{"id":2652,"date":"2010-10-26T17:30:12","date_gmt":"2010-10-26T15:30:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=2652"},"modified":"2016-02-23T14:10:48","modified_gmt":"2016-02-23T13:10:48","slug":"tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2010\/10\/tradition\/","title":{"rendered":"Zukunft der Tradition &#8211; Tradition der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Vor hundert Jahren fand auf der M\u00fcnchner Theresienh\u00f6he eine Ausstellung statt, die als &#8220;die Kulturtat M\u00fcnchens im Jahre 1910&#8221; (Ernst K\u00fchnel) beurteilt wurde. Die Organisatoren dieser Ausstellung traten\u00a0mit dem Anspruch an, das gesamte Spektrum visueller Kultur der islamischen Welt zu w\u00fcrdigen. Mit etwa 3.600 Exponaten, die in 80 S\u00e4len gezeigt wurden, gelang ihnen die bis heute gr\u00f6\u00dfte Ausstellung auf diesem Gebiet. Durch ihr puristisches Konzept und ihren wissenschaftlichen Katalog trugen die \u201eMeisterwerke muhammedanischer Kunst\u201c zur Rezeption der aus verschiedenen Epochen und Regionen\u00a0stammenden Werke im Kunstkontext bei.<br \/>\nIm Hauptraum erinnert zum 100-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um diese Tage das Haus der Kunst mit einer Neupr\u00e4sentation von rund 30 der damals gezeigten Exponate an die epochale Ausstellung von 1910. Gleichzeitig werfen die Kuratoren einen Blick auf die Moderne in der arabischen Welt und beziehen zeitgen\u00f6ssische Kunst, Design, Fotografie, Architektur und Mode mit ein. K\u00fcnstler und Institutionen aus dem Orient wurden eingeladen, mit ihren eigenen Konzepten an der Ausstellung teilzunehmen. So etwa stammt das Ausstellungsdisplay des Hauptraums von Samir el Kordy, einem der innovativsten jungen Architekten \u00c4gyptens.<br \/>\nIn \u00c4gypten bestehen die lokalen traditionellen Einfassungen, Abh\u00e4ngungen oder Verkleidungen aus farbenfrohen und bunt gemusterten Stoffelementen. Sie werden gew\u00f6hnlich verwendet, um spezielle Bezirke abzustecken, Zug\u00e4nge zu regeln, Feste und Feierlichkeiten abzuschirmen oder um geschlossene Veranstaltungen zu markieren oder auch anzuk\u00fcndigen. Dieser popul\u00e4ren und Volkstradition folgend, wurde das Material und seine Elemente neu interpretiert, um eine visuell abstrahierte Version zu entwickeln. Sie \u00fcbernimmt die Funktionen der traditionellen Absperrungen und Einfassungen, jedoch in einer zeitgen\u00f6ssischen, modernen Sprache, die die Besucher anspricht. Die lose verbundenen Gruppierungen der Ausstellungsobjekte werden umfasst und in acht getrennte Bereiche gegliedert. So ordnet sich der Ausstellungsraum entlang einer Struktur sich kreuzender Pfade an, die den Blickwechsel auf die ausgestellten Werke unterschiedlicher Zeiten erlauben.<br \/>\nHuda Smitshuijzen AbiFar\u00e8s und die Khatt Foundation stellen uns die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der arabischen Typografie vor (Bild 4). Wafa Hourani pr\u00e4sentiert in einer Mixed-Media-Installation das pal\u00e4stinensische Fl\u00fcchtlingslager Qalandia. Skulptur, Film, Fotografie, Architekturmodelle und Stadtentw\u00fcrfe zeigen Gegenwart und Zukunft dieser Stadt auf (Bild 5). Ebenfalls als Mixed-Media-Installation zeigt die K\u00fcnstlerin Reem Al Ghaith ihre Heimatstadt Dubai, die sie selbst als \u201eFantasieland\u201c bezeichnet. Die Stadt der Superlative, scheinbar \u00fcber Nacht erbaut, wird hier hinterfragt, untersucht und als exemplarisches Modell festgehalten (Bild 6).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor hundert Jahren fand auf der M\u00fcnchner Theresienh\u00f6he eine Ausstellung statt, die als &#8220;die Kulturtat M\u00fcnchens im Jahre 1910&#8221; (Ernst K\u00fchnel) beurteilt wurde. 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