{"id":27785,"date":"2016-08-25T10:24:48","date_gmt":"2016-08-25T10:24:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2019-07-24T11:37:14","modified_gmt":"2019-07-24T09:37:14","slug":"vom-spiel-auf-see","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2016\/08\/vom-spiel-auf-see\/","title":{"rendered":"VOM SPIEL AUF SEE | BREGENZER FESTSPIELE"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr locken die Bregenzer Festspiele tausende Operbegeisterte in das Vorarlberger St\u00e4dtchen am Bodensee. Das Herzst\u00fcck der vierw\u00f6chigen Festspielzeit ist die Seeb\u00fchne. Als gr\u00f6\u00dfte Freiluftb\u00fchne der Welt begl\u00fcckt sie das Publikum nicht nur durch prachtvolle, m\u00e4rchenhafte B\u00fchnenbilder: Seit Anbeginn bildet der See die szenische Kulisse der Spiele und ist damit wohl ihr ber\u00fchmtester Akteur.<br \/>\nWie aber kam es zum Spiel auf See?<\/p>\n<p>Es ist das Jahr 1946: Bregenzer B\u00fcrger und Politiker planen im Zusammenschluss mit Wiener K\u00fcnstlern, welche nach Kriegsende nach Vorarlberg gekommen waren, die erste Bregenzer Festwoche. Angetrieben von einer Sehnsucht nach dem Sch\u00f6nen, verfolgen sie die Pl\u00e4ne mit hohem Schaffensdrang und es entstehen Ideen, die auch vor kleinem Budget nicht halt machen wollen. Nicht nur die Lebensmittel und die Werkstoffe, auch die Vorbereitungszeit von sechs Wochen ist damals knapp bemessen \u2013 es m\u00fcssen kreative L\u00f6sungen her!<br \/>\nEine gro\u00dfe Improvisationskunst beweist die damals 20 j\u00e4hrige Maria Wanda Milliore. Sie wird schlie\u00dflich zur ersten und bisher einzigen Frau, die das B\u00fchnenbild der Festspiele auf See gestaltet. Auch sie war einige Monate zuvor von Wien nach Bregenz gefl\u00fcchtet. Hier \u00fcbernahm sie zun\u00e4chst verschiedene Hauptrollen am Vorarlberger Landestheater. Ihr k\u00fcnstlerisches Talent brachte Milliore dabei nicht nur auf, sondern auch hinter der B\u00fchne ein \u2013 n\u00e4mlich als B\u00fchnen-und Kost\u00fcmbilderin. Schlie\u00dflich wird sie von Kurt Kaiser, Solot\u00e4nzer der Wiener Staatsoper und Festspiel-Mitbegr\u00fcnder, beauftragt, das B\u00fchnenbild f\u00fcr \u201eBastien und Bastienne\u201c zu gestalten. Mozarts Singspiel soll auf See stattfinden. Die Idee: Zwei Kiesk\u00e4hne, die im Gondelhafen stehen, werden zu Kulissen umgebaut: Eine B\u00fchne f\u00fcr das Orchester, die andere f\u00fcr die Darsteller.<br \/>\nMaria Wanda Milliore \u2013 mittlerweile ist sie eine \u00e4ltere Dame \u2013 erinnert sich zur\u00fcck: \u201eDie beiden Schotterk\u00e4hne d\u00fcmpelten im kleinen Hafen vor sich hin. Ich hatte Grundrisse bekommen und dann die technischen Zeichnungen geschaffen. So wird\u2019s h\u00fcbsch und au\u00dferdem kostet es nicht viel, hab ich mir halt gedacht. Bis heute \u00e4rgert mich ein wenig, dass auch ein B\u00fchnenteil am unteren Teil des vorderen Kieskahns befestigt wurde, das nicht mit meinen Zeichnungen \u00fcbereinstimmte. Aber das ist jetzt nicht mehr so wichtig.\u201c<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des diesj\u00e4rigen Jubili\u00e4ums setzt das Festspiel eine geschichtliche Klammer, indem es die Auff\u00fchrung von \u201eBastien und Bastienne\u201c erneut aufgenommen und das B\u00fchnenbild von damals nachgebaut hat. Als Vorlage diente ein kleines Schwarz-Wei\u00df-Foto, das 70 Jahre im Archiv schlummerte und nun eine spannende Geschichte erz\u00e4hlen kann: Die Geschichte vom Spiel auf See.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr locken die Bregenzer Festspiele tausende Operbegeisterte in das Vorarlberger St\u00e4dtchen am Bodensee. Das Herzst\u00fcck der vierw\u00f6chigen Festspielzeit ist die Seeb\u00fchne. 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