{"id":19732,"date":"2014-07-09T12:29:04","date_gmt":"2014-07-09T10:29:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=19732"},"modified":"2016-02-23T15:52:17","modified_gmt":"2016-02-23T14:52:17","slug":"ganz-oben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2014\/07\/ganz-oben\/","title":{"rendered":"Ganz Oben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ganz oben &#8211; neue Dauerausstellung im Alpinarium Galt\u00fcr<\/strong><\/p>\n<p>Wo sich das Ende, der Anfang oder die Mitte der Welt befindet, ist grunds\u00e4tzlich eine Frage der Perspektive und des Bezugssystems. Endet das Tal in Galt\u00fcr, oder beginnt es genau dort? Die neue Dauerausstellung im Alpinarium Galt\u00fcr \u201eGanz oben\u201c befasst sich mit dem Standort Galt\u00fcr in Bezug auf den Rest der Welt.<\/p>\n<p>Die spannende Dauerausstellung, kuratiert und gestaltet von Holzer Kobler Architekturen, beleuchtet unterschiedliche Interpretationsweisen aus kulturhistorischer, philosophischer und k\u00fcnstlerischer Sicht. Basierend auf Begriffspaaren wie Anfang und Ende, Oben und Unten, Mensch und Berg werden Beziehungsgeschichten zwischen Galt\u00fcr und der Welt erz\u00e4hlerisch und bildstark dargestellt. Aus zeitlichen, r\u00e4umlichen, geistigen, internen, externen, wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Blickwinkeln werden die Themenfelder sinnlich und assoziativ ausgeleuchtet, Spuren werden aufgedeckt. Deutlich sichtbar ist diese neue Offenheit auch an der Fassade: Das Alpinarium l\u00e4dt aktiv zum Austausch zwischen innen und aussen ein.<\/p>\n<p><strong>Ausstellungsrundgang<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausstellung beginnt und endet im <em>Dazwischenraum<\/em>. Von hier aus lassen sich f\u00fcnf Beziehungswelten erkunden, die jedes Mal neu zum Perspektivenwechsel einladen. Jede der 5 verschiedenen Themenkapseln &#8211; oder Sph\u00e4ren &#8211; ist im Inneren anders inszeniert und vermittelt eine starke,<br \/>\neinzigartige Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Der <em>Dazwischenraum<\/em> pr\u00e4sentiert sich als Raum, der die Einbettung Galt\u00fcrs in komplexe Beziehungsgeflechte, Strukturen und Netzwerke abbildet; ein Bindemittel, das die vielschichtigen Themen und \u00dcberlagerungen zusammenbringt. Die Oberfl\u00e4chen der gerundeten W\u00e4nde sind verspiegelt, \u00e4hnlich<br \/>\neiner Eiswelt. Die Exponate sind analog einem arch\u00e4ologischen Prinzip in Vitrinen in den Oberfl\u00e4chen der Raumkapseln eingelassen und k\u00f6nnen \u201ezuf\u00e4llig\u201c entdeckt werden. Die Objekte werden mehrfach gespiegelt, vielf\u00e4ltige Bez\u00fcge entstehen, die Besucher werden mit ihrem Spiegelbild Teil dieses<br \/>\nNetzwerkes.<\/p>\n<p>Der Wirkungskreis <em>Von Galt\u00fcr in die Welt<\/em> hinaus ist eine Wunderkammer mit allerlei Lokalkolorit, pers\u00f6nlichen Geschichten und Objekten. Es geht um Menschen, die von Galt\u00fcr ausgezogen sind, um Ideen, die dort entstanden sind und um die Spuren, welche die Pers\u00f6nlichkeiten dabei auf der Welt<br \/>\nhinterlassen haben. Eine Wandgrafik zeigt diese Spuren auf und setzt die Objekte in Beziehung zueinander. Die Besucher sind angehalten, sich auf Spurensuche zu begeben und die Biografien der Galt\u00fcrer zu entschl\u00fcsseln.<\/p>\n<p>Der Dunstkreis <em>Die Welt in Galt\u00fcr<\/em> erz\u00e4hlt von den Ideen und Menschen, die von aussen gekommen sind und die ihre Spuren in Galt\u00fcr hinterlassen haben, von Werken, die hier entstanden sind, von Lebensarten und Gepflogenheiten, die mitgebracht und \u00fcbernommen wurden. Ausgehend von dem traditionsbewussten Hotel R\u00f6ssle und dem mond\u00e4nen Hotel Fluchthorn werden die Geschichten der G\u00e4ste erz\u00e4hlt, die in Galt\u00fcr abgestiegen sind und ihre Spuren hinterlassen haben. Das G\u00e4stebuch dient dabei als Leitfaden f\u00fcr die Gestaltung: Alle Exponate sind in Form von G\u00e4steb\u00fcchern gedruckt. Auch die Besucher f\u00fchren die Geschichte von Galt\u00fcr aktiv weiter: Sie k\u00f6nnen sich im G\u00e4stebuch des Alpinariums verewigen und ihre eigenen Spuren hinterlassen.<\/p>\n<p>Die Sph\u00e4re <em>Kugelkoordinaten<\/em>, die sich mit Masst\u00e4blichkeiten befasst, verschiebt, ver\u00e4ndert und verdreht Bezugssysteme. In dem vollverspiegelten Raum, der sich bis ins Unendliche multipliziert, suchen die Besucher nach ihrer eigenen Position und verlieren schon mal ihre physische Stabilit\u00e4t. Die Wirkung des Raumes wird durch eine dreiteilige Klangreise untermalt, die mit dem eigenen Ich beginnt und durch die Geschichte der Welt f\u00fchrt. Die Kl\u00e4nge umschreiben die Wahrnehmung des eigenen K\u00f6rpers, der sich anschliessend durch die Welt bewegt und final sogar ins Unendliche des Weltalls ausschweift.<\/p>\n<p>Die Blasen <em>Idealisierungen, Zuschreibungen und Sehns\u00fcchte<\/em> in der Literatur stellen die Bergwelt sowohl als Ort der Sehnsucht und imaginierten Fluchtort, aber auch als Ort der Identit\u00e4tsstiftung dar. Anhand ausgew\u00e4hlter Zitate, Legenden und Geschichten wird ein vielschichtiges und facettenreiches Bild aufgezeigt. Gestalterisch ist das Thema in einen ruhigen poetischen Raum \u00fcbersetzt, in dem feine Linien und Texte eine abstrakte, sich ver\u00e4ndernde Berglandschaft zeichnen. Die Sagen und die Geschichte der Toten von Hemingway integrieren sich in das literarische Landschaftsbild.<\/p>\n<p>Im <em>Orbital<\/em> wird deutlich, dass sich nicht nur die Bergwelt, sondern auch \u201eder Berg\u201c je nach Perspektive ver\u00e4ndert. Die Arch\u00e4ologie postuliert eine Besiedlung von oben nach unten, in den gedrechselten Formen finden sich die Schneefallstatistiken der letzten Jahrzehnte wieder und das handgestrickte Tirol zeigt eine Modelldarstellung der idyllischen Bergwelt. Der cleane Raum birgt Einschnitte, welche Felsspalten \u00e4hneln und verdeutlicht mit der Gegens\u00e4tzlichkeit das immer neue Wahrnehmen der Bergwelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz oben &#8211; neue Dauerausstellung im Alpinarium Galt\u00fcr Wo sich das Ende, der Anfang oder die Mitte der Welt befindet, ist grunds\u00e4tzlich eine Frage [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[1019,642],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19732"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19732"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21375,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19732\/revisions\/21375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}