{"id":16509,"date":"2013-07-04T17:19:20","date_gmt":"2013-07-04T15:19:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.plotmag.com\/blog\/?p=16509"},"modified":"2016-08-04T14:15:04","modified_gmt":"2016-08-04T12:15:04","slug":"kz-gedenkstatte-mauthausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/2013\/07\/kz-gedenkstatte-mauthausen\/","title":{"rendered":"Der Tatort Mauthausen \u2013 Eine Spurensuche"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201cWer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.\u201d<\/em><br \/>\n(George Santayana, Philosoph und Schriftsteller)<\/p>\n<p>Die KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen ist \u00d6sterreichs wichtigster Erinnerungsort an die Zeit des Nationalsozialismus. Mehr als 55 Jahre nach der Befreiung des Lagers wurde nun ein internationaler Wettbewerb ausgelobt, um den aktuellsten Stand der Wissenschaft in einem modernen Vermittlungskonzept zu pr\u00e4sentieren. Der anspruchsvollen Aufgabe einer neuen Gestaltung, nahm sich das Linzer B\u00fcro f\u00fcr Architektur und Szenografie argeMarie an.<br \/>\nDas Konzept der Ausstellung \u201eDer Tatort Mauthausen \u2013 Eine Spurensuche\u201c sieht vor, dass das Tageslicht durch vor die Fenster gesetzte Schirme und zum Schutz der Exponate fast g\u00e4nzlich ausgeblendet wird.<br \/>\nEin heller Rahmen verbindet dabei drei R\u00e4ume durch eine Lichtdecke und stimmt den Besucher behutsam auf das Gezeigte ein: Auf einer mittigen Erschlie\u00dfungsachse sind die geopolitischen Vorg\u00e4nge im chronologischen Verlauf zu sehen. In den R\u00e4umen links wird die Geschichte des Lagers geschildert, in den R\u00e4umen rechts die pers\u00f6nlichen Schicksale der H\u00e4ftlinge. Zudem wird die strenge rechtwinklige Geometrie der Einbauten im Museum, die sich auf die Rigidit\u00e4t des Terrorsystems bezieht, auf dieser Seite gebrochen: Hier wird mit den Pr\u00e4sentationen auf die jeweilige Person und auf das jeweilige Objekt reagiert, um mittels unterschiedlicher und nach hinten heller werdender Graut\u00f6ne zeitliche und inhaltliche Zusammenh\u00e4nge der drei Erz\u00e4hlstr\u00e4nge zu verdeutlichen.<br \/>\nIm Untergeschoss des Geb\u00e4udes arbeitet die Ausstellungsarchitektur stark mit der Wirkung des Bestandes.<br \/>\nSo sind mehrere R\u00e4ume gepr\u00e4gt von Bruchsteinmauern und Stahlbeton. Einer dieser R\u00e4ume bremst den Besucherstrom mittels zueinander versetzt angeordneter Pulte in K\u00f6rperh\u00f6he bewusst: Auf deren Vorderseiten sind die jeweiligen Tatorte in ihrem heutigen Zustand zu sehen, auf den R\u00fcckseiten aber k\u00f6nnen Texte, Bilder und spezielle Exponate betrachtet werden, die verschiedene im Lager praktizierte, t\u00f6dliche Grausamkeiten erl\u00e4utern.<br \/>\nEinen besonderen Stellenwert hat der \u201eRaum der Namen\u201c: Auf dem zum Ausgang hin abfallenden Lehmboden ist eine horizontale Ebene aus Glastafeln eingezogen. Hierauf sind die Namen der etwa 81.000 ums Leben gekommenen H\u00e4ftlinge des Lagers zu sehen. Vereinzelte Stege erm\u00f6glichen es, das Meer aus ihren Namen zu durchschreiten: Reicht die Ebene dem Besucher beim Eintreten noch bis zum Knie, versinkt er Richtung Ausgang schon bis \u00fcber die H\u00fcften in den Namen der Toten.<br \/>\nUnd bevor die Ausstellung durchlaufen ist, werden dem Besucher noch weitere Eindr\u00fccke und Erinnerungen mit auf den Weg gegeben: hunderte Gedenktafeln, die an die W\u00e4nde des Krematoriums geh\u00e4ngt und gelehnt sind, die Gaskammer, der Leichenk\u00fchlraum, die Genickschussecke und zum Schluss eine kleine T\u00fcr mit dem Wort Ausgang.<\/p>\n<p>\u201eDer Tatort Mauthausen \u2013 Eine Spurensuche\u201c r\u00fcckt diese erdr\u00fcckende Vergangenheit in den Vordergrund und macht damit ein Vergessen unm\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cWer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.\u201d (George Santayana, Philosoph und Schriftsteller) Die KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen ist \u00d6sterreichs wichtigster [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[844,845],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16509"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16509"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16509\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27258,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16509\/revisions\/27258"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.plotmag.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}