CREATIVE SPACES EXHIBITION DESIGN BRAND DESIGN STAGE DESIGN NEUE WELTEN
Submit a PLOT
PLOT
deutschenglish
GO

Exhibition Design

Richard Wagner Museum, Bayreuth

POSTED 13 November 2015
PICTURE
PICTURE 1
 
PICTURE 2
 
PICTURE 3
 
PICTURE 4
 
PICTURE 5
 
PICTURE 6
 
PICTURE 7
 
PICTURE 8
 
PICTURE 9

Zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele im Jahr 2015 kann nach mehrjähriger Bauzeit nun auch das Richard Wagner Museum wieder besichtigt werden. Die An- und Umbauten werden dabei illuminiert durch ein zurückhaltendes Beleuchtungskonzept von den Lichtplanern Licht Kunst Licht, die den Fokus auf die Exponate legen und die erhabene Atmosphäre der historischen und neuen Räumlichkeiten durch angepasste Elemente unterstreichen.

Da das nach Kriegsende originalgetreu wiederaufgebaute Gebäude die umfangreiche Sammlung nicht mehr fassen konnte, erweiterten die Architekten um Volker Staab nach einem gewonnenen Wettbewerb den Gebäudekomplex um einen flachen, großflächig verglasten Baukörper. Zusätzlich wurden einige der Flächen der Ausstellung in den Untergrund verlegt, wodurch das historische Ambiente äußerlich weitgehend unberührt bleibt. Der sichtbare Anteil der Neubauten steht in annähernder Symmetrie zu dem historischen Anbau – dem Haus Siegfried, wodurch das zentrale Gebäude „Wahnfried“ betont und der ursprüngliche Plan einer symmetrischen Gestaltung von Haus und Garten unterstrichen wird. Die Exponate im Inneren wurden von den Stuttgarter Ausstellungsgestaltern um HG Merz inszeniert und zeigen die Lebenswelt von Richard Wagner und dessen Familie in allen Facetten. Weitere Themen sind die Verstrickung der Familie in das Dritte Reich sowie die Geschichte der Festspiele – dargestellt durch Bühnenbilder und Kostüme. Die drei behandelten Aspekte finden sich verteilt auf die drei Häuser, wodurch sich die Gedanken der Besucher jeweils auf einen Themenbereich konzentrieren können. Die Gestaltung hält sich in der Präsentation sehr zurück und zeigt sich schlicht, sowohl in den modernen Räumlichkeiten, als auch angepasst in den historischen Abschnitten. Erweitert wird die Ausstellung durch audiovisuelle Installationen der Stuttgarter Kreativ- und Medienagentur jangled nerves, die historische Bildaufnahmen sowie Wagners Musik sinnlich erfahrbar machen.

Die Beleuchtung der neu gestalteten Schau bleibt sehr diskret im Hintergrund und konzentriert sich auf die stimmungsvolle Präsentation der Objekte. Für eine einheitliche Wirkung wurden ausschließlich LED-Leuchtmittel verwendet und vorrangig deckenbündig verbaut, was die Zurückhaltung neben den Exponaten noch verstärkt. Die im Kassenbereich noch sichtbare Raumbeleuchtung weicht in den Ausstellungsräumen durchdacht angebrachten Vitrinen- und deckenintegrierten Leuchten, die den Blick auf die historischen Stücke nicht durch störende Spiegelungen beeinträchtigen. Im Obergeschoss des Altbaus wird dies durch die Anbringung der Leuchten über einem mittig platzierten Deckensegel erreicht, das auch technische Einbauten aufnimmt sowie durch Wandfluter, die das Licht über die weißen Wände streuen und so blendende Reflektionen verhindern. In die Decke integriert, finden sich in den schlichten, modernen Ausstellungsräumen zudem weitere Richtstrahler, die den sich verändernden Ausstellungen und Vitrinenpositionen angepasst werden können. Ferner wurden historische Leuchten modern aufgearbeitet und erhellen die rekonstruierten Hallen der Villa, was einen authentisch-historischen Eindruck erlaubt. Die Beleuchtung des Tiefgeschosses ist, wie auch schon die eröffnenden Räumlichkeiten, dunkel gehalten. Das Lichtkonzept konzentriert sich somit auf die Richtstrahler und verdeckte Linearlichtquellen in den Vitrinen selbst sowie auf wenige, matt-warme Wandleuchten. Zentral angeordnet, befindet sich im abschließenden Ausstellungsraum Wagners Büste – scheinbar über einer Partitur schwebend, umrahmt von einem gazeartigen Vorhang, der eine, durch einen versteckten Streiflichtkanal beleuchtete, goldene Wand schleierhaft verhüllt. Infolge der konsequent zurückhaltenden Beleuchtung werden sowohl die nüchterne museale Inszenierung, als auch die mystischen Elemente der Ausstellung unterstrichen.

FACTS

Projekt:

Richard Wagner Museum, Bayreuth (DE)

Architektur:

Volker Staab Architekten, Berlin (DE) > www.staab-architekten.com

Gestaltung:

HG Merz, Stuttgart (DE) > www.hgmerz.com

Lichtgestaltung:

Licht Kunst Licht, Bonn (DE) > www.lichtkunstlicht.com

Medienplanung:

jangled nerves, Stuttgart (DE) > www.janglednerves.com

Standort:

Richard Wagner Museum, Richard-Wagner-Str. 48, Bayreuth (DE) > www.wagnermuseum.de

Auftraggeber:

Stadt Bayreuth, Hochbauamt, Bayreuth (DE > www.bayreuth.de

Zeitrahmen:

seit Juli 2015