Set & Stage Design
Pinocchios Abenteuer
Spitzbübisch ging es auf der Bühne der Staatsoper Stuttgart zu, wenn Jonathan Doves „Pinocchios Abenteuer“ im Opernhaus gezeigt wurde. Regie bei dieser Familienoper führte Markus Bothe, die musikalische Leitung übernahm David Parry, der bereits die Uraufführung im britischen Leeds 2007 dirigierte.
Die Geschichte von Carlo Collodis Pinocchio kennt jeder: Gepetto – alternierend gesungen von Michael Ebbecke und Karl-Friedrich Dürr – schnitzt aus einem sprechenden Holzscheit eine Puppe und tauft sie Pinocchio, doppelt besetzt mit den Sängerinnen Tina Hörhold und Inga Lampert. Er sucht seinen Weg durch die Menschenwelt mit ihren Pflichten und Regeln und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein richtiger Junge aus Fleisch und Blut zu werden. Stets entzieht sich der Querkopf dabei dem Erziehungsprogramm der Gesellschaft, allen voran der Blauen Fee (Kammersängerin Catriona Smith), die ihn mit taktischer Zuwendung und gleichzeitigem Liebesentzug zu formen versucht.
Bei der Inszenierung in der Staatsoper Stuttgart erlebte Pinocchio seine Abenteuer in einem begehbarem Pop-up-Bilderbuch des Bühnenbildners Robert Schweer, der eine zweidimensionale Welt zwischen barocker Opulenz und der Ästhetik der Druckgraphik des späten 19. Jahrhunderts geschaffen hat. „Die Bühne täuscht Dreidimensionalität vor und bedient mit ihrer Maschinerie unzählige Ortswechsel von Schreinerwerkstatt über Feenwelt bis zur stürmischen See“, beschreibt Schweer.







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