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Ausstellungsgestaltung

Ostend – ein jüdisches Viertel

POSTED 24. November 2016
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In der Winterpause 2015/2016 wurde die seit 2004 im Erdgeschoss des Hochbunkers im Frankfurter Ostend gezeigte Ausstellung „Ostend – Ein jüdisches Viertel“ umfassend überarbeitet. Die ursprünglich im Jahr 2000 als Wechselausstellung von der damaligen Kustodin des Jüdischen Museums konzipierte Schau ist nun wieder in neuem Gewand auf dem Gelände der ehemals größten Frankfurter Synagoge besuchbar. Jene war im Zuge der Novemberpogrome zerstört worden, weshalb die „Initiative 9. November“ sich lange Zeit stark machte für eine entsprechende Nutzbarmachung des zu Kriegszeiten an selber Stelle errichteten und bis heute erhaltenen Bunkers. Infolge einer Kooperation der Initiative mit dem Jüdischen Museum fand die Ausstellung schließlich ihren heutigen Ort.

Für die Erneuerung arbeitete Heike Drummer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Jüdischen Museum und verantwortlich für die redaktionelle Bearbeitung, mit der Innenarchitektin Petra Brockhaus sowie dem Kommunikationsdesigner Karl-Heinz Best von mind the gap! Design zusammen. Im Zuge der umfassenden Überarbeitung wurden dabei ebenfalls der Eingangs- und Veranstaltungsbereich umgestaltet. Die Ausstellung umfasst nun sechs Abschnitte, die durch zurückhaltende Farben gegliedert werden. Mittels großformatiger Bilder und einer serifenlosen Typografie wird es den Besuchern ermöglicht, sich ganz auf die Inhalte zu konzentrieren und tief in die Geschichte einzutauchen, wobei einfache Rohraufbauten verwendet werden, um die bedruckten Transparente zu fixieren. Mit Hilfe dieser industriell anmutenden Konstruktionen schlagen die Frankfurter Gestalter eine Brücke zur bedrückend-kahlen Umgebung, die sich durch rohe Wände und Böden auszeichnet. Inhaltlich erwartet die Besucher jedoch nicht nur der Schrecken der Pogrome, auf welche die Umgebung klar verweist, sondern darüber hinaus ein Einblick in die jüdische Gesellschaft des Ostends mit Bräuchen, Firmen und Vereinen. Als Blickfänger außerhalb der Schau fungieren zudem zwei große Plakate an den Außenwänden des Bunkers, dank derer bereits an die Zeit der Gewalt erinnert wird.

Mit der wiedereröffneten Ausstellung, in der durch zurückhaltende Gestaltung der Fokus klar auf der Erzählung liegt, existieren im ehemals jüdisch geprägten Frankfurter Ostend nun drei Gedenkplätze: Neben den Erinnerungsstätten Neuer Börneplatz und Frankfurter Großmarkthalle können die Besucher im Hochbunker demnach auch wieder das einst pulsierende jüdische Leben im Ostend erfahren.

FACTS

Projekt:

Ostend – Ein jüdisches Viertel, Frankfurt am Main (DE)

Gestaltung:

mind the gap! design, Frankfurt am Main (DE) > www.mindthegap-design.de
Brockhaus Innenarchitektur, Frankfurt am Main (DE) > brockhaus-innenarchitektur.de

Projektteam:

Karl-Heinz Best, Petra Brockhaus

Standort:

Hochbunker in der Friedberger Anlage 5 – 6, Frankfurt am Main (DE)

Zeitrahmen:

Mai 2016

Auftraggeber:

Jüdisches Museum Frankfurt am Main (DE) > www.juedischesmuseum.de
Initiative 9. November > www.initiative-neunter-november.de

Fotos:

Norbert Miguletz, Frankfurt am Main (DE) > www.miguletz.de

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