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Ausstellungsgestaltung

TSCHERNOBYL- Expeditionen in ein verlorenes Land

POSTED 27. Juni 2012
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Seit 26 Jahren nunmehr hat sich der Name Tschernobyl in unser Gedächtnis eingebrannt und ist zum Synonym für Zerstörung geworden. Der Reaktorunfall im April 1986 war die größte Katastrophe in der Geschichte der Kernenergie-Nutzung, doch sie war nicht nur ein ökologisches Unglück. Der Unfall löschte die Entwicklung der Kultur einer ganzen Region unwiderruflich aus. Bis heute ist der Landstrich rund um Tschernobyl unbewohnbar, gleicht einer bizarren Geisterstadt: entvölkert und von Verfall geprägt. Aber was war vorher? Wie die heutige „Zone“ früher aussah, wessen Heimat sie war und welche unglaublich facettenreiche Kultur dort ausgelöscht wurde, ist kaum bekannt. Dass Tschernobyl beispielsweise ein klassisches jüdisches Schtetl war und noch heute für viele ein heiliger Ort ist, wissen nur wenige. Die Region Polissja, in deren Herzen die Stadt liegt, wird nun erstmals in Deutschland vorgestellt. Hier lebten einst unterschiedliche Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften friedlich zusammen.
Die Ethnologische Sammlung der Städtischen Museen Freiburg zeigte die Sonderausstellung „Tschernobyl- Expeditionen in ein verlorenes Land“ im Augustinermuseum in Freiburg, für welche das Büro zwo/elf die Gestaltung übernahm. Das internationale Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Lemberg/Lviv, dem Studienzentrum für Geschichte und Kultur der osteuropäischen Juden, Kiew, und der Nationalen Vernadskij Bibliothek der Ukraine, Kiew. In der Ausstellung wurden Lebensgeschichten erzählt sowie gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen veranschaulicht. Der Fokus lag hierbei darauf, die ländliche Zivilisation der ukrainischen Bauern und die kleinstädtische, von Handel, Handwerk und ihrer religiösen Identität geprägte Kultur der jüdischen Minderheit zu zeigen, was in einer aufwendigen, spannungsreichen Inszenierung und mittels hinterleuchteten Panormanen, Fotots und Filmen durchweg gelungen ist und Tschernobyl einmal von einer ganz anderen Seite beleuchtet.

FACTS

Projekt:

Tschernobyl- Expeditionen in ein verlorenes Land

Gestaltung:

zwo/elf, Karlsruhe > www.zwo-elf.de

Projektteam:

Matthias Tebbert, Constanze Greve, Oliver Wrobel, Markus Graf, Phillip Fleß

Ausstellungsmobiliar:

ZENTRALE WERKSTÄTTEN, Städtische Museen Freiburg
Schreinerei Wimmer & Huber GmbH, Nidertaufkirchen

Grafikproduktion:

3 S Druckbar GmbH, Freiburg

Auftraggeber:

Städtische Museen Freiburg

Standort:

Augustinermuseum Freiburg

Zeitrahmen:

17.12.2011 – 18.03.2012

Fotos:

zwo/elf /Janik Gensheimer