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Neue Welten

VOLUM IV

POSTED 29. August 2017
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Mitten in Berlin wächst das neue Stadtschloss aus dem Boden – eine monumentale Rekonstruktion mit modernem Betonkörper. Direkt nebenan auf der anderen Spreeseite flattert die temporäre Fassade der ehemaligen Schinkelschen Bauakademie und wartet auf ihre Ablösung – ebenfalls durch eine Rekonstruktion. Nur wenige interessieren sich für das Innere dieses Gebäudes, das eigentlich gar keines hat: Außer einem Saal, der einem Original aus der alten Bauakademie nachempfunden ist, ist der gesamte Gebäudekörper hohl. Diese äußerst merkwürdige bauliche Situation nahmen die Berliner Klangkünstler Korinsky zum Anlass, sich in Zusammenarbeit mit der Hochschule Konstanz und der Architektin Prof. Katrin Günther mit deren Atmosphäre auseinanderzusetzen.

Eingefasst von einem gigantischem Baugerüst, das die Kunststoffplanen mit dem Fassadenaufdruck trägt, hat sich in den vergangenen 13 Jahren auf dem Baugelände ein völlig unerwarteter Dschungel aus Gestrüpp, kleinen Bäumen und um das Gerüst rankenden Pflanzen entwickelt – ein unwirklicher Ort, den die Klangkünstler nun zum Leben erweckten. Bisher erkundeteten sie mit ihren akustischen Installationen das besondere Verhältnis von Klang und Architekturwahrnehmung – hier fehlt diese Komponente fast vollständig, da die Planen weder die Geräusche von außen abhalten, noch die Klänge von innen reflektieren und so wie eine Mauer halten könnten. Gerade diese Abwesenheit einer akustischen Architektur und die doch irgendwie vorhandene bauliche Substanz setzten sich die Brüder Korinsky so zum zentralen Thema ihrer Installation „Volum IV“ – die Ergänzung einer Reihe, die sie unter anderem im Berliner Dom, dem Wasserspeicher im Prenzlauer Berg und in der Kestnergesellschaft Hannover inszenierten. Dabei werden mit der Arbeit verschiedene Klangquellen und Geräuscharten zu einem Gesamteindruck verknüpft, sodass Besucher am Ende kaum mehr zu erkennen vermögen, welche Klänge aus den Lautsprechern auf den Gerüsten, aus dem Dickicht selbst und welche von außen in dieses Biotop eindringen. Wald und Stadt vermischen sich auf engstem Raum und die sichtbare Grenze zwischen den Welten wird durch wabernde Nebelschwaden diffus – bei längerer Betrachtung und genauem Zuhören entsteht neben dem gebauten und dem akustischen so ein dritter Raum: einer der atmosphärischen Wahrnehmung, der den eigenen Aufenthaltsort leicht vergessen lässt: direkt neben einer betonierten Baustelle, nicht im Wald.

FACTS

Projekt:

Volum IV > vimeo.com

Gestaltung:

Korinsky – Atelier für vertikale Flächen > www.korinsky.com

Projektteam:

Brüder Korinsky. Abel Korinsky, Carlo Korinsky, Max Korinsky

Standort:

Berlin (DE)

Zeitrahmen:

2017

Fotos:

Brüder Korinsky

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