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Neue Welten

ICD/ITKE FORSCHUNGSPAVILLON 2011

POSTED 20. Dezember 2011
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Bei einer erneuten Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und dem Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart haben Wissenschaftler und Studierende im Reich der Bionik geforscht, um die Konstruktion und Architektur weiterzuentwickeln. Entstanden ist hierbei ein Forschungspavillon aus mehr als 850 Einzelteilen

von Lion Oeding

So erfinderisch und einfallsreich der Mensch auch sein mag, ist es manchmal schlichtweg praktischer und naheliegender, einen Blick in die Natur zu werfen. Um sich wissenschaftlich mit biologischen Strukturen auseinanderzusetzen, einen natürlichen Prozess oder einen Aufbau zu entschlüsseln und diesen mit technischer Hilfe umzusetzen, existiert die Bionik.

Im vergangenen Sommersemester haben sich das Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) der Universität Stuttgart zum zweiten Mal für die Realisierung eines Forschungsprojekts zusammengetan. Die Projektmitarbeiter machten sich im Vorfeld auf die Suche nach einem natürlichen Aufbau, der einen besonders leistungs- und anpassungsfähigen Charakter aufweist: geringes Gewicht bei gleichzeitiger Tragfähigkeit und Flexibilität. Gefunden haben sie ihn bei einem Bewohner flacher Meeres-Sandküsten: dem Sanddollar. Zur Familie der Seeigel gehörend, liefert er den Prototyp, an dessen Skelettaufbau der entstandene Versuchspavillon angelehnt ist.

Ziel der Zusammenarbeit von Studierenden und Wissenschaftlern war es, biologische Strukturbildungsprinzipien in einen architektonischen Entwurf einzubeziehen, um dann deren Leistungsfähigkeit in einem räumlichen Materialsystem zu überprüfen. Zudem stellt die Realisierung eines solchen Forschungspavillons eine jährliche Demonstration der neuesten Entwicklungen im Bereich der computerbasierten Entwurfs- und Produktionsprozesse dar.

Aufgrund der Struktur und der Verzahnung der Platten des Sanddollar-Skeletts ergibt sich eine äußert beanspruchbare Struktur, die sich ähnlich aus Holz nachbilden lässt. Hierfür wurden vieleckige Plattensegmente entworfen, die jeweils mit zwei anderen an einem Punkt zusammenlaufen. Hergestellt aus Birkensperrholz besitzen sie durchgängig eine Plattendicke von 6,5 Millimetern. Um die Holzsegmente miteinander zu verbinden und die in Wirklichkeit mikroskopisch kleinen Kalzit-Projektionen des Seeigels nachzubilden, griff man auf Fingerzinken zurück, eine gängige Technik in der Holzbearbeitung.

Erstellt wurden die über 850 Einzelteile mit mehr als 100.000 Zinken in der robotischen Fertigungsanlage der Universität Stuttgart. Nachdem die Zellen geleimt, grundiert und lasiert wurden, diente von August bis Dezember eine Freifläche hinter den Universitätsgebäuden KI und KII auf dem Campus Stadtmitte als Projektstandort. Offen zugänglich bot der 72 Quadratmeter große Pavillon im Innern zwei Untersuchungs- und Erfahrungsräume: Im größeren Bereich mit seiner Öffnung zum Universitätspark hin wurde die Segmentbauweise über Auslassungen in der Innenschale erfahrbar gemacht. Im kleineren der beiden Räume ist das Bauwerk absichtlich nicht abgeschlossen und gab so die Struktur der inneren Hüllenebenen frei.

Inzwischen wurde der Forschungspavillon wieder abgebaut und hat seinen neuen Platz auf dem Gelände der Firma Ochs, neben KUKA Roboter einem der Hauptsponsoren des Projekts, erhalten.

FACTS

Projekt:

ICD/ITKE Forschungspavillon 2011

Gestaltung:

Oliver David Krieg, Boyan Mihaylov

Projektteam:

Beteiligte: Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) – Prof. Achim Menges, Stuttgart (DE) > icd.uni-stuttgart.de
Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) – Prof. Dr.-Ing. Jan Knippers, Stuttgart (DE) > www.itke.uni-stuttgart.de
Kompetenznetz Biomimetik Baden-Württemberg , Freiburg (DE) > www.kompetenznetz-biomimetik.de
Projektleitung: Markus Gabler, Tobias Schwinn
Konstruktion: Steffen Reichert
Tragwerksplanung: Riccardo La Magna, Frédéric Waimer
Ausführungsplanung und Realisierung: Peter Brachat, Benjamin Busch, Solmaz Fahimian, Christin Gegenheimer, Nicola Haberbosch, Elias Kästle, Oliver David Krieg, Yong Sung Kwon, Boyan Mihaylov, Hongmei Zhai

Standort:

Campus Stadtmitte, Universität Stuttgart (DE)

Zeitrahmen:

26.08.2011 – 1.12.2011

Fotos:

ICD/ITKE Universität Stuttgart (DE) > icd.uni-stuttgart.de

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