{"id":22432,"date":"2015-08-10T09:05:59","date_gmt":"2015-08-10T07:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19896"},"modified":"2018-03-27T09:31:05","modified_gmt":"2018-03-27T07:31:05","slug":"ting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2015\/08\/ting\/","title":{"rendered":"TING \u2013 Technology and Democracy"},"content":{"rendered":"<p><strong>Demokratie ist Einmischung! Dementsprechend k\u00f6nnen Besucher im Norsk Teknisk Museum in Oslo auf selten dagewesene Weise den Inhalt und Ablauf der Ausstellung \u201eTING \u2013 Technology and Democracy\u201c selbst bestimmen: Mittels h\u00f6lzerner Kl\u00f6tze werden digitale Interaktionen mit den Museumsobjekten selbst initiiert und ein \u201eLive-Moderator\u201c fordert die Anwesenden auf, an einer Meinungsabstimmung teilzunehmen, deren Ergebnisse sogleich als bewegte Gro\u00dfgrafik auf einer riesigen 180-Grad-Leinwand erscheinen. Gerade noch Teilnehmer einer lebendigen Diskussion mit anderen Museumsbesuchern, befinden sich die Anwesenden pl\u00f6tzlich in einem \u00fcberw\u00e4ltigenden, immersiven Panorama filmischer Bilder, das die Faszination f\u00fcr technologische Entwicklungen entfacht.<\/strong><\/p>\n<p>Der kreisf\u00f6rmige Hauptraum der Ausstellung wird von einem 25 Meter langen, raumhohen \u201edigitalen Regal\u201c eingefasst, welches sowohl als riesenhafter Setzkasten f\u00fcr 100 Ausstellungsobjekte dient, als auch eine 180-Grad-Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr die inhaltlich und technisch komplexe mediale Bespielung bereith\u00e4lt. Dabei k\u00f6nnen die Besucher mit einem Tablet-PC Informationen zu einzelnen Objekten aus dem Regal abrufen oder durch das Platzieren eines pers\u00f6nlichen Holzblocks auf einem interaktiven Tisch im Zentrum des TING mit dem Regal \u201ekommunizieren\u201c. So verwandelt es sich von einem raumhohen Displaym\u00f6bel f\u00fcr die Ausstellungsobjekte pl\u00f6tzlich in eine immersive Bildwelt aus Informationen zu Geschichte und m\u00f6glicher Zukunft verschiedener Technologien wie zum Beispiel 3D-Scanner oder milit\u00e4rische und zivile Drohnen. In seiner urspr\u00fcnglichen Form eines Amphitheaters war das Ting ein Ort der Volks- und Gerichtsversammlungen, an dem Themen \u2013 nach altem germanischem Recht \u2013 \u00f6ffentlich zur Diskussion gestellt wurden. Mit dieser Ausstellung wurde das antike Ting in Form eines medialen Exponat-Theaters neu erfunden. Dank der Gestaltung von Ralph Appelbaum Associates, Berlin, ist so ein diskursiver, sozialer Raum entstanden, in dem dramaturgische Ausstellungsgestaltung Hand in Hand mit immersiven und interaktiven Medien arbeitet, um eine partizipative Erfahrung zu kreieren: In den sogenannten TING-Sessions nehmen die Anwesenden an einer Abstimmung teil oder bewerten Technologien, welche die Welt grundlegend ver\u00e4ndert haben. \u00dcber das Platzieren des Holzklotzes auf dem interaktiven Tisch kann mit Ja, Nein oder Unentschlossen votiert werden. Eine 180-Grad-Video-Projektion einer Bergkette, die je nach Wahlverhalten der Besucher in Echtzeit ihr Aussehen ver\u00e4ndert, \u00fcbersetzt dabei die Wahl in ein grafisches Diagramm. Akkumulativ erscheinen aktuelle und vergangene Ergebnisse als eine wachsende Berglandschaft auf der Raumprojektion. Direkt nach der Session k\u00f6nnen die Besucher Kommentare \u00fcber ihr eigenes Smartphone oder die Tablet-PCs auf die Leinwand schicken und so mit ihrer Stimme Teil der Infografik werden. In Zusammenarbeit mit den Berliner Mediengestaltern von TAMSCHICK MEDIA+SPACE entstand so eine Ausstellung, die neue Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Partizipation sowie die komplexe Vernetzung digitaler und analoger Inhalte und Anwendungen setzt und demonstrativ Technologie und Demokratie miteinander vereint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demokratie ist Einmischung! 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