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Ausstellungsgestaltung

Euphorie und Unbehagen

POSTED 11. Dezember 2013
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Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner findet im Jüdischen Museum Wien vom 25.11.2013 bis zum 16.03.2014 die Ausstellung „Euphorie und Unbehagen / Das jüdische Wien und Richard Wagner“ statt. Die zentrale Frage hierbei ist Wagners Rezeption, gerade in Israel, wo die öffentliche Aufführung seiner Werke bis heute verboten ist. Trotz seines offenen Antisemitismus und der Instrumentalisierung Wagners durch die Nationalsozialisten, ist er heute allgegenwärtig sei es in der Oper oder in der Popkultur, in der Filmmusik von „Star Wars“ oder „Der Herr der Ringe“.

Gestaltet wurde die Ausstellung vom Wiener Architekten Bernhard Denkinger, der sie in zwei szenografisch unterschiedliche Bereiche gliederte: in eine bewegte „emotionale“ Abfolge von Räumen und Installationen, welche die antisemitische Haltung Wagners, das Entstehen seines Werks, erste besondere Aufführungen und die Gründung einer Fangemeinde darstellen und in einen zweiten Teil, der durch räumliche Konfrontationen und parallel laufende Erzählungen geprägt ist. Ausgangspunkt ist die zwiespältige Situation jüdischer Wagnerianer angesichts Wagners antisemitischer Thesen. „Das Judenthum in der Musik“ – die Hetzschrift Wagners – ist gleich zu Anfang im Eingangsbereich ausgestellt. Es folgt ein mit Samtvorhängen ausgekleideter Raum, in dem die Besucher mit der Musik und der Erfolgsgeschichte des Komponisten konfrontiert werden. Auf einer aufsteigenden Ausstellungsfläche werden Objekte zu Wagners Opernkompositionen zu einer vertikalen Bewegung gesammelt, die im nächsten Raum abklingt und in einem visuellen Höhepunkt endet: den fulminanten Bühnenbildentwürfen Alfred Rollers, dem wohl gefragtesten Szenografen seiner Zeit. In der zweiten Hälfte der Ausstellung werden Aussagen antisemitischer-, denen jüdischer Wagnerianer räumlich gegenübergestellt, so entsteht ein intelektueller, kulturphilosophischer Diskurs. Eine Lichtinstallation – die Reproduktion eines von Arnold Schönberg gemalten Bildes, das Angst, Bedrängnis und Vorahnung auf das Kommende vermittelt – markiert den Übergang zum nachfolgenden Raum, der dem Leben und Überleben jüdischer Wagnerianer nach 1938 gewidmet ist. Hier werden persönliche Gegenstände wie Autographen, Postkarten und Fotos ausgestellt. Die großen, in die Tiefe gestaffelten Vitrinen schaffen Distanz zum Betrachter und sollen den privaten Charakter der Objekte verstärken.
Abschließend wird den Besuchern Wagners Einfluss in die Popkultur anhand von Filmszenen aufgezeigt – in einem Raum, der durch seine Farbgebung stark mit der restlichen Ausstellung kontrastiert und somit den Bogen zur heutigen Zeit schlägt.

FACTS

Projekt:

Euphorie und Unbehagen

Umsetzung:

Standort:

Jüdisches Museum Wien

Zeitrahmen:

25.11.2013 – 16.03.2014

Fotos:

Andreas Buchberger