{"id":22908,"date":"2015-10-12T09:16:22","date_gmt":"2015-10-12T07:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2016-03-23T09:34:33","modified_gmt":"2016-03-23T08:34:33","slug":"lohninger_hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2015\/10\/lohninger_hilfe\/","title":{"rendered":"Hilfe \u2013 Lebenschancen, Lebensrisiken"},"content":{"rendered":"<p>Inhaltlicher Schwerpunkt der ober\u00f6sterreichischen Landessonderausstellung 2015 ist das System der sozialen Sicherung. Den architektonisch interessanten Rahmen f\u00fcr die Ausstellung stellt das Haus Bethanien in Gallneukirchen dar \u2013 das \u00e4lteste und gr\u00f6\u00dfte Diakoniewerk \u00d6sterreichs dar. Hier werden die Besucher konfrontiert mit Schicksalsschl\u00e4gen sowie resultierenden prek\u00e4ren Lebenslagen und sind aufgefordert, L\u00f6sungswege nachzuvollziehen und zu \u00fcberlegen. Dabei steht das Konzept der sozialen Sicherheit mit allen Vorteilen und Schwachstellen im Vordergrund, w\u00e4hrend gleichzeitig die Verantwortung f\u00fcr ein gutes Leben und Zusammenleben betont wird, die jedes Mitglied einer Gesellschaft, jeder Mensch tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das denkmalgesch\u00fctzte Geb\u00e4ude ist seit jeher ein Ort des sozialen Engagements und vereint diverse soziale Wirkungsst\u00e4tten f\u00fcr Alte, Kranke sowie Pflegebed\u00fcftige. Au\u00dferdem ist es eine St\u00e4tte f\u00fcr Kunst und Kultur, wodurch das Diakonissenhaus gleichzeitig zum Ort sowie zum Gegenstand der Ausstellung wird. Die Besucher erleben die behandelten Schicksale und Problematiken sehr lebensnah, was vor allem dadurch getragen wird, dass die Gestalter Gerald Lohninger und Gerhard Abel weitgehend auf Exponate verzichtet haben. Die somit sehr textintensiven Inhalte fordern die Imagination der Leser und unterst\u00fctzen damit ein Hineinversetzen. Zur Vermittlung wurden zudem verschiedene spielerisch-illustrierende Visualisierungen geschaffen, um die Besucher durch den Umfang des Leseaufwands nicht zu \u00fcberfordern. Es findet sich des Weiteren eine Transkription der Texte in \u201eLeicht Lesen\u201c \u2013 eine zertifizierte Schreibweise zur vereinfachten Darstellung von Inhalten \u2013 womit auch Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung das Verstehen von thematisierten, komplexen Sachverhalten erm\u00f6glicht wird. Die Ausstellung verfolgt als zentrales Anliegen das Deutlichmachen des solidarischen Gedankens, welcher die Grundlage des betrachteten Systems ausmacht. Dabei wird betont, dass jeder der Besucher ein Teil desselben ist. In den R\u00e4umen pr\u00e4sentiert sich den Interessierten eine durchdachte Ausstellung, die \u00fcber die historischen Hintergr\u00fcnde von Armut sowie diverse L\u00f6sungsans\u00e4tze informiert. So zeigt eine Wand mit Fenstern auf der einen Seite die vordergr\u00fcndigen Probleml\u00f6sungen und auf der R\u00fcckseite den fragw\u00fcrdigen Hintergrund dieser Vorschl\u00e4ge in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. In den folgenden Teilen wird erl\u00e4utert, was es mit der Sozialversicherung auf sich hat, wie sich diese geschichtlich entwickelte. In jedem Abschnitt bedienen sich die Gestalter diverser Metaphern, um das Thema auch ohne viele Exponate greifbar zu machen. Nach und nach verstehen die Besucher so das System der sozialen Sicherung sowie ihre Rolle darin und bringen sich abschlie\u00dfend mit farbigen Klebepunkten in ein bei der Er\u00f6ffnung graues \u201eBild der Gesellschaft\u201c ein, um dieses mit der Zeit in Farbe zu tauchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhaltlicher Schwerpunkt der ober\u00f6sterreichischen Landessonderausstellung 2015 ist das System der sozialen Sicherung. 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