins Projektteam hat, diesen verk\u00fcrzten Weg einzuschlagen, k\u00f6nnen daraus hervorragende Projekte resultieren, welche den h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen und Kunde, Projektteam und Publikum gleich begeistern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wagen Sie einen Blick in die Zukunft. Wohin entwickelt sich die Branche?<\/strong><\/p>\n<p>Aus meiner Sicht kann man nicht generell von einer Branchenentwicklung sprechen. Vielmehr beobachte ich, dass die Entwicklung des Messe- und Ausstellungsbaus je nach Marktsegment und geographischer Lage in einem ganz unterschiedlichen Entwicklungspunkt ist: In Asien w\u00e4chst die Bedeutung der Medientechnik noch immer, w\u00e4hrend das Interesse f\u00fcr gro\u00dfe, klassische Medieninszenierungen in Europa bereits wieder abflacht. In der Automobil- und Luxusg\u00fcterindustrie wird nach wie vor sehr viel Geld in den individuellen Messe- und Eventbau investiert, w\u00e4hrend im Bereich Telecom oder Maschinenindustrie eher auf Systembau und mehrmals einsetzbare Messest\u00e4nde gesetzt wird. Was allen Bereichen gemeinsam ist: Die Internationalisierung des Gesch\u00e4fts, die Verk\u00fcrzung der Planungszeiten und die Verringerung der Planungstiefe. Dies erfordert von den Projektleitern eine immer h\u00f6here Reisebereitschaft, gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t und breitere Erfahrung in der Umsetzung solcher Bauten. Das hei\u00dft letztlich f\u00fcr ein Unternehmen wie unseres: Nur wer seinen Mitarbeitern Sorge tr\u00e4gt, sie weiterbildet und M\u00f6glichkeiten zur Erholung schafft, wird in der Lage sein, ein Team zur Verf\u00fcgung zu haben, welches gewillt ist, dieses Tempo mitzugehen und weiterhin international einzigartige Projekte umzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und nun noch eine letzte Frage: Was f\u00fcr ein Projekt w\u00fcrden Sie gerne realisieren \u2013 egal wie utopisch es sein mag?<\/strong><\/p>\n<p>Was mich in den letzten Jahren immer wieder besch\u00e4ftigt, ist die Frage, inwieweit es m\u00f6glich ist, unser Wissen im \u201eschnellen Bauen an schwierigen Orten\u201c im Bereich der Entwicklungshilfe anzuwenden. Unser Team ist in der Lage innert k\u00fcrzester Zeit ein tempor\u00e4res Geb\u00e4ude zu planen sowie umzusetzen und verf\u00fcgt dabei \u00fcber eine gro\u00dfe, internationale Erfahrung in Beschaffung von Baumaterialien ebenso wie in Transportlogistik. Unsere Projektleiter verf\u00fcgen zudem \u00fcber Improvisationsgabe und sind es gewohnt, sich an ihnen unbekannten Orten schnell zurechtfinden. Auch wenn die beiden Bereiche Eventbau und Disaster Relief Management (Katastrophenhilfe) nicht direkt vergleichbar sind, so verf\u00fcgen sie dennoch \u00fcber un\u00fcbersehbare Parallelen. Und bekannte Architekten wie etwa Shigeru Ban (mit seinen Kartonh\u00e4usern f\u00fcr Obdachlose in Fukushima) haben bereits bewiesen, dass ein Br\u00fcckenschlag zwischen den beiden Welten m\u00f6glich ist. So m\u00f6chte ich eines Tages ein Projekt in diesem Bereich des Disaster Relief Management realisieren \u2013 und zwar in Zusammenarbeit mit internationalen Hilfsorganisationen und zur Not mit einem namhaften Architekten \u2026<\/p>\n<p><strong><br \/>\nMartin Joos, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zur Person<\/strong><br \/>\nMartin Joos ist Gr\u00fcndungsmitglied und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Partner von ADUNIC. Seit mittlerweile 20 Jahren ist Joos in der Baubranche t\u00e4tig und hat in dieser Zeit bei weit \u00fcber 200 Projekten seine Erfahrung mit einbringen und erweitern k\u00f6nnen. Seine berufliche Laufbahn startete 1995 bei der Locher AG in Z\u00fcrich. Anschlie\u00dfend arbeitete er als Projektingenieur bei Ernst Basler &amp; Partner. Sp\u00e4ter folgten mehrere Funktionen f\u00fcr Basler &amp; Hofmann, darunter auch Projekte, Entsendungen und Gesch\u00e4ftsentwicklungen in Singapur, China, Rum\u00e4nien und der Slowakei. Zuletzt verantwortete Martin Joos ab 2006 als Director Sales und Exhibitions bei der N\u00fcssli Gruppe die gesamte Vertriebsstrategie der Division Exhibitions. \u00dcber seine berufliche T\u00e4tigkeit hinaus engagiert er sich im Vorstand von Ingenious Switzerland, der Schweizer Plattform f\u00fcr Architektur, Engineering und Design f\u00fcr Arbeiten im Ausland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIn der Welt des Eventbaus n\u00fctzt die Realisierung einer vision\u00e4ren Idee nur dann etwas, wenn sie rechtzeitig fertig wird.\u201c &nbsp; Da gut gestaltete Projekte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1353],"tags":[880],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27814"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27814"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32217,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27814\/revisions\/32217"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}