{"id":23664,"date":"2015-11-18T09:00:01","date_gmt":"2015-11-18T08:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2016-02-01T10:41:31","modified_gmt":"2016-02-01T09:41:31","slug":"polin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2015\/11\/polin\/","title":{"rendered":"Museum der Geschichte der polnischen Juden &#8211; POLIN"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber eine Fl\u00e4che von 4.300 Quadratmetern erstreckt sich das Museum of the History of Polish Jews (Polin) in Warschau. Seit der vollst\u00e4ndigen Er\u00f6ffnung 2014 wird hier in einer von den Architekten <span lang=\"de-DE\">Nizio Design International<\/span> gestalteten Schau die Geschichte der polnischen Juden erfahrbar. Zus\u00e4tzlich zum \u00fcbrigen Museum k\u00f6nnen auf weiteren 1.300 Quadratmetern wechselnde Sonderausstellungen besucht werden. Die Dauerausstellung wurde mit \u00fcber hundert Fachleuten aus verschiedenen Bereichen entwickelt und pr\u00e4sentiert \u00fcber acht Kapitel die gesamte Entwicklung des Judentums in Polen. Diese beginnt mit der Ankunft im Land \u201ePolin\u201c als fahrende H\u00e4ndler im Mittelalter und spannt sich anschlie\u00dfend \u00fcber alle Kulturepochen bis in die heutige Zeit. Das Museum selbst steht im Mittelpunkt des ehemaligen Zentrums j\u00fcdischen Lebens in Warschau, das nach der deutschen Besetzung in den 1940er Jahren zum Warschauer Ghetto wurde. Somit verweist bereits der Ort des Museums auf die behandelten Inhalte. Dieses Spiel mit Referenzen wird fortgesetzt in der von dem finnischen Architektenteam Lahdelma &amp; Mahlam\u00e4ki Oy entworfenen Architektur des Museumsgeb\u00e4udes, die auf die Durchquerung des Meeres anspielt. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen in der direkten Umgebung des Baus das Denkmal f\u00fcr den Aufstand 1943 sowie Hinweise und Tafeln mit Informationen zu Personen im Warschauer Ghetto entdeckt werden.<\/p>\n<p>In den acht Abschnitten des Museums kann jeweils eine gr\u00f6\u00dfere oder kleinere geschichtliche Epoche betrachtet werden, wobei der Fokus auf entsprechend zeitgen\u00f6ssischen Themen liegt. Beispielhaft verst\u00e4ndlich und nahbar werden die Abschnitte des Museums durch Nachbauten in Original- oder Modellgr\u00f6\u00dfe. Zudem wird eine Vorstellung dessen erzeugt, was im Zuge der antisemitischen Eingriffe im Verlauf der Geschichte zerst\u00f6rt wurde und verloren ging. Erweitert werden die durch Repliken entstandenen Eindr\u00fccke durch historische Objekte \u2013 wobei nur wenige bis heute Bestand haben \u2013 sowie durch eine gro\u00dfe Zahl von multimedialen Stationen, anhand derer zur Interaktion aufgefordert wird.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr die<\/span><span lang=\"de-DE\"> Gestaltung der <\/span><span lang=\"de-DE\">R\u00e4umlichkeiten<\/span><span lang=\"de-DE\"> sowie des Geb\u00e4udes wurden Baustoffe verwendet, die sichtbar altern und damit im Verlauf der Zeit an Ausdruck gewinnen, was auf den historischen Aspekt des Museums <\/span><span lang=\"de-DE\">anspielt<\/span><span lang=\"de-DE\">. Auch tr\u00e4gt sich damit das Spiel mit <\/span><span lang=\"de-DE\">Verweisen <\/span><span lang=\"de-DE\">bis in die Materialit\u00e4t der <\/span><span lang=\"de-DE\">Ausstellungs<\/span><span lang=\"de-DE\">bereiche<\/span><span lang=\"de-DE\">. Diese <\/span><span lang=\"de-DE\">zeichnet<\/span> <span lang=\"de-DE\">weiterhin<\/span><span lang=\"de-DE\"> eine Gestaltung <\/span><span lang=\"de-DE\">aus<\/span><span lang=\"de-DE\">, die zus\u00e4tzlich zu den Inhalten eine Atmosph\u00e4re vermittelt, <\/span><span lang=\"de-DE\">die<\/span><span lang=\"de-DE\"> mit dunklen Farben und zur\u00fcckhaltender Beleuchtung die Intensit\u00e4t verst\u00e4rkt. Abgewechselt wird dies mit <\/span><span lang=\"de-DE\">einer<\/span><span lang=\"de-DE\"> n\u00fcchterner Formensprache, wodurch der Fokus zwischen Erleben und Informieren wechselt. Weitere Besonderheiten der Schau von Nizio Design sind ein interaktives Modell des Viertels Kazimierz in Krakau, gro\u00dffl\u00e4chige Projektionen und interaktive Stationen, wodurch die geschichtliche Thematik besonders greifbar erfahren werden kann. Die Besucher erleben die historischen Epochen und deren Facetten sehr nah, was im vorletzten <\/span><span lang=\"de-DE\">Abschnitt<\/span><span lang=\"de-DE\"> zum<\/span><span lang=\"de-DE\"> Holocaust, <\/span><span lang=\"de-DE\">der 90%<\/span><span lang=\"de-DE\"> der polnischen j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung vernichte<\/span><span lang=\"de-DE\">te,<\/span> <span lang=\"de-DE\">die gesamte Tragweite verdeutlicht. Auch hier finden sich wieder <\/span><span lang=\"de-DE\">Andeutungen<\/span><span lang=\"de-DE\"> auf die \u00d6rtlichkeit des Museum und den Aufstand im Warschauer Ghetto. <\/span><span lang=\"de-DE\">Der let<\/span><span lang=\"de-DE\">zte <\/span><span lang=\"de-DE\">Teil \u00fcber<\/span><span lang=\"de-DE\"> die Nachkriegsjahre besch\u00e4ftigt sich mit der sowjetischen Besatzung und thematisiert mit einem Blick in<\/span><span lang=\"de-DE\"> die Zukunft abschlie\u00dfend das Wiedererstarken der kleinen j\u00fcdischen Gemeinde nach 1990 bis in die heutige Zeit. <\/span><span lang=\"de-DE\">So <\/span><span lang=\"de-DE\">pr\u00e4sentieren die Gestalter im<\/span><span lang=\"de-DE\"> Museum eine umfassende historische Schau mit einem Blick in die kommende<\/span><span lang=\"de-DE\">n Jahre<\/span><span lang=\"de-DE\">, w\u00e4hrend <\/span><span lang=\"de-DE\">das Geb\u00e4ude mit der \u00f6rtlichen Umgebung die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit bewahrt und mit seiner materiellen Beschaffenheit auf die Male der Zeit verweist.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber eine Fl\u00e4che von 4.300 Quadratmetern erstreckt sich das Museum of the History of Polish Jews (Polin) in Warschau. 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